Dekorationsmalerei-Serie Folge 12

Graumalerei: Mit plastischer Wirkung

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Der Darstellung von dreidimensionalen Objekten wohnt ein besonderer Zauber inne. Die Basis bildet im Malerhandwerk die Lehre der Graumalerei (französisch Grisaille). Worauf dabei zu achten ist, erklärt Friederike Schulz in der 12. Folge der Dekorationsmalerei-Serie.

Autorin / Fotos: Friederike Schulz

Licht und Schatten in seinen Grauabstufungen richtig gesetzt, verleihen dem Gemalten eine besondere plastische Wirkung. Mithilfe der Graumalerei lassen sich architektonische Elemente, wie beispielsweise Profile oder Rosetten, aufmalen, die dreidimensional wirken.

Der Pfeifenton als Ausgangston

Als Basis für die Graumalerei (oder auch Grauplastik) dient der sogenannte „Pfeifenton“, aus dem alle weiteren Töne mit Weiß abgemischt werden. Der Pfeifenton ist der dunkelste Schatten und in seiner Farbe auf das Grau des Untergrundes abgestimmt. Wenn dem Untergrund ein Ocker oder Umbra beigemischt wurde, dann sollte der Pfeifenton ebenfalls (neben Schwarz) aus diesen Farben gemischt werden.

Aus dem Pfeifenton mischt man sich das erste Licht (mittlerer Ton) und das zweite Licht (hellster Ton) sowie den ersten Schatten (Schlagschatten oder mittlerer weicher Schatten) und den zweiten Schatten (dunkler Schattenton) jeweils mit der entsprechenden Menge Weiß. Grundton der Malerei ist ein warmes Hellgrau.

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Foto: Friederike Schulz

Benötigte Werkzeuge für die Graumalerei sind:

  • Für den Untergrund (Steinoptik): Naturschwamm und Zahnbürste
  • Für die Graumalerei: Strichzieher, Spitzpinsel und Malerlineal

So wird´s gemacht

Zuerst stellt man aus Umbra, Binder und Wasser eine Lasur her, die man mithilfe eines Naturschwamms leicht wolkig strukturiert auf die Fläche aufträgt. Um die Steinstruktur zu betonen, spritzt man durch Reiben des Fingers über die Zahnbürstenborsten feine Pünktchen mit Dunkelbraun auf. Um den Effekt der Kristallisation zu imitieren, wird die Fläche mit dem Naturschwamm lasierend weiß abgetupft.

Auf die fertige Steinstruktur wird mithilfe einer Lochpause und eines Kohlebeutels das gewünschte Architekturelement, hier ein Profil, auf den Untergrund übertragen. Bei größeren Strecken empfiehlt es sich, die Kohlestaubpünktchen der Hauptlinien (2. Licht und 2. Schatten) mit einer Schlagschnur zu verbinden. Die Gehrung der zu malenden Profile wird im 45°-Winkel angeschlagen und abgeklebt.

Die Licht- und Schattenmalerei beginnt mit dem 2. Licht (das ist der hellste Ton, der die stärkste Lichtbrechung widerspiegelt). Nach dem 2. Licht folgt der 2. Schatten (der dunkle Schattenton). Dann ergänzt man das 1. Licht und den 1. Schatten. Um die optische Wirkung noch zu erhöhen, wird der Pfeifenton als feine Linie in die Schattenfalten gezogen.

Um die Ecke des Profils auszubilden, muss das Klebeband an der Gehrung umgesetzt werden. Anschließend überträgt man das Profil mithilfe von Lochpause und Kohlebeutel im rechten Winkel zum ersten Profilabschnitt. Zu beachten ist, dass sich Licht und Schatten nun umkehren. Das 2. Licht wird zum 2. Schatten und umgekehrt.

Besondere Aufmerksamkeit verdient auch der Schlagschatten: Dieser tritt nur in einer Richtung auf und verläuft nicht auf Gehrung.


Ein Seminar zur Graumalerei bietet Friederike Schulz in Zusammenarbeit mit dem Gastdozenten Reinhard Nöhammer aus Österreich am 13./14. März 2020 in der Werkstatt und Akademie der Dekorationsmalerei (WADEK) in Hamburg an.

www.werkstatt-und-akademie-der-dekorationsmalerei.de/graumalerei-kurs


Weitere Folgen der Dekorationsmalerei-Serie:

 

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