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Malerei: Verde Alpi

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Malerei: Verde Alpi

Marmor- und Gesteinsimitationen gewinnen angesichts des Trends zum Luxus wieder an Bedeutung.

Auch der letzte Stein, der in der vierteiligen Malerblatt-Serie zur Imitation ansteht, ist eigentlich kein Marmor. Vielmehr handelt es sich beim „Verde Alpi“ um einen Serpentinit aus Italien, der vereinfacht jedoch häufig als „Grüner Marmor“ angeboten wird. Serpentinite weisen an der Gesteinsoberfläche Strukturen auf, die an Schlangenhaut erinnern, daher auch der Name Serpentinit (lateinisch „serpens“= Schlange).
Zunächst tupft man Grün, Schwarz und etwas Blau (aus dünn eingestellter Spachtelmasse) mit dem Naturschwamm auf den vorbereiteten Untergrund auf, bis die Fläche fast geschlossen ist. Selbstverständlich wird der Schwamm dabei immer wieder gedreht und gewendet, um bloß keine Gleichmäßigkeit zu erhalten. Ist die aufgetupfte Farbe trocken, wird die gesamte Fläche mit einem helleren Grünton überspachtelt. Nun zeichnen sich in der Spachtelschicht die Schwammstrukturen deutlich ab und wecken bereits die Erinnerung an poröses Gestein.


Uralt oder hochmodern

Charakteristisch für den Verde Alpi ist seine Brekzienstruktur, was bedeutet, dass Gesteinstrümmer in eckiger Form in einer feinkörnigen Grundmasse liegen. Letztere haben wir mithilfe von Schwamm und Spachtelschicht bereits geschaffen. Bleibt also noch die Frage, wie man die eckigen Gesteinstrümmer am besten darstellen kann. Hierfür kennt Otto Baumann, der bei Jaeger die Kreativseminare leitet und die Gesteinsmalerei aus dem ff beherrscht, eine Lösung: „Entweder man nimmt ein uraltes, hartes Fensterleder oder eine hochmoderne Plastikfolie.“ Mit eben diesem „Werkzeug“ stempelt man dann lasierend eingestellte weiße Spachtelmasse in breiten Bahnen auf und schafft so die Form der „Gesteinsbrocken“.


Auch der Pinsel muss ran

Doch mit der Brekzienstruktur allein wäre der Verde Alpi eben nicht der Verde Alpi. Typisch für diesen Stein ist nämlich auch, dass er von hellen Calcitadern netzartig durchsetzt ist. Und diese Adern lassen sich am besten mithilfe eines Pinsels und lasierend eingestellter weißer Spachtelmasse nachahmen. Diese Adern sollten sich immer wieder überschneiden, wie das bei einem Netz eben so üblich ist. Wie immer bei der Marmormalereigilt auch dieses Mal wieder der Grundsatz: weniger ist mehr. Sollte man dennoch plötzlich feststellen, dass man bereits über das Ziel hinausgeschossen ist und zu viele Adern aufgemalt oder Gesteinsumrisse aufgestempelt hat, so ist das kein Beinbruch. Solange die weiße Spachtelmasse noch nicht ganz trocken ist, kann sie mit einem feuchten Schwamm nämlich noch problemlos entfernt werden. Der glatt gespachtelte Untergrund macht’s möglich.
Wenn sowohl die Gesteinsbrocken als auch die Adern zufriedenstellend sind, überspachtelt man die gesamte Fläche noch einmal mit der grünen Spachtelmasse. Dadurch zeichnen sich die Adern und die Folienabdrücke präziser ab.


Glatt und glänzend

Weil ein Marmor oder ein anderer edler Stein nicht zuletzt auch durch seine Glätte beeindruckt, erfolgt nun schon mal der erste Schliff. Danach werden mit Pinsel und weißer Lasur die Adern stellenweise nachgemalt, um sie punktuell zu akzentuieren. Nach der Trocknung steht dann der eigentliche Schliff an. Dafür verwendet man zunächst 600er-, dann 1200er-Papier. Dieser Schliff dient nicht ausschließlich der glatten Oberfläche, sondern er lässt die harten Konturen und Linien der Gesteinsmalerei auch weicher und damit authentischer wirken. Zum Schluss verleiht man der Marmormalereiihren Glanz, indem man die gesamte Fläche mit einem Spachtelwachs überzieht und sie nach Wunsch poliert.

Susanne Sachsenmaier-Wahl
Quelle: Malerblatt 01/2012

 

 

 

 


Malerei: Verde Alpi
Ein markantes Grün und netzartige Strukturen kennzeichnen den Verde Alpi. Fotos: Susanne Sachsenmaier-Wahl

Malerei: Verde Alpi – Schritt 1
Nachdem Grün, Schwarz und etwas Grau mit dem Schwamm aufgetupft wurden, überspachtelt man die gesamte Fläche mit einem helleren Grünton.

Malerei: Verde Alpi – Schritt 2
Mithilfe einer Plastikfolie stempelt man weiße Lasur in breiten Bahnen auf und schafft so die typische Brekzienstruktur, also die eckigen Gesteinsbrocken des Verde Alpi.

Malerei: Verde Alpi – Schritt 3
Die hellen Calcitadern, von denen der Verde Alpi netzartig durchzogen wird, malt man mit dem Pinsel und lasierend eingestellter weißer Spachtelmasse auf.

Malerei: Verde Alpi – Schritt 4
Solange die weiße Lasurfarbe noch nicht ganz trocken ist, können mithilfe eines feuchten Schwammes problemlos Korrekturen durchgeführt werden.

Malerei: Verde Alpi – Schritt 5
Nachdem die Brekzienstruktur und die Adern fertiggestellt und getrocknet sind, überspachtelt man die Fläche nochmals mit hellgrüner Spachtelmasse.

Malerei: Verde Alpi – Schritt 6
Um die weißen Adern punktuell zu akzentuieren, werden sie nach einem leichten Zwischenschliff der gesamten Fläche stellenweise nochmals nachgezogen.

Malerei: Verde Alpi – Schritt 7
Abschließend wird die gesamte Fläche mit einem Spachtelwachs überzogen und poliert. Dadurch werden der für den Stein typische Glanz und zugleich Tiefe erzielt.

 

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