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Betonoptik für Oberflächen in Innenräumen selber gestalten

Betonoptik
Gemalter Beton

Die künstliche Herstellung einer Betonoptik ist schon länger ein Trend und wird häufig durch das Aufziehen von Spachtelmassen erzeugt. Alternativ kann die Betonoptik aber auch malerisch erzeugt werden. Wie, das zeigt Friederike Schulz in einer neuen Folge der Dekorationsmalerei-Serie.

Autorinnen: Friederike Schulz, Susanne Sachsenmaier-Wahl | Fotos: Lars Krüger

Betonoptik ist seit Jahren ein Dauerbrenner, wenn es um die Innenraumgestaltung geht. Nicht nur Fans des Industrial Styles wissen die kühle Optik von Beton zu schätzen. Ob in Restaurants, Boutiquen oder im
Privatbereich – die Betonoptik fügt sich überall perfekt ein. Die Betonoptik ist, trotz des aktuellen Hypes, nicht neu. In der Dekorationsmalerei wird die Betonmalerei schon lange angewendet, ähnlich wie Marmor- oder Sandsteinmalereien etwa. Doch im Gegensatz zu den „modernen“ Betonoptik, die häufig mit speziellen Spachtelmassen erzeugt werden, wird der Betonstyle hier ausschließlich mit Farbe geschaffen.

Die Technik basiert hier auf den Grundlagen der Marmorimitation. Für ein optimales Finish ist die Grundierung der zu beschichtenden Oberfläche ausschlaggebend. Je weniger Struktur,
desto besser! Durch das Imitieren mit Pinsel und Farbe sind sowohl der Materialaufwand als auch die Schichtdicke geringer – und zumindest materialtechnisch auch kostengünstiger. Dafür erfordert die Technik etwas handwerkliches Geschick und einen versierten Umgang mit Lasuren sowie ein Grundwissen beim Farbenmischen.

Benötigte Werkzeuge und Materialien 

Man benötigt für die Betonoptik nur vier Pigmente und etwas Binder und Wasser (z. B. Dispersions- oder Acrylbinder; theoretisch ist auch eine Umsetzung mit Silikat oder mit Öl möglich).

Pigmente in Schwarz, Umbra grünlich Natur, Ocker sehr hell und Titandioxyd sollten auf einer Palette bereitstehen. Binder und Wasser befinden sich in separaten Behältnissen.

An Werkzeugen benötigt man einen Naturschwamm (weich und mit einer guten Aufnahmefähigkeit für Wasser ohne zu tropfen) und eine Zahnbürste mit harten Borsten, einen Lasurpinsel (auch Marmorierpinsel genannt), einen Dachshaarvertreiber und einen kleinen Mischpinsel für das Mischen kleiner Einheiten auf der Palette.

Und so wird die Betonoptik gemacht

Für die Betonoptik wird zuerst die Fläche strukturarm in einem warmen hellen Grauton beschichtet. Idealerweise erfolgt dies durch einen zweimaligen verdünnten Auftrag. Nun wird in Teilbereichen gearbeitet. Dabei müssen weiche Übergänge erzeugt werden. Man beginnt mit einer Lasur aus Wasser und Binder. In die feuchte Fläche wird mit dem Lasurpinsel Pigment direkt von der Palette eingearbeitet. Man beginnt mit Weiß und verteilt das Pigment zu den Seiten hin. Um einen Grauton für die Betonoptik zu erzeugen werden partiell Schwarz, Umbra und etwas Ocker pointiert ergänzt. Die Pigmente werden direkt auf der Oberfläche grob vermischt, sodass ein natürliches Farbspiel erzeugt wird. Wichtig ist, dass man ab und an markante Stellen stehen lässt.

Mit einem feuchten Naturschwamm wird die Fläche nun modelliert. Diesem Schritt kommt eine große Bedeutung zu, da hier über die Intensität der Struktur entschieden wird: Je nachdem, ob man man mit den großen Poren des Schwamms oder eher mit kleinen tupft, vollflächig oder nur partiell, mit mehr Wasser oder weniger, ergibt sich eine andere Betonoptik. Die Struktur wird anschließend mit einem Dachshaarvertreiber weichgezeichnet. Markante Pinselstriche sollten dabei auf keinen Fall stehen bleiben.

Ist die komplett zu bearbeitende Fläche strukturiert und getrocknet, spritzt man kleine Punkte einer dunklen grauen Lasur mit einer Zahnbürste auf. Zu guter Letzt tupft man mit einer weißen Lasur und dem Naturschwamm die komplette Fläche ab, sodass partiell helle Bereiche stehen bleiben. Die selbst gestaltete Betonoptik ist jetzt fertig! 

Alle Folgen der Serie:
www.malerblatt.de


Betonoptik Foto: Lars Krüger

Die Fläche wird strukturarm in einem warmen hellen Grauton beschichtet. Am besten erfolgt dies durch einen zweimaligen verdünnten Auftrag.


Betonoptik Foto: Lars Krüger

Nun wird in Teilbereichen gearbeitet, wobei weiche Übergänge erzeugt werden müssen. Man beginnt mit einer Lasur aus Wasser und Binder.


Foto: Lars Krüger

In die feuchte Fläche wird Pigment direkt von der Palette eingearbeitet. Man beginnt mit Weiß und verteilt das Pigment zu den Seiten hin.


Betonoptik Foto: Lars Krüger

Um einen Grauton zu erzeugen werden partiell Schwarz, Umbra und etwas Ocker pointiert ergänzt.


Foto: Lars Krüger

Die Pigmente werden direkt auf der Oberfläche grob vermischt, sodass ein natürliches

Farbspiel erzeugt wird.


Betonoptik Foto: Lars Krüger

Mit einem feuchten Naturschwamm wird die

Fläche nun modelliert. In diesem Schritt wird über die Intensität der Struktur entschieden.


Betonoptik Foto: Lars Krüger

Die Struktur wird mit einem Dachshaarvertreiber weichgezeichnet. Dabei ist darauf zu achten, dass keine markanten Pinselstriche stehen bleiben.


Foto: Lars Krüger

Ist die komplette Fläche strukturiert und getrocknet, werden kleine Punkte einer dunkelgrauen Lasur mit einer Zahnbürste auf gespritzt.


Betonoptik Foto: Lars Krüger

Zum Schluss wird eine weiße Lasur mit dem Naturschwamm auf die komplette Fläche getupft, sodass einzelne helle Bereiche stehen bleiben.

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