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Farbgestaltung am PC Teil 5

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Farbgestaltung am PC Teil 5

Branchensoftware Fa’MOS

Die Würselener Firma Moser Soft entwickelt seit fast dreißig Jahren ein komplettes MOS’aik von Software für den Mittelstand. Von der Zeiterfassung über Kalkulation und Fakturierung, Inventur und elektronischem Aufmaß und vielem mehr bietet der Hersteller Unterstützung für den gesamten Betriebsablauf. Ein Teil dieser zusammenhängenden Programm-Module ist die Farbgestaltungssoftware Fa’MOS, die in die Projektverwaltung eingebunden ist.

Farbe satt

Ein riesiges Repertoire an Farbtonkollektionen wirklich aller gebräuchlichen Sortimente und vielleicht sogar noch mehr steht mit über 30.000 Nuancen dem Anwender zur Auswahl. So ist man mit Fa’MOS für alle – auch ausgefallene – Wünsche gewappnet. Die schöne Idee der grafischen Darstellung der Farben als Abbild der originalen Farbfächer hat den großen Vorteil, dass man sich sofort zurechtfindet und die Handmuster bequem und direkt mit dem Bildschirm vergleichen kann. Mit dem Mausrad dreht man die einzelnen Seiten des Fächers zum Suchen weiter, und bei Doppelklick wechselt die Ansicht in die Ganzseitendarstellung die eine ausreichend große Ansicht des Farbtons bietet. Ein Eingabefeld für die Suche nach Namen hilft außerdem, schnell den gewünschten Ton zu finden. Zudem kann man sich per Rechtsklickmenü zum gewählten Ton auch 15 Alternativen ähnlicher Töne auch aus anderen Kollektionen anzeigen lassen.
Noch eine Besonderheit ist die Darstellung des NCS-Systems (leider nur Edition 1) als bunttongleiche Dreiecke wie im NCS-Atlas. Ein Doppelklick auf die Farbflächen macht sie sofort einsetzbar. Dies ist der einzige mir bekannte Weg, die ganze Pracht der NCS-Abstufungen wirklich sinnvoll und systemgerecht am Computer zu nutzen. Vorbildlich!


Maskerade

Fa’MOS arbeitet pixelorientiert, das heißt, dass für das Auswählen von einzufärbenden Flächen die Werkzeuge Zauberstab (Auswahl nach Farbton), Rechteck und Lasso sowie Polygonlasso zur Verfügung stehen. Diese können, wie eventuell aus Photoshop gewohnt, beliebig kombiniert, mit STRG hinzugefügt und mit Shift voneinander abgezogen werden. Die Handhabung der Werkzeuge allerdings ist recht eigenwillig: Ein Polygonlasso ist man gewohnt, durch Doppelklick automatisch zur Fläche zu schließen. Nicht so in Fa’MOS: Hier werden 1 Pixel breite Linien gezeichnet, die man in beliebig vielen Zügen, die mit Doppelklick oder [ESC] enden, zu einer umschlossenen Form zusammenfügt.
Prinzipbedingt ist dadurch eine saubere Kantenglättung (Antialiasing) ausgeschlossen, und man erkennt störend wie in frühen Computerzeiten die Sägezahnlinien. Entschärfend für diesen Kritikpunkt wirken allerdings die heute gebräuchlichen hohen Kameraauflösungen, welche die Wichtigkeit einzelner Pixel durch ihre hohe Anzahl relativieren.
Ein Doppelklick in diese umschlossene Form hinein füllt die Wandfläche mit der gewählten Farbe oder schneidet das Fenster in der Wand frei von Farbe, je nach Modus Hinzufügen oder Abziehen. Die Farbe wird mit „Drag and Drop“ so einfach und sinnfällig wie möglich zur Fläche gebracht, und je nachdem, ob der Mauszeiger gerade über einer Schattenfläche oder der hellbelichteten Sonnenseite steht, passt sich die Helligkeit an den geforderten Kontrast an. Hat man die Farbe also auf der Wand „fallengelassen“, ist die Helligkeit jederzeit mit einem Schieberegler nachzujustieren. Eine sehr sinnvolle Konzeption, denn man muss sowieso immer mit dem Auge entscheiden, an welcher Schattierung oder Putzstruktur im Bild der Farbton nah an der originalen Helligkeit des Musters liegt oder davon abweicht.
Zur besseren Übersicht bei aufwändigen Formen, die man nicht mit einem Linienzug umfassen kann, ist es sinnvoll, bereits die erste Teilfläche mit Farbe zu füllen. Jeden noch so kleinen Fortschritt sollten Sie unbedingt speichern, am besten inkrementell mit Index, denn nur eine einzige Programmaktion lässt sich rückgängig machen!
Für jeden verwendeten Farbton wird eine Maske, die mit einem An-Aus-Schalter versehen ist, gespeichert. Geben Sie der Maske einen aussagekräftigen Namen. Dieser ist dann nicht nur beim Entwurf hilfreich, sondern wird auch später bei der Druckausgabe in der Legende verwendet. In Fa’MOS lässt sich die Reihenfolge der Masken ändern, die Masken können kopiert werden, übrigens sogar in andere Programme. Wenn Sie ausprobieren möchten, ob es sinnvoll ist, eine Fläche noch weiter aufzuteilen, geht das mit Fa’MOS ganz einfach. Wenn Sie die betreffende Ebene duplizieren, können Sie die bereits gezeichneten Kanten weiter nutzen und löschen einfach das weg, was nicht zur neuen (kleineren) Fläche gehören soll. Ohne Gefahr für die bis dahin geleistete Arbeit können Sie so kreativ viele Varianten schaffen und wieder verwerfen. Es können bis zu zehn Dateien gleichzeitig geöffnet sein. Über Karteireiter schaltet man zwischen ihnen hin und her. Einen Entwurf mit mehreren Ansichten und Varianten zu bearbeiten wird dadurch besonders erleichtert. Hilfreich in diesem Zusammenhang ist auch die Favoritenleiste am unteren Programmfensterrand, die immer die zuletzt verwendeten Farbtöne speichert. Eine weitere, dauerhafte Favoritenleiste hilft beim Übertragen der Farbauswahlen auf die weiteren Ansichtszeichnungen. Insgesamt ist so die Gestaltungs- und Dokumentationsarbeit sehr effizient und schnell.


Noch mehr Kreativität

Neben Farben können den Flächen auch Texturen von Materialien wie Holz, Beton, Putz, Naturstein etc. zugewiesen werden. Und zwar unabhängig voneinander, das heißt, der Beton kann auch – muss aber nicht – farbig sein. Eine umfangreiche Bibliothek ist beigefügt und für eigene Sammlungen von Produkt-CDs, aus dem Internet oder von eigenen Fotos beispielsweise von Tapetenmustern, offen. Das Besondere: Sobald man eine Materialtextur einfügt, ist der „Schrägsteller“ aktiviert, mit dem die Muster einfach an die Perspektive angepasst werden. Für einfache Zwecke völlig ausreichend, aber nichts für Texturen, die um mehrere Ecken gehen. Ebenso das umfangreiche Angebot für Bildretuschen. Manches geht, manches nicht, und nicht zuletzt wegen der unzureichenden Rückgängigfunktion erledigt man diese Dinge besser im preiswerten Photoshop Elements und genießt anschließend die Stärken der Kernkompetenzen von Fa’MOS.
In Fa’MOS gibt es keine Beschränkung der Bildgröße. Daher eignet sich das Programm besonders auch für den Farbentwurf in großen CAD-Zeichnungen, die auflösungsbedingt oft viele Millionen Pixel benötigen.

Präsentation

Gedruckt wird aus dem Programm heraus mit einem Farbmanagement nach ICM 2.0 Standard. Das bedeutet, dass mit Kalibriergeräten wie Spyder 3 Studio oder Eye-One-Pro erstellte ICC-Profile für Ihren Monitor und Ihren Drucker berücksichtigt werden und somit ein Höchstmaß an Farbtreue entsprechend den technischen Möglichkeiten der verwendeten individuellen Geräte gewährleistet ist. Fa’MOS bietet eine Reihe von Druck-Layouts an, die den Vorher- und den Nachher-Zustand sowie eine Legende der Farbtöne beinhalten können. Natürlich können Sie sich auch die Legende einzeln drucken und die Bilder auf eigene Weise zusammenstellen. Dem Programm ist ein PDF-Drucker beigefügt, der auch den Versand der Entwürfe mittels E-Mail erleichtert. Weitere Informationen gibt es auf www.farb-und-objektgestaltung.de.

Jürgen Opitz
Quelle: Malerblatt 10/2008


Ein kleiner Teil der Fächer.

NCS in Perfektion.

Links die alternative Farbansicht. Fa“MOS ist ebenso geeignet für Fotos…

… wie für Planzeichnungen.

Links der Texturenkatalog. Die Druckvorschau im Hauptfenster.

 

 

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