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Ein Himmel für die Kirche

Früher dunkel und bedrückend, heute hell und farbharmonisch: St. Walburgas wunderbare Verwandlung

Die Kirche St. Walburga in der Kreisstadt Groß-Gerau (Hessen) spielt im Leben des Maler- und Lackierermeisters Joachim Scheffczyk eine wichtige Rolle. Hier wurden seine Kinder vor 31 und 25 Jahren getauft, hier holt er sich sonntags im Gottesdienst Zuspruch, Kraft und Segen für die nächste Arbeitswoche.

Als er den Auftrag bekam, „seine“ Kirche zu modernisieren – erst von außen, dann von innen – empfand er dies als besondere Auszeichnung. In seiner sechsunddreißigjährigen Berufszeit war es erst das zweite Gotteshaus, das er verschönern sollte, aber das erste, bei dem eine Komplett-Renovierung nötig war. Die Fassade sollte bis Ostern und der Innenraum bis Weihnachten fertig sein. Scheffczyk musste außerdem gewährleisten, dass die Gottesdienste während der Bauarbeiten ohne große Einschränkung gehalten werden konnten.

Nach dem 25. August 1957, dem Tag, an dem die neue St. Walburgakirche durch Bischof Dr. Albert Stohr feierlich konsekriert worden war, wurde für den Erhalt der Bausubstanz wenig investiert. Vor allem an der Außenwand des Kirchturms zeigten sich Risse, die wahrscheinlich durch die Schwingungen der Glocken im Kirchturm verstärkt worden waren. Wegen des undichten Daches wies die Holzdecke im Kirchenschiff Feuchtigkeitsschäden auf. Eine Rundumerneuerung war überfällig. Der Pfarrgemeinderat und der Verwaltungsrat beschlossen, dass im Zuge der Baumaßnahmen auch eine behindertengerechte Toilette, ein Wickelraum und weitere Sanitärräume eingebaut werden sollten.

Malermeister Scheffczyk reinigte die Außenfassade und egalisierte alle Risse zweimal mit einem Streichvlies (FibroSil von Caparol), das anschließend fein überputzt und gespachtelt wurde. Dann folgte ein zweimaliger Anstrich mit der schmutz-, pilz- und algenabweisenden Thermosan Fassadenfarbe. Die Holzverkleidungen an den Schalllöchern am Glockenturm mussten stellenweise erneuert und die gesamte Verkleidung sowie alle Türen neu lasiert werden – mit Capadur Universallasur.

Nach Abschluss der aufwendigen Fassadenarbeiten wurde der Innenraum einer kritischen Prüfung unterzogen. Im Kirchenschiff waren die Wände durch Kerzenruß stark verschmutzt. Die bestehende gelb-braune Farbatmosphäre erschien schwer und beunruhigend, es fehlte der positive, lebensfrohe Esprit. Der bauleitende Planer Dipl.-Ing. Heinz Raab aus Gernsheim erinnert sich noch gut daran, wie bedrückend die dunkle Decke auf ihn wirkte, die den Kirchenraum kleiner aussehen ließ als er war. Die Aufgabe, St. Walburga einen modernen, ansprechenden Charakter zu geben, löste Dipl. Des. Martina Lehmann vom Caparol-FarbDesignStudio mit einem Farbkonzept, das sich an den künstlerischen Glasmosaikfenstern orientierte. Rot-, Gelb- und Blaunuancen, sowie Beige und Braun sind in der farbigen Verglasung eingesetzt, die besonders bei Sonneneinstrahlung eine sehr stimmungsvolle Raumatmosphäre bewirkt.

Inspirierende Mosaikfenster: Martina Lehmann vom Caparol-FarbDesignStudio orientierte sich bei ihrem Farbkonzept für St. Walburga an den Rot-, Gelb- und Blaunuancen der farbigen Verglasung.

„Mir war sofort klar, dass wir hier das vorhandene Farbpotential aus den Mosaiken aufgreifen und einen neuen Bezug zum Raum herstellen – mit dem Ziel, die Stimmung insgesamt heller, frischer, ganzheitlicher erscheinen zu lassen“, meint Lehmann. Die Wände sind nun deutlich heller gefasst; der verhüllte Gelbton erinnert an Sonne und Sand. Einen Vorschlag des Planers und des Pfarrers Norbert Kissel griff Lehmann gerne auf: „Wenn wir nach oben schauen, sehen wir den Himmel. Also lasst uns die Decke blau machen“, empfahl Raab. So geschah’s.

Nach der Renovierung: Altar und Kreuz stehen weiterhin optisch im Mittelpunkt, sind aber jetzt von einer Farbatmosphäre umgeben, die frischer und freundlicher wirkt.


Auf einem Raumgerüst, das sich über den gesamten Kirchenraum erstreckte, begann Joachim Scheffczyk in 8,50 Meter Höhe mit der Reinigung der Holzdecke. Danach beschichtete er sie zweimal mit Capacryl Holz-IsoGrund, einer absperrenden Grundierung, die dafür sorgt, dass die Holzinhaltsstoffe gebunden bleiben und nicht die nachfolgende Lackierung verfärben. Als Decklackierung wurde Capacryl PU Satin im Spritzverfahren ausgeführt. „Dieser wasserbasierte Lack ist besonders für sensible Wohn- und Aufenthaltsbereiche geeignet“, betont Bernhard Linck, Experte für Lacke und Lasuren bei Caparol. PU Satin ist sogar für Kinderspielzeug zugelassen. Mit hellblauem 3D Arctis 70 verwandelte Scheffczyk die Decke in einen – wolkenlosen – Himmel. Die schmückenden Deckenleisten veredelte er mit dunkelblauem 3D Pacific 130 und goldenen Akzenten (CapaGold). Zuvor war das Dach mit Hinterlüftung und diffusionsoffener Unterspannbahn neu gedeckt worden, so dass die Holzdecke künftig vor Wasserschäden geschützt ist.

Im Detail: Edel erscheint die mit Capacryl PU-Satin blau gespritzte Decke mit Zierprofilen in goldener Effektbeschichtung (CapaGold).


Die bisher optisch unauffälligen Stützen im Kirchenraum korrespondieren jetzt nicht nur farblich mit den Glasmosaiken, sondern auch mit dem roten Teppichläufer. Er lenkt die Blicke auf das Kreuz und den Altar. Steinboden, Messingelemente und Mobiliar fügen sich angenehm in die neue Farbkonzeption ein.

Die Gemeindemitglieder sparten nicht mit Lob für das neue Ambiente. „Supertoll und ausgezeichnet“ findet auch Sylvia Voigt, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, das Ergebnis der Restaurierung. Scheffczyk sorgte dafür, dass während der Bauzeit alle Messen gefeiert werden konnten. Vor jedem Sonntag deckte er das Innengerüst mit Folie und weiß-rotem Klebeband ab, montags entfernte er die Verhüllung. Diesen Aufwand nahm er seiner Kirche zuliebe gerne auf sich.

„Die Farbharmonie ist wunderschön“, freut sich der Malermeister über sein gelungenes Werk. Manchmal setzt er sich eine Viertelstunde ganz allein in eine Kirchenbank und lässt die Stille und Atmosphäre auf sich wirken. „Hier kann man wunderbar ausruhen“.

Die Gelbtöne der Wände erinnern an Sonne und Sand. Sie stehen außerdem in Verbindung zu den goldenen Deckenakzenten und harmonieren mit dem sanften Blau der Decke.


Die Materialien auf einen Blick

Im Außenbereich der Kirche St. Walburga in Groß-Gerau wurden Risse mit Fibrosil überbrückt, für die Zwischen- und Schlussbeschichtung wurde Thermosan NQG3 verwendet. Die Innendecke wurde mit Multistar gereinigt und zweimal im Spritzverfahren mit Capadur Holz-IsoGrund beschichtet, anschließend zweimal mit dem polyurethan modifizierten Acryldispersionslack Capacryl PU Satin. Bei der Umsetzung des Farbkonzeptes kamen folgende Caparol-Farbtöne zum Einsatz: 3D Ginster 60 und 3D Palazzo 260 für die Wände, 3D Hellweiß für Untersichten, 3D Magma 65 für die Stützen. Die himmelblaue Decke wurde angelegt mit 3D Arctis 70, 3D Pacific 130 und dem CapaGold.

Autorin: Petra Neumann-Prystaj
Fotos: Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Alexandra Lechner
Quelle: Caparol


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