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Smarte Textilien

Leuchtende LED-Folien verwandeln Wände und Decken in aktive Flächen, die Farben wechseln, Videos einspielen oder homogenes Licht liefern. Und Wandbeläge können dank funktionaler Textilien Schalter, Stromkabel oder Datenleitungen ersetzen.

Autor: Armin Scharf

Können Wandbeläge Schalter und Kabel ersetzen? Noch nicht, aber vielleicht schon in wenigen Jahren. Das vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt „ConText“ jedenfalls zielt genau auf dieses Szenario ab. Zusammen mit dem Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und weiteren Industriepartnern arbeitet man in Denkendorf an der Entwicklung sogenannter „Connecting Textiles“.

Die sollen in der Lage sein, die vielen Komponenten des Smart Home mit Niedrigspannung zu versorgen und zugleich Daten zu übertragen. Denn diese beiden Aspekte sind geeignet, die Euphorie rund um das Smart Home empfindlich zu dämpfen: Sollen Sensoren oder Aktuatoren, wie Motoren oder Schließmechanismen, aktiv werden, benötigen sie digitale Befehle und elektrischen Strom. Das wiederum schränkt die Flexibilität der smarten Systeme ein; nachträgliche Änderungen verlangen zusätzliche Kabel oder batteriegespeiste Komponenten – beides suboptimale Lösungen.

Ein Fall für Funktionale Textilien

An den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) ist man also dabei, Sensorik und Aktuatorik samt Versorgungsleitungen auf textiler Basis zu konzipieren. Dazu gehören beispielsweise leuchtende Textilelemente oder solche die durch Veränderungen des elektrischen Feldes erkennen, dass sich eine Hand nähert. Drücken oder Streichen löst dann verschiedene Befehle aus, einfache Schaltvorgänge beispielsweise oder komplexe Steuerbefehle für die Konfiguration der Smart-Home Gerätschaften. Und schließlich könnte Künstliche Intelligenz helfen, berührungsfreie, mittels individueller Gesten oder Gestenfolgen gesteuerte Sensoren zu realisieren.

Leuchtende Folien

Die textilen Sensoren dürften sich auch für die Steuerung von Leuchtfolien eignen, die schon jetzt nutzbar sind. Das Karlsruher Unternehmen LightnTec entwickelt und produziert solche mit Leuchtdioden bestückten Kunststoff-Folien, die nicht nur illuminative Funktion haben, sondern auch Bilder, Videos und Grafiken ausspielen. 400, breit abstrahlende RGB-Leuchtdioden pro Quadratmeter produzieren so viel Licht, dass die Motive, Botschaften oder Farben auch am Tag sichtbar sind. Über kaum sichtbare Kupfer-Leiterbahnen erfolgt die Ansteuerung und Versorgung jeder einzelnen LED. Der Abstand von LED zu LED beträgt 50 Millimeter, einzelne Leuchtpunkte bleiben also erkennbar. Homogener wird das Licht durch die Addition einer Diffusorfolie, allerdings geht dies zu Lasten klarer Konturen – aber wenn es nur um leuchtende Flächen mit oder ohne Farbverläufe oder -wechsel geht, erhält man perfekte Ergebnisse. Werden die LED-Folien unter transluzente Spanndecken verbaut, so entstehen kaum Höhe beanspruchende Lichtdecken.

Da die Folien wetterfest und im IP65-Standard erhältlich sind, können sie auch im Außenbereich installiert werden. Die leichten Folien halten per industrieller Klettfixierung – damit sind auch temporäre Installationen wirtschaftlich umsetzbar, ohne massive Unterkonstruktion. Geliefert werden die selbst zuschneidbaren Folien in transparenter, weißer oder schwarzer Ausführung mit 600 Millimeter Breite und maximal sechs Metern Länge. Für die Ansteuerung der LED-Effekte ist wiederum ein kleiner Media-Player zuständig, der sich auch in Netzwerke einbinden lässt. Da die Folien mit Niedrigspannung betrieben werden, ergeben sich keine gewerkrechtlichen Probleme mit der Installation – so der Hersteller.

Weitere Fotos:
www.malerblatt.de


PraxisPlus

Links

Mehr zur vorgestellten Technik gibt es auf den Seiten der Hersteller

www.ditf.de

www.lightntec.com

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