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Ladenbau – Der Reiz des Schlichten

Inspiration
Ladenbau – Der Reiz des Schlichten

Im Ladenbau treffen derzeit zwei Gestaltungstendenzen aufeinander: Üppige, fast überladen anmutende Konzepte und extrem minimalistische Ansätze. Hier zwei Beispiele für bewusste Reduktion.

Autor: Armin Scharf

Ladendesign ist keine klassische Gestaltungsaufgabe – Aspekte wie Markenidentität, Verkaufskonzepte, Zielgruppenansprache und nicht zuletzt die Differenzierung vom Online-Handel bestimmen ganz wesentlich mit, wie ein Verkaufsraum auszusehen hat. Die Farben der Raumflächen sowie der Einrichtung leiten sich in der Regel aus diesen Rahmenvorgaben ab – Ausnahmen inklusive. Wir haben hier zwei Gestaltungsansätze gegenübergestellt.

Taschen selbst bauen

Freitag, bekannt durch die Umkonfektionierung alter LKW-Planen zu unterschiedlichsten Taschen, hat seinen Store in der Züricher Grüngasse zu einer Werkstatt umgebaut. Dort können Kunden nach Voranmeldung die Einkaufstasche „F718 BUH“ nach ihren Wünschen individuell zusammenbauen. Der „Sweat-Yourself-Shop“ ist bewusst spröde wie eine Fabrik gestaltet, mit Förderbändern quer durch den Raum, an denen die unterschiedlichen Taschenzutaten verfahrbar hängen. Je nach Gefallen wählen sich die selbst gestaltenden Kunden und Kundinnen ihre Elemente aus, ergänzen diese mit weiteren Teilen und lassen sie anschließend zusammenschweißen, nähen und nieten. Die Werkstatt, von Freitag auch als Mikromanufaktur bezeichnet, ist farbig neutral gehalten, lediglich Schubschränke und Maschinen zeigen sich im klassischen Resedagrün – ansonsten kommt Farbe durch die bunten Einzelteile der späteren Taschen ins Spiel. Und weil die stets wechseln, bleibt die Farbanmutung des Shops nie gleich.

Ladenbau: Optik in natürlichen Tönen

Ebenfalls nur wenig Farbtöne nutzt das Konzept, das das Büro Catherine Catherine für den Optiker „Uvée“ im kanadischen Montreal entwickelte. Weiß dominiert auf Wänden, Holzeinbauten aus Walnuss und Eiche bringen Wärme und kontrastieren zum kühlen Grün der eingestellten Elemente. Im Zentrum befindet sich das Kabinett des gläsernen Untersuchungsraumes, um ihn gruppieren sich weitere Möblierungselemente, darunter eine lange Beratungsbank. Die Idee: Der nur 80 Quadratmeter große Raum soll möglichst flexibel nutzbar sein, auch wenn gerade eine detaillierte Untersuchung eines Patienten läuft. Daher wurde der Bereich für Vorabtests in eine Art Nische verbracht, die sich mittels Vorhang verbergen lässt, wenn sie nicht gebraucht wird. Lediglich Glaswände separieren den Diagnoseraum vom restlichen Laden – nicht nur andere Kunden können die Untersuchungen mitverfolgen, auch Passanten, die an der Glasfront vorbeiflanieren. Eine Offenheit, die hierzulande wohl eher problematisch wäre.

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