Anwendungstechnik Malerblatt Wissen

Klebstoffschichten entfernen

Die immer besseren Spachtelmassen, Klebstoffe und Grundierungen lassen sich auch immer schwieriger wieder entfernen.

Spachtelmassen, Klebstoffe und Grundierungen werden technologisch zunehmend anspruchsvoller und widerstandsfähiger. Reichte früher ein Schleifpapier, muss heute mitunter „schweres Gerät“ eingesetzt werden.

Gerade im Renovierungs- und Sanierungsbereich findet man häufig nicht zur Verlegung geeignete Untergründe vor. Alte Klebstoffreste auf Spachtelmassenschicht oder Estrich sind keine Seltenheit nachdem der alte Belag entfernt wurde. Laut TKB-Merkblatt 8 muss der Verarbeiter vor der Verlegung eines Bodenbelags den Untergrund durch „in Augenscheinnahme“ überprüft werden. Dabei muss der Untergrund auf Klebstoffreste hin überprüft und diese gegebenenfalls entfernt werden, „so dass die Festigkeit des Aufbaus nicht beeinträchtigt wird und Wechselwirkungen ausgeschlossen sind.“ Diese alten Klebstoffschichten können also nicht einfach überarbeitet werden. Der Untergrund muss zuvor geschliffen werden.

Alte Klebstoffreste müssen vor der Neuverlegung eines Bodenbelags entfernt werden.


Welches Gerät, welche Schleifmittel?

Geschliffen wird in der Regel mit einer Tellerschleifmaschine, mit der der Verarbeiter bequem im Stehen schleifen kann. Einscheiben-Schleifmaschinen sind die Allrounder: Sie können für die verschiedensten Anwendungen mit Schleif-, Fräs- oder Reinigungstellern ausgerüstet werden. So eignen sich diese auch ideal zum Schleifen von Unterböden. Doch es gibt viele verschiedene Teller mit unterschiedlichen Schleifmitteln. Welche eignen sich am besten zur Entfernung alter Klebstoffreste?

Mit einer Tellerschleifmaschine kann der Verarbeiter bequem im Stehen schleifen.


Schleifmittel: Korund, Diamant & Co.

Der Klassiker schlechthin unter den Schleifmitteln ist das Mineral Korund. Weite Verbreitung erfährt der Stoff auf dem einfachen Schleifpapier, das sich vermutlich in jeder Werkstatt findet. Ein großer Vorteil von Korund sind die geringen Kosten bei Herstellung und Anschaffung. Nachteil ist aber seine geringe Haltbarkeit, da sich der Stoff schnell abnutzt und stumpf wird. Daher eignet sich dieses Schleifmittel nur für eher weichere Flächen.

Diamant gilt gemeinhin als der härteste natürlich vorkommende Stoff. Setzt man ihn als Schleifmittel ein, lassen sich damit deutlich härtere Oberflächen schleifen als mit Korund. Der Nachteil von diamantbesetzten Schleiftellern ist jedoch der Preis, der mit der Größe der Diamanten steigt. Diese werden für gewöhnlich in einen Metall- oder Kunststoffblock gegossen und so auf den Schleiftellern montiert.

Eine preisgünstigere Alternative für härtere Oberflächen ist polykristalliner Diamant (PKD). Diese künstlich hergestellten Diamanten erreichen nahezu die Härte eines natürlichen Diamanten und eigenen sich daher hervorragend, um dickere Schichten zu entfernen.

Am Rande sind hier auch noch mit Hartmetall bestückte Schleifteller zu erwähnen. Hier werden kleine Hartmetallkörner auf eine Metallscheibe aufgelötet. Der Werkstoff des Schleifmittels ist häufig Wolframcarbit, das auch gemeinhin Widia genannt wird. Zwar ist es härter als Korund, bleibt dementsprechend auch länger scharf, ist aber mit der stetigen Verbesserung der Klebstoffe und Spachtelmassen und dem damit verbundenen Aufkommen der Diamantschleiftechnik zunehmend in den Hintergrund gerückt.

PKD-Scraper schleifen mit einem meist groben Schleifbild.


Schleifmittel für Klebstoffreste

Die Auswahl des richtigen Schleifmittels richtet sich immer nach dem Anwendungszweck selbst. Kommen bei einer Renovierung nach der Entfernung des alten Bodenbelags Klebstoffreste zum Vorschein, wird es mit dem Einsatz einer Schleifpapierscheibe schwierig, die Überbleibsel restlos zu entfernen. Sobald das Schleifkorn abstumpft, beginnen sich Klebstoffreste am Schleifpapier anzusetzen und es entsteht nach kurzer Zeit eine harte Schicht darüber, die sich auch nicht entfernen lässt.

Deutlich einfacher und schneller geht es da, greift man zu einem PKD-Splitt, der für dünnere Schichten geeignet ist. Sie sind in der Regel robust und langlebig. Sie schleifen sehr aggressiv mit einem meist groben Schleifbild.

Wer große Flächen schleift, stellt schnell fest, dass dies eine staubige An-gelegenheit ist. Häufig haben Einscheiben-Schleifmaschinen eine am Stiel montierte Absaugvorrichtung. Sie fängt den Flugstaub sicher auf. Das ermöglicht dem Verarbeiter ein staubfreies Arbeiten und verhindert eine Verschmutzung der Umgebung. Alternativ ist auch der Anschluss an externe Absauggeräte möglich.

Einscheiben-Schleifmaschinen vereinigen mehrere Geräte in einem.

Weitere Informationen:

www.uzin.de / www.wolff-tools.de

Autor: Ulrich Wenig
Fotos: Uzin
Quelle: Malerblatt 09/2018

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