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Denkmalgeschützte Treppenhäuser

Inspiration
Denkmalgeschützte Treppenhäuser

Die Treppenhäuser einer Wohnanlage aus der Zeit von 1909/1910 in Berlin-Pankow erhielten ihre ursprüngliche Farbigkeit zurück. Großer Wert wurde auf die Anwendung originalgetreuer Verarbeitungstechniken gelegt. Mit welchen Materialien konnte das restauratorische Konzept am besten umgesetzt werden? Wie wurden die gewünschten Glanzgrade erreicht? Das erfahren Sie hier.

Fotos: Brillux

Die von Architekt Paul Louis Adolf Mebes 1909/1910 entworfene Wohnanlage mit Vorgarten und Gartenhöfen ist geprägt von der traditionellen Berliner Architektur des Historismus und steht als Teilobjekt unter Denkmalschutz.

Historische Gebäude spiegeln nicht nur unterschiedliche Bautraditionen wieder, sie dokumentieren, immer auch handwerkliche, künstlerische oder technische Fähigkeiten im Bauprozess. Um diese historischen Werte zu erhalten, erfolgte die Modernisierung der Treppenhäuser unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten. Zielsetzung war eine Gestaltung, die dem Originalzustand so nah wie möglich kommt.

In der von Paul Mebes errichteten Wohnanlage haben sich die originalen Farbgestaltungen in den Hauseingängen unter neueren Folgeanstrichen gut bis sehr gut erhalten. Die Kombination der Farbbefunde ließ daher eine Rekonstruktion der Gestaltungen zu“, erläutert Kunsthistoriker und Bildhauer Karl Hiller. Die ornamentalen Verzierungen der Treppenhäuser orientieren sich am tradierten klassizistischen Berliner Formenschatz und werden durch historistische wie frühmoderne Elemente ergänzt. Der Befund ergab, dass mehrere Hauseingänge bis auf wenige Details gleich gestaltet waren und andere Hauseingänge Unikate sind.

Beratung und zum Anstrichaufbau

Nach einer Objektbestandsaufnahme erstellte die Technische Beratung von Brillux in den gewünschten Farbtönen zunächst Musterplatten, die insbesondere für die Paneelflächen auch unterschiedliche Glanzgrade aufwiesen. Die Auswahl erfolgte dann vor Ort in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Genossenschaft, Denkmalschutz, Denkmalpfleger, Restaurator sowie den mit der Ausführung beauftragten Handwerkern.

Für unter Denkmalschutz stehende Bauten gelten besondere Auflagen, die die Nutzung und vor allem den Umgang mit der Bausubstanz betreffen. So bedürfen nicht nur die Sanierungsarbeiten, sondern auch die Auswahl und die fachgerechte Verwendung sämtlicher Beschichtungsmaterialien der Genehmigung. Guido Bode, Technischer Berater bei Brillux, beriet die Projektbeteiligten über die geeigneten Produkte. Um die Geruchs- und Emissionsbelastung der Mieter so gering wie möglich zu halten, wurde in den Treppenhäusern von einem klassischen Ölfarbenpaneel abgesehen. „Auch wenn es eigentlich nicht die von uns empfohlene Denkmalschutzfarbe ist, fiel mit Blick auf die große Farbtonvielfalt die Entscheidung auf Superlux ELF 3000 – eine Dispersion, die aufgrund ihrer sehr guten Wasserdampfdiffusionsfähigkeit auch aus denkmalpflegerischer Sicht geeignet ist“, so Bode weiter.

Im Eingangsbereich wurde ein spezieller Überzug verwendet, um den gewünschten Glanzgrad und eine bessere Reinigungsfähigkeit zu erzielen. Hierfür kam Creativ Floc-Finish ELF 48 zum Einsatz.

Farbgestaltung

Im Bereich des Vestibüls der Max-Koska-Straße 8 präsentiert sich das Treppenhaus in kräftigen, erdigen Farbtönen: Boden und Sockel sind mit roten Fliesen belegt. Die Seitenwände erhielten nach Befundlage einen ockergelben Fond-Ton. Darauf wurden teils mithilfe von Schablonen, teils frei, um den handwerklichen Charakter zu betonen, braune und weiße ornamental gestaltete Rahmen aufgemalt, die die Wände in mehrere Felder aufteilen. Grünlich gestaltete Eierstab-Ornamente stellen die Verbindung zur gewölbten Decke des 2,29 Meter hohen Eingangsbereiches her. Die Decke erhielt zunächst einen Fond in zwei verschiedenen intensiven Grüntönen, die mit Schwammtechnik aufgetragen wurden. Auch hier wurde die gesamte Fläche durch ein ockergelbes Herzblattband sowie ein innenliegendes weißes Quadratband in verschiedene Felder unterteilt. Rote Quadrate mit grüner Raute sorgen für einen spannenden Farbkontrast und nehmen Bezug auf den Rotton im Sockelbereich.

Neben der großen Farbtonvielfalt sprach auch die gute Streiflichtunempfindlichkeit für Superlux ELF 3000. Die Innendispersion lässt durch ihren hervorragenden Verlauf auch bei direktem Seitenlicht gleichmäßige, ansatzfreie Oberflächen in edler Mattigkeit entstehen.

Weitere Informationen:
www.brillux.de


PraxisPlus

In denkmalgeschützten Treppenhäusern findet sich häufig auch Putz als Gestaltungselement. Alle Brillux Putze sind in der Musterkollektion Innen- und Außenputze in einer Box vereint, die vom Maler als Beratungshilfe im Kundenkontakt genutzt werden kann. Die Karte „Stairs“ widmet sich speziell den Möglichkeiten zur Treppenhausgestaltung. Die beigelegte Broschüre veranschaulicht die Wirkung von Farben und Kontrasten im Treppenhaus und gibt darüber hinaus Tipps für gekonnte Gestaltungsvarianten.


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