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Kinderwohngruppe, Bonn

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Kinderwohngruppe, Bonn

Eine Kinder- und Jugendwohngruppe bietet Jugendlichen ein behagliches Zuhause auf Zeit.

Ein sensibles Farb- und Materialkonzept hat viel dazu beigetragen. Die heilpädagogischen Kinder- und Jugendeinrichtungen des Vereins Kleiner Muck in Bonn wollen ihren Bewohnern ein behagliches Zuhause bieten. Ein Zuhause auf Zeit für Jugendliche, die verhaltensauffällig sind, emotional vernachlässigt wurden oder in ihrer Entwicklung gestört sind. Damit die jungen Menschen sich in den Einrichtungen des Vereins wohl fühlen, ist es wichtig, dass diese Sicherheit und Harmonie ausstrahlen. Hier spielt die Raumkonzeption, funktional und ästhetisch betrachtet, eine große Rolle. Das Caparol FarbDesignStudio hat ein Konzept für die Innenraumgestaltung entwickelt, das in der Wahl der Farben, Materialien und Möbel die besonderen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen berücksichtigt.
Ziel war es, ein allgemeingültiges Gestaltungskonzept zu entwickeln, das sich möglichst flexibel in allen Häusern des Vereins umsetzen lässt. Im Gut Ettenhausen, einer der vier Einrichtungen des Kleinen Mucks, ist der Entwurf größtenteils umgesetzt worden.


Geborgenheit vermitteln

Grundlage des Farbkonzepts war eines der vier Präsentationsbücher der Reihe „Home & Care“, die die Health & Care Network Group (HCNG) als Entscheidungshilfe für die Gestaltung von Wohnräumen heraus gibt. In der Health & Care Network Group haben sich führende Handels- und Industrieunternehmen zusammengeschlossen. Für vier verschiedene Gestaltungsthemen werden in den Collagenbüchern stimmige Farb- und Materialzusammenstellungen präsentiert. Den Verein Kleiner Muck sprach die natürliche Anmutung der Farbwelt „Harmonie & Regeneration“ besonders an, in dem zarte Grünnuancen, Creme- und bläuliche Weißtöne durch warme Orange- und Brauntöne abgerundet werden. Die dargestellten Farbkombinationen ließen sich für die Gestaltung der Kinder- und Jugendwohngruppen des Kleinen Mucks mit entsprechender Anpassung an die Nutzergruppe und die verschiedenen Funktionsbereiche ausgezeichnet umsetzen.
Ein Schwerpunkt des Farbkonzepts lag auf der Gestaltung der Kinder- und Jugendzimmer, die von den Bewohnern als Rückzugsräume zum Entspannen, Schlafen und Arbeiten genutzt werden. Die Einzelzimmer zeigen besonders deutlich, dass die funktionalen und ästhetischen Aspekte gleichermaßen sorgfältig bedacht wurden. Die Kinder und Jugendlichen, die im Schnitt drei Jahre in der Einrichtung wohnen, können selbst mitbestimmen, welcher Entwurf mit welchen Akzenttönen in ihrem privaten Zimmer zum Einsatz kommen soll. Dadurch wird eine Verbundenheit zu den eigenen vier Wänden geschaffen, die das Gefühl vermittelt, willkommen zu sein und selbst etwas entscheiden zu dürfen. Die Entwürfe für die Jugendzimmer basieren auf zwei unterschiedlichen Hauptwandtönen: ein lichtes Grün oder ein helles Blau, beides Farben der Entspannung und des Rückzugs. Das ausgewählte Grün assoziiert Natürlichkeit und Frische, es kann beruhigend, ausgleichend, sogar lärmdämpfend wirken. Das zarte Blau erscheint ruhiger, weitend und wirkt zudem konzentrationsfördernd. In Kombination zu den Hauptwandtönen stehen jeweils drei Lasurfarbtöne für Akzentflächen zur Auswahl, die einen farblichen Ausgleich schaffen und gleichzeitig als formales gestalterisches Element eingesetzt werden können. Das geschieht jedoch auf unkonventionelle Art, zum Beispiel wie ein schützender Baldachin über dem Bett, indem die Akzentfläche von der Wand sogar auf einem Teilbereich der Decke fortgeführt wird.

Hell und licht präsentieren sich Flure und Durchgangsräume.


Angenehme Atmosphäre

Farblich auf die Zimmergestaltung abgestimmt sind auch die Möbeloberflächen aus Thermopal-Schichtstoff in Graugrün mit kräftigen gelbgrünen Akzenten. Interessante Details machen die Möbel flexibel und individuell wie beispielsweise zwei ausziehbare Bettkästen: einerseits als Box zum Verstauen persönlicher Sachen, andererseits dient ein Auszug als „chill out area“. So lädt das Zimmer auch zum Musikhören, Lesen und Entspannen ein und dient nicht nur als Schlafkammer. Ein Korkboden mittlerer Helligkeit vermittelt Standfestigkeit und Wärme – für mehr Behaglichkeit ist zusätzlich ein Teppich vorgesehen.
Der Wohnbereich ist in warmen Gelb-Orange-Tönen gehalten, die eine gemütliche Farbstimmung ergeben. In diesen Aufenthaltsräumen, die eine besonders wohnliche Atmosphäre ausstrahlen, stehen der Austausch und die Gemeinschaft im Vordergrund. In Kombination mit weiteren Grün- und Blautönen als Akzentflächen wirken die Räumlichkeiten natürlich und munter. Dieser Eindruck wird sowohl durch den Korkboden als auch durch die Wandbeschichtungen verstärkt.
Flur und Treppenhaus gelten als Verkehrsbereiche und brauchen daher besonders robuste Wandbeschichtungen. Ein hellgrüner Putz wurde daher als Beschichtungsmaterial für den Sockel verwendet. Gleichzeitig soll neben den funktionalen Aspekten der „Durchgangsraum“ auch zum Ankommen und kurzen Verweilen einladen. Das Farbkonzept empfiehlt hier eine rotorange Beschichtung als zusätzliche Akzentfläche und ein multifunktional zu nutzendes Möbel als Schuhschrank und Sitzbank. Der Schrank ist als Stauraum vorgesehen und kann parallel mit farbigen Filzauflagen zum Sitzen genutzt werden. Die Oberflächen des Flurmöbels korrespondieren farblich mit den Möbeln von Jugendzimmer und Wohnbereich und schaffen eine optische Verbindung der Räume untereinander.
Auch Besprechungsraum, Betreuerzimmer, Bad und Küche sind in das Konzept des FarbDesignStudios integriert. Der Besprechungsraum gilt als Ort der Kommunikation, in dem auch mal Konflikte diskutiert und gelöst werden. Starke Akzente würden die erforderliche Ruhe stören. Ein helles Blau ist dagegen eine ideale Raumfarbe, um für „Luft“ zu sorgen und Ausgleich zu schaffen. Im Betreuerzimmer geht es wohnlicher zu, die Farbigkeit korrespondiert mit den Jugendzimmern, allerdings sorgen ausschließlich warme Akzentfarbtöne für das Wohlbefinden der Betreuer.
Man darf gespannt sein auf die weiteren Umsetzungen des Konzepts in den übrigen Häusern des Kleinen Mucks. Der Anfang ist gemacht, und das positive Feedback motiviert, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.

Eine heimelige Atmosphäre strahlen die Aufenthaltsräume durch die warmen Farben und das stimmige Gesamtkonzept aus.

Nina Voigt
Quelle: Malerblatt 11/2010
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