Malerblatt Wissen Referenzen

Kindergarten, Prosselsheim

Der Kindergarten in Prosselsheim ist ein Identifikationspunkt im Ort für mehrere Generationen.

Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1928. Die Fassaden sind in Muschelkalk-Sichtmauerwerk ausgeführt und geben dem Gebäude ein markantes Äußeres. In den Achtziger- jahren ging der Kindergarten in die Trägerschaft der Gemeinde über. 2009 wurde vom Gemeinderat die energetische Sanierung beschlossen mit dem Ziel, 50 Prozent Energie zu sparen. Zum Sanierungskonzept gehörten neue Fenster und eine neue Gasheizungsanlage. Wesentliche Frage war aber das Wie der notwendigen Dämmung, da eine Außendämmung nicht nur das Gesicht des Kindergartens, sondern die gesamte Ansicht der Umgebung verändert hätte.


Die Lösung war die Verwendung einer Innendämmung. Die Entscheidung fiel auf ein kapillaraktives Innendämmsystem. Die innovative Dämmplatte ist aus natürlichem Perlite und mineralischen Bindemitteln hergestellt und hat ein geringes Gewicht. Sie ist absolut faserfrei und ohne Gesundheitsrisiken einzusetzen. Für die Innendämmung des Kindergartens ist diese mineralische Dämmplatte daher bestens geeignet: Sie enthält keine toxischen Materialien und ist baubiologisch unbedenklich. Das System ist nicht brennbar und bietet einen hohen Feuerschutz. Im Brandfall entstehen keine gefährlichen Dämpfe. In Räumen, in denen fast ganztägig viele Kinder spielen und toben, will man natürlich beständig ein Raumklima zum Wohlfühlen schaffen: Durch ihre physikalischen Eigenschaften reguliert die innovative Dämmplatte die Luftfeuchtigkeit und ist durch ihren pH-Wert 10 ideal zur Schimmelpilzvermeidung geeignet. Auch Kondensat, das sich im Winter an der Schicht zur kühlen Außenwand bilden kann, nimmt die innovative Platte auf und gibt es großflächig verteilt an die Luft im Raum ab. Weiterer positiver Effekt der Innendämmung mit der mineralischen Platte ist eine höhere Oberflächentemperatur der Wandinnenseite.

Die Platte, in Dicken von 5 bis 20 Zentimetern erhältlich, wurde in 12 Zentimeter gewählt, und auf alle Außenwände aufgebracht. Einbindende Decken wurden auf circa einem Meter Breite flankierend mitgedämmt, eine Konstruktion, die jetzt in der abgehängten Decke verschwindet. Für die einbindenden Innenwände kam eine fünf Zentimeter dicke Platte ebenfalls auf circa einem Meter Breite zum Einsatz und bildet einen gewollten, optisch interessanten Vorsprung.

Da der Untergrund gipshaltig war, wurde er entfernt und Unebenheiten der Wand geglättet. Vor dem Anbringen der ersten Platten wurde auf dem Fußboden ein Entkopplungsstreifen montiert, dann der Klebespachtel vollflächig auf die Dämmplatte aufgebracht und mit einer Zahntraufel durchkämmt. Die Platten wurden in waagerechten Reihen im Verbund mit einem Mindestplattenversatz von 20 Zentimetern angesetzt, unter gleichmäßigem Druck schiebend angepresst und lot- wie fluchtgerecht ausgerichtet. Die Verlegung erfolgte dicht gestoßen. Passstücke wurden einfach mit einem feinzahnigen Fuchsschwanz auf benötigte Maße geschnitten. Auch die Dämmung der gewölbten Fensterstürze erfolgte mit der mineralischen Platte. Aufgrund ihrer Robustheit lässt sie sich ohne Spezialwerkzeug in Streifen schneiden und konnte so dem Schwung des Fenstersturzes einfach angepasst werden.


Auf die gesamte Fläche wurde eine Grundierung aufgebracht. Der anschließende Auftrag des Flächenspachtels erfolgte in Bahnenbreite des Gewebes, dann wurde er mit einer Zahntraufel durchkämmt und das Gewebe vollflächig in das obere Drittel der Armierungsschicht eingebettet. In Stoßbereichen wurde darauf geachtet, dass das Gewebe mindestens zehn Zentimeter überlappt.

An den Ecken von Einschnitten in das Innendämm-System wie z.B. an Fenstern wurden zur Aufnahme von Kerbspannungen zusätzliche Armierungsstreifen (circa 50 x 30 Zentimeter) im Winkel von 45 Grad in den Flächenspachtel eingebettet. An den Fenstern wurden die Anputzprofile auf die gewünschte Länge zugeschnitten und der Leibungsplattendicke entsprechend auf die sauberen Fensterrahmen aufgeklebt und fest angedrückt. Das am Anputzprofil befestigte Gewebe wurde später in die Armierungsschicht eingebettet.


Das Fugendichtband wurde entsprechend der Fugendimensionierung in die Anschlussbereiche eingepasst. Für stoßfeste Raumkanten bzw. Außenecken wurden Kantenprofile mit alkalibeständigem Glasfasergewebe in den Flächenspachtel eingearbeitet. Auch hier liegt das anschließend aufgebrachte Gewebe mindestens zehn Zentimeter überlappend auf dem Gewebe des Kantenprofils. Als Oberflächenbeschichtung dienen ein glattes Malervlies und Silikatfarbe, um die Konstruktion durch alle Schichten diffusionsoffen zu halten.

Auf eine Dampfsperre wird bei der innovativen Dämmplatte komplett verzichtet, da das natürliche mineralische Material kapillaraktiv ist und große Mengen an Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann. Damit ist eine wesentliche Gefahrenquelle für Mängel bei der Innendämmung ausgeschlossen. Bei Dämmsystemen mit Dampfsperre muss diese absolut luftdicht ausgeführt werden, um keinen Tauwasserausfall in der Dämmebene zu verursachen. Schon wenige undichte Stellen (wie sie etwa an Steckdosen, Kabeldurchlässen etc. entstehen können) machen eine Dampfsperre wirkungslos. Kapillaraktive System sind hier klar im Vorteil.

 

Fotos: Knauf Perlite/E. Reinsch
Quelle: Malerblatt 10/2011

Anzeige

Große Fotoaktion auf der FAF 2019

Anzeige

Aktuelle Ausgabe

Titelbild Malerblatt 12
Ausgabe
12.2019

ABO

Anzeige


Malerblatt Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Malerblatt-Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Medien GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Malerblatt-Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Malerblatt-Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de