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Zaha Hadid Kollektion

Architektin Zaha Hadid hatte mit ihrem Team kurz vor ihrem frühen Tod ein Tapetenbuch fertiggestellt. 

Sie war eine der renomiertesten Vetreterinnen ihrer Disziplin und erhielt als erste Frau mit dem Pritzker-Preis den „Nobelpreis der Architektur“.Im vergangenen Jahr verstarb Zaha Hadid im Alter von 65 Jahren. Kurz zuvor hatte sie mit ihrem Team ein Tapetenbuch entworfen.

Das Ergebnis ist bereits die zweite Zusammenarbeit des Tapetenherstellers Marburger Tapetenfabrik mit der 1950 in Bagdad geborenen Architektin. Zaha Hadid setzte in der Architektur Maßstäbe: Ihr Name wurde zur weltweit bekannten und renommierten Marke und das, obwohl ihre ebenso visionären Entwürfe lange Zeit als nicht realisierbar galten. Bis man bei Vitra in Weil am Rhein das Gegenteil bewies und auf dem Firmengelände ein von Hadid entworfenes Feuerwehrhaus errichtete.

Das Gebäude dokumentiert bis heute ihre konsequente Absage an den rechten Winkel, den sie anfangs durch dynamische Diagonalen, später durch organische Formen ersetzte. Sie brach starre Strukturen auf, kippte Perspektiven, verschob Proportionen und „verflüssigte“ so Räume. Zaha Hadid selbst bezeichnete ihren Stil als „fließend“ und erhielt den respektvollen Beinamen „queen of the curve“. Ihr Kontakt zur Marburger Tapetenfabrik entstand im Rahmen des Projektes „Art Borders“. Für dieses Konzept setzen seit 1999 Künstler, Designer und Architekten ihre Sicht auf die Tapete als zentrales Gestaltungselement des Raumes in Entwürfe für den Tapetenhersteller um. Bereits 2010 trug Zaha Hadid vier Designs zu dieser Sammlung bei und sprengte mit ihrer Gestaltung neuen, urbanen Raums herkömmliche Sehgewohnheiten. „Elastika“, „Stria“, „Swirl“ und „Cellular“ setzten in bis zu 9,00 Meter Breite und 3,30 Meter Höhe Räume in Bewegung – organisch, expressiv und dynamisch. Echte Hadids, die keinen statischen Regeln genügen mussten.

Hommage an Zaha Hadid

Diese Zusammenarbeit führten Zaha Hadid und die Marburger Tapetenfabrik 2016 fort, ohne zu wissen, dass die neue Kollektion einen Schlusspunkt markieren würde. Die großformatigen Designs der Serie „Hommage“ verkörpern aktuelle wie dynamische Kunst für die Wand und sind Würdigung des Unternehmens vor der Architektin. Im Mittelpunkt der Kollektion stehen fünf XXL-Digitaldruckmotive:

  • Eine weiche, fließende Form, die ihre Faszination aus dem Spiel von Licht und Schatten bezieht.
  • Asymmetrisch gestaltete Wellen, die sich verdichten und wieder auflösen
  • Diagonale Linien, die in paralleler Anordnung auf einen Punkt zulaufen und mit hinterleuchteten Deko-Elementen illuminiert werden.
  • Ein strenges Grafikmuster, das in der Flächenwirkung zur Wellenformation wird.
  • Eine in sich geschlossene, organische Form, die gleichermaßen Ruhe und Dynamik ausstrahlt.

Auch in der Farbwahl bricht diese Kollektion mit überlieferten Sehgewohnheiten und ersetzt in der Architektur vorherrschende Töne wie Grau und Anthrazit durch leuchtendes Blutrot, sattes Indigo, kühles Türkis oder dunkles Grün mit Gold. Muster und Kolorits stellen Eyecatcher dar wie die von Zaha Hadid gestalteten Gebäude. Sie verlangen aber ihren „Bauherren“ die gleiche visionäre Vorstellungskraft ab. Die Wirkung der auf 300 Kopien pro Kolorit limitierten Digitaldrucke lässt sich anhand von Fotos und Raumbildern nur erahnen – man muss davor stehen und es erleben: die Neuordnung des Raumes mittels organischer Formen.

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