Anwendungstechnik Malerblatt Wissen

Licht und Lichteffekte

Beim gestalterischen Einsatz von Licht und Lichteffekten im Trockenbau ist eine hochwertige Ausführung gefragt.

Hochwertige Ausführung

Bei keiner anderen Bauweise wie dem Trockenbau ist die Integration der Beleuchtung in Konstruktionen so einfach und effektvoll. Die gewünschte Wirkung wird jedoch nur bei einer hochwertigen Ausführung der Konstruktionen erzielt. Mit einer perfekten, formgebenden Unterkonstruktion, der passenden Oberflächenqualität und geeigneten Kanten- und Abschlussprofilen erreichen ausführende Unternehmen überzeugende Qualität.

Bei der Raumgestaltung stehen die Formensprache und die Farbkomposition im Vordergrund. Doch wäre das Design nur halb so wirkungsvoll, wenn es nicht durch den geplanten Einsatz von Licht und Schatten in Szene gesetzt würde. Dabei setzen Planer und Innenarchitekten mehr und mehr auf indirekte oder integrierte Lösungen, um Bereiche zu beleuchten, gezielte Lichteffekte zu erzeugen oder die Struktur des Raumes zu betonen. Einzelne Designerleuchten ergänzen das Lichtkonzept und werden zusätzlich als „Highlight“ der Inneneinrichtung inszeniert. Diese Art des Gestaltungskonzepts hat auch Auswirkungen auf die Trockenbaukonstruktionen. Licht wirkt nämlich erst durch die Flächen, auf die es fällt, und die Kanten, die die Grenze zwischen Licht und Schatten bilden. Das ist effektvoll in der Wirkung und kritisch für den Trockenbau. Denn die Beleuchtung, die Formen oder einzelne Elemente betont, deckt gleichzeitig alle Fehlstellen und Imperfektionen in Fläche und Linienführung auf. Je anspruchsvoller das Lichtkonzept, desto perfekter muss die Ausführung des Trockenbaus sein.

Dazu muss schon die Grundform der Konstruktion optimal geformt werden. Dies geschieht durch die Wahl der geeigneten Unterkonstruktion. Kanten und Abschlüsse brauchen eine klare und eindeutige Linienführung. Dies wird durch die Auswahl geeigneter Zubehörprofile, z.B. von Protektor, gesichert. Zum Abschluss werden die Flächen in der richtigen Oberflächenqualität erstellt. Dazu muss die Qualitätsstufe schon im Vorfeld korrekt vereinbart und ausgeschrieben werden. Gemeinsam sichern diese Maßnahmen eine Ausführung in der gewünschten Qualität. Viele Streitigkeiten zwischen Planer und ausführendem Unternehmen wären vermeidbar, wenn diese Punkte schon im Vorfeld eines Projektes diskutiert und in den Ausschreibungen berücksichtigt würden.

Die Unterkonstruktion

Die Bedeutung der formgebenden Unterkonstruktion wird immer wieder unterschätzt. Selbst bei vielen erfahrenen Betrieben ist es noch üblich, für gerundete Konstruktionen einfach Standardprofile zu verwenden, die auf der Baustelle eingeschnitten werden, und die man dann der gewünschten Form des Bauteils anpasst. Dass bei dieser Vorgehensweise nur im Ausnahmefall eine perfekte Grundform entstehen kann, liegt auf der Hand. Doch die Beleuchtung macht die Folgen sichtbar: „Knicke“ und „Ecken“ in gerundeten Bauteilen stören den Gesamteindruck und machen teure Nacharbeiten erforderlich. Günstiger und nervenschonender ist es, mit Profilen zu arbeiten, die extra für geschwungene Bauteile entwickelt und produziert wurden. Mit ihnen erzielt man auf der Baustelle das gewünschte Ergebnis und es entsteht die ideale Grundlage für die Beplankung.

 


Gewölbte Deckenkonstruktionen mit K400 Bogen.

 

 

 


 

Die Fläche

Die Qualität der Flächen wird über zwei Kriterien definiert: die Ebenheit der Oberflächen und die Qualitätsstufe, wie sie im Merkblatt 3 des Bundesverband der Gipsindustrie dargestellt ist.

Wenn im Leistungsverzeichnis keine Angaben gemacht werden, gelten die Standardverspachtelung nach der Qualitätsstufe 2 und die Ebenheit nach DIN 18202 als vereinbart.

Konstruktionen, die diese Anforderungen erfüllen, werden jedoch unter reellen Lichtbedingungen vom Architekten oft als unzureichend beurteilt und beanstandet. Gegen solche lästigen Auseinandersetzungen schützt sich der Unternehmer am besten schon im Vorfeld.

Bei hohen Anforderungen des Planers an die Oberflächenqualität sollten unbedingt die Qualitätsstufen Q3 oder Q4 und erhöhte Anforderungen an die Ebenheit vereinbart werden. Außerdem muss der Auftraggeber schon bei der Ausführung der Konstruktionen für die geplanten Lichtbedingungen sorgen, wenn er später Streiflicht oder künstliche Belichtung zur Bewertung der Oberflächengüte heranziehen will. Diese Lichtbedingungen sollten schon im Vertrag vereinbart werden.

Wenn der verarbeitende Betrieb dies frühzeitig zum Thema macht, lassen sich eventuelle spätere Streitigkeiten über die Ausführungsqualität weitgehend vermeiden und das Endergebnis wirkt auch bei raffinierten Lichtbedingungen überzeugend.

Die Kanten

Die Kante bildet optisch die Grenze zwischen Licht und Schatten und ist das meist unterschätzte Gestaltungselement überhaupt. Denn an der Kante orientierte sich das Auge bei der Wahrnehmung einer Form. Deshalb wird sie durch die Beleuchtung fast immer besonders betont. Durch den klaren Bruch zwischen Hell und Dunkel zeichnen sich dann Unregelmäßigkeiten auffällig ab. Hier ist der Einsatz der richtigen Zubehörprofile gefragt, die die Perfektion der Linie sichern und dauerhaft erhalten.

Ohne Zubehörprofile lassen sich Knicke oder „Dellen“ in der Linienführung nicht vermeiden. Geschwungene Formen büßen dann stark an Wirkung ein. Bei geraden Linien wird der klare, starke Eindruck der Designs durch Fehlstellen massiv gestört.

 

 


Die hohe Kunst des Trockenbaus: freitragende und frei gespannte Konstruktionen.

 

 

 

Trockenbauelemente

Der Trockenbau kann jedoch noch wesentlich mehr. Mit flexiblen UW-Profilen 75, wie beispielsweise Nr. 5601 von Protektor, entstehen freitragende oder frei gespannte Konstruktionen, die als Highlight der Raumgestaltung eingesetzt werden können. Das aus mehreren Segmenten zusammengesetzte U-Profil ist biegbar und kann durch Verschrauben oder Vercrimperung der Spannbänder mit den einzelnen Segmenten in einer vorgegebenen Form fixiert werden. Dadurch ist es auch möglich, freie Felder zu überspannen oder freistehende Gesimsbögen herzustellen. So können freigestaltete Objekte erstellt werden, in die die gewünschte Beleuchtung effektvoll integriert werden kann. Eine genaue Planung ist erforderlich, bei der der Hersteller die Unternehmen gerne unterstützt. Das Ergebnis ist ein Trockenbauteil, das zum Lichtobjekt wird. Obwohl es bei der Gestaltung im Endeffekt immer um das Zusammenwirken von Licht, Fläche und Farbe geht, sollten Planer und Unternehmer eines nicht vergessen: Die perfekte Gestaltung beginnt mit der formgebenden Unterkonstruktion und den richtigen Profilen.

Die perfekte Gestaltung beginnt mit der formgebenden Unterkonstruktion und den richtigen Profilen.

Doris Pfeffermann
Malerblatt 11/2014
Fotos: Protektorwerk Gaggenau

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