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Farbe für Senioren

Die Sommerakademie des Instituts Farbe.Design.Therapie fand in der Alten Saline Bad Reichenhall statt.
Farbe für Senioren

Vom 23. bis 28. Juli 2007 erarbeiteten elf Teilnehmer in der von Brillux exklusiv geförderten Veranstaltung des Instituts Farbe.Design.Therapie fünf Farbkonzepte für ein ehemaliges Krankenhaus in Bad Reichenhall, das in den nächsten Monaten zu einem Haus für Senioren umgebaut werden soll.

Farblosigkeit überfordert
Der erste Tag der Sommerakademie stand ganz unter dem Aspekt des Briefings und der Besichtigung des Objekts. Architekt Alexander Plötzeneder vom Bauamt der Stadt Bad Reichenhall erläuterte den Teilnehmern die Baugeschichte des Krankenhauses, das heute unter Denkmalschutz steht. Die hell getönten Wand- und Deckenanstriche, der grüne oder braune Li- noleumbelag und die hellen Fliesen bzw. Emaillackanstriche in den Nassräumen zeigen noch heute das ursprüngliche »Farbkonzept« der Bauzeit.
In einem ersten Fachvortrag formulierte der Pflegefachwirt Christian Hassa seine Anforderungen an die ganzheitliche Gestaltung eines Seniorenzentrums. »Nur wenn die Mitarbeiter in der Pflege durch eine humane Umgebung gewürdigt werden, können sie gute Pflege leisten«, so sein Resümee. Dazu gehört auch eine gute Gestaltung. »Die weit verbreitete Farblosigkeit der Räume in Senioreneinrichtungen verstärkt jedoch das Gefühl von Aussichtslosigkeit beim Pflegepersonal, das sich gleichzeitig ständig überfordert fühlt.
In einem zweiten Vortrag präsentierte Architekt Fabian Matthes vom Freiburger Leuchtenhersteller Spectral moderne Beleuchtungskonzepte für Senioreneinrichtungen. Er machte deutlich, dass künstliches Licht nicht nur Helligkeit liefern, sondern Architektur auch gestalten muss. Gutes Licht akzentuiert und moduliert, es kann die Raumwahrnehmung verändern und zur besseren Orientierung beitragen, etwa durch LED-Lichtbänder in Fluren und Treppenhäusern. Sinnvoll sind auch variable Stehleuchten, die eine individuelle Zimmereinrichtung sinnvoll ergänzen.
Aus medizinischer Sicht berichtete Alexander Wunsch von seinen Erkenntnissen, wie die räumliche Umgebung für ältere Menschen angepasst werden muss.
Projektideen entstehen
Am zweiten Tag der Sommerakademie bildeten sich aus den Teilnehmern fünf Gruppen, die auf der Basis des Eingabeplans für das Seniorenzentrum Problembereiche aufspürten, erste Ideen zur Gestaltung sammelten und Überlegungen für ein ganzheitliches Licht-, Material- und Farbkonzept entwickelten. Die Ansätze reichten von der Übernahme des architektonischen Raumkonzepts bis zu Planungen für ergänzende Umbaumaßnahmen, die für die vorgesehene Umnutzung optimale Ausgangsbedingungen schaffen.
Die Teilnehmer profitierten von verschiedenen Vorträgen rund um das Thema Farbe, bei denen Klaus von Saalfeld zahlreiche Tipps für die Projektaufgabe, aber auch für die berufliche Praxis gab, beispielsweise wie man mit subjektiven Farbtönen arbeitet oder mit einer systematisch aufgebauten Farbkollektion wie Brillux-Scala.
Wie man mit den richtigen Materialien gesunde Lebensräume gestalten kann, war das Thema eines weiteren Vortrags, den der Architekt, Maler und Restaurator Karl-Herbert Martin hielt. Er verwies vor allem auf die Sorptionsfähigkeit der Materialien, die besonders im Schlafbereich und in feuchtigkeitsbelasteten Räumen wie Küche und Bad gewährleistet sein sollte.
Decken und die oberen Wandzonen eines Raums spielen für das Wohlbefinden von Heimbewohnern ebenfalls eine wichtige Rolle, vor allem dann, wenn sie über längere Zeit bettlägerig sind. Anhand von Ornamenten, die Karl-Herbert Martin an zwei Zimmerdecken im Krankenhaus anbrachte, entstand bei den Teilnehmern eine lebhafte Diskussion, wie man funktionale und sinnfreie Seherlebnisse im Umfeld älterer Menschen angemessen einsetzen kann. »Diese ornamentalen Ideen sind als visuelle Impulse für die Bewohner gedacht«, so Roland Aull in seinen Erläuterungen.
Im weiteren Verlauf der Sommerakademie wurden dann die einzelnen Konzepte immer weiter ausgearbeitet, Raumsituationen simuliert und anschauliche Mustertafeln gefertigt. Die abschließende Präsentation der Farbkonzepte machte nicht nur deutlich, wie unterschiedlich die Vorgehensweisen der einzelnen Teilnehmer war, sie zeigte auch eine Fülle von wertvollen Ideen und Gestaltungsvariationen für Seniorenwohnungen.
Klaus Halmburger
Institut Farbe.Design.Therapie
Wiesenfurt 26
97833 Frammersbach
Informationen zur Sommerakademie 2008:
Informationen zum Symposium 2007 und weiteren Veranstaltungen sowie Publikationen des Instituts Farbe.Design.Therapie: www.farbe-design-therapie.de
Fragen beantworten gerne
Klaus Halmburger
Tel.: (08841) 9382
Roland Aull
Tel.: (09355) 99780
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