Anwendungstechnik Malerblatt Wissen

Komplettboden-System

Für ein unkompliziertes und schnelles Bodenverlegen eignet sich ein Komplettboden-System.

Vor allem wenn man nicht täglich Böden verlegt, ist ein einfaches System, bei dem alle Komponenten – von der Grundierung bis zum Oberbelag – aufeinander abgestimmt sind, ideal. Wenn das System dann auch noch geringe Aufbauhöhen aufweist, lässt sich die Sanierung, Renovierung oder Modernisierung schnell und problemlos bewerkstelligen.

Wie gleiche ich Unebenheiten im Altbelag aus? Wie erziele ich eine plane Tragschicht für den Oberbelag? Und wie kann ich ganz nebenbei noch den Trittschall reduzieren oder eine Fußbodenheizung integrieren? Gerade wenn man nicht täglich „am Boden“ tätig ist, kommt man bei der Sanierung, Renovierung oder Modernisierung schnell einmal ins Straucheln. Denn hier genügt es in der Regel nicht, lediglich einen neuen Oberbelag zu verlegen. Häufig muss der komplette Aufbau überarbeitet werden. Ein Komplett-Bodensystem, bei dem alle Komponenten aufeinander abgestimmt sind, gibt dem Verarbeiter Sicherheit. Angeboten wird das Komplett-Bodensystem in drei Varianten: einer schlanken Variante, die sich besonders für den Bestand eignet, einer Variante, die den Trittschall reduziert und einer Variante mit integrierter Fußbodenheizung.

Den Kern aller drei Varianten bildet eine sehr dünne, gleichzeitig aber hoch belastbare Gipsfaserplatte mit nur 17 Millimeter Aufbauhöhe. Neben der geringen Aufbauhöhe bietet die Platte eine weitere Besonderheit: die Gipsfaserplatte wird lediglich mit Weißleim verklebt und ein Verschrauben oder Verklammern ist nicht erforderlich. Bei eventuellen Unebenheiten der Rohdecke bietet der Systemhersteller eine große Auswahl an Nivellier- und Spachtelmassen sowie Leichtausgleichmörteln, die zum Einsatz unterhalb dieser Tragschicht kommen können.

Die schlanke Lösung

Die schlanke Systemvariante eignet sich insbesondere für die Bodensanierung im Bestand ab einer Aufbauhöhe von 31 Millimetern. Die Grundlage bei eventuellen Unebenheiten der Rohdecke bildet z.B. eine gebrauchsfertige Bodengrundierung, die sich zügig verarbeiten lässt und bereits nach zwei Stunden trocken ist. Anschließend können Unebenheiten mit einem Schnellspachtel nivelliert werden. Ein spannungsarmer Spachtel aus dem zementären Bereich eignet sich auch für Mischuntergründe und festigt das Fundament für die nachfolgenden Funktionsschichten. Die Gipsfaserplatte bildet die Tragschicht des Systems. Sie lässt sich dank der Trockenbauweise schnell und sicher – bei dieser Systemvariante auf einem Vlies – verlegen. Als vorletzte Schicht wird eine Dämmmatte installiert. Sie gewährleistet effektiven Raum- und Trittschallschutz. Auf diese wird abschließend der Oberbelag verlegt. Gewählt wurden extrem strapazierfähige und leicht zu reinigende Fußbodenpaneele. Für ihre Deckschicht werden feine Holzfasern mit mineralischen Zutaten vermischt und miteinander verpresst. Der so entstehende Werkstoff verbindet die positiven Eigenschaften von Parkett und Fliesen: die Wärme von Holzmit der Härte von Stein. Neben verschiedenen Holz- und Steindekoren ist bei diesem Oberbelag auch eine Rostoptik erhältlich.

Die schalloptimierte Lösung

Wo der Trittschall reduziert werden soll, kann auf eine zweite Systemvariante zurückgegriffen werden. Mittels einer speziell entwickelten Funktionsschicht sorgt dieses System für optimierten Schallschutz in den Räumen. Die Grundlage bei eventuellen Unebenheiten des Untergrundes bildet bei dem schalloptimierten System ein schnell abbindender und früh begehbarer Leichtausgleichmörtel, der aus den Komponenten 2K-Epoxidharz und Blähglasgranulat besteht. Die aufliegende Funktionsschicht, eine hochverdichtete Steinwolle-Trittschalldämmplatte, dämpft die Luft- und Körperschallausbreitung und vermindert somit die Lärmübertragung in angrenzende Räume. Darüber hinaus verhindert sie Wärmeverluste.

Auch bei dieser Systemvariante dient die dünne Gipsfaserplatte als hochwertige Tragschicht, die Lasten aufnimmt und zuverlässig abfängt. Eine Dämmmatte und ein Echtholz-Parkett schließen das System nach oben hin ab. Das Parkett verschließt den Boden dank seinem geringen Wärmedurchlasswiderstand optimal. Lebhafte Strukturen der ausgewählten Hölzer wie Eiche, Ahorn oder Buche verleihen ihm zusätzlich eine rustikale Note.

Die energieeffiziente Lösung

Dank einer integrierten Fußbodenheizung sorgt die dritte Systemvariante für ein behagliches Raumklima. Dennoch bleibt die Aufbauhöhe gering: das System gibt es bereits ab 55 Millimeter. Auch bei dieser Systemvariante können bei Bedarf Nivellier- und Spachtelmassen sowie ein Leichtausgleichmörtel bei Unebenheiten unterhalb der Tragschicht eingesetzt werden. Die Funktionsschicht dieses Systems bildet die Fußbodenheizung mit einem Element aus Holzfaser. Das Holzfaser-Produkt trägt zur optimalen Raumtemperierung bei. Die oberste Schicht des energieeffizienten Komplettsystems bildet ein naturgeölter Hightech-Holzboden mit Echtholzdeckschichten. Diese Echtholzdeckschichten werden mit einer sogenannten „WoodPowder“- Schicht, einer HDF-Mittellage und einem „Wood Powder“-Gegenzug unter Druck und Hitze fest miteinander verschmolzen. Wood-Powder ist eine Materialmischung aus feinen Holzfasern und weiteren natürlichen Zusatzstoffen, die Bodenpaneelen eine hohe Beständigkeit verleiht. Die Echtholzdeckschichten aus Eiche und Lärche mit ihrem Reichtum an Rissen, Astlöchern und Poren verleihen dem Boden eine ausgeprägte Rustikalität und eine natürliche Note.

Die schlanke Lösung eignet sich für geringe Aufbauhöhen. Sie besteht aus den Komponenten Vlies, Gipsfaserplatte, Dämmmatte und Oberbelag.

Die schalloptimierte Lösung reduziert Trittschall durch eine Mineralwolle-Schicht unter der Gipsfaserplatte.

In die energieeffiziente Lösung ist ein Fußbodenheizungselement aus Holzfaser integriert.

Susanne Sachsenmaier-Wahl
Fotos: Knauf, MeisterWerke

praxisplus

Das Komplettboden-System wird von Knauf unter dem Namen „systofloor HUGO“ in den drei Varianten „slim“, „silent“ und „comfort“ angeboten.
Als Oberbeläge stehen die Produkte „Lindura“, „Nadura“ und das „Longlife-Parkett“ der Firma Meister zur Auswahl.
Die Fußbodenheizung in der Systemvariante „comfort“ stammt von uponor.

Weitere Informationen zu den Produkten:
www.knauf.de
www.meister.com
www.uponor.de

Quelle: Malerblatt 06/2015

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