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Umweltverträgliche Alkydharze

Umweltverträgliche Alkydharze
Kein Auslaufmodell

Umweltverträgliche Alkydharze: Stoßfestigkeit, hohes Deckvermögen und gute Verlaufeigenschaften gehören zu den Vorteilen von Kunstharz- bzw. Alkydharzlacken. Trotzdem stehen sie gelegentlich in der Kritik. Umweltschützer mahnen besonders den hohen Lösungsmittelanteil und mineralische Öle als Basis an. Dabei bieten Lackexperten schon lange umweltverträglichere Alkydharze aus nachhaltigen Rohstoffen an.

Autor: Tim Hacken

Ob 30.000 Jahre alte Höhlenmalereien oder 6.000 Jahre altes Chinaporzellan – seit Urzeiten dekorieren und verschönern Menschen mit einem Gemisch aus Ölen, Harzen und farbigen Pigmenten ihre Umgebung. Heute spielen auch Oberflächenschutz und Werterhalt eine entscheidende Rolle beim Aufbringen von Farben und Lacken. Die Formulierungen, also die Rezepturen, moderner Lacke und Farben sind dabei im ständigen Wandel und werden immer komplexer: Aber immer noch bilden drei Bestandteile – Bindemittel, Füllstoffe und farbgebende Pigmente – die Basis für hochwertige Beschichtungen.

Lackingenieure wie Tobias Krawczyk, Entwickler bei der Farbenfabrik Oellers im nordrhein-westfälischen Aldenhoven und Chemiedoktorand an der Hochschule Niederrhein, verfeinern fortlaufend die Zusammensetzungen von Lacken und passen sie spezifischen Anforderungen an. Neben Haltbarkeit, Oberflächenschutz oder guter Verarbeitung stehen heute auch Umwelt- und Gesundheitsaspekte im Fokus. Vor allem Kunstharz- bzw. Alkydharzlacke bieten hier großes Potenzial für den Einsatz nachhaltiger Inhaltsstoffe. Die Entwickler verzichten inzwischen weitgehend auf Mineralöle und reduzieren die früher sehr hohen Anteile petrochemischer Lösungsmittel immer weiter.

Umweltverträgliche Alkydharze: Für viele Anwendungen

„Dabei gilt es natürlich die positiven Eigenschaften dieser Lackart zu erhalten und noch weiter zu verbessern“, beschreibt Krawczyk eine der Herausforderungen seiner Arbeit. Kunstharzlacke sind grundsätzlich sehr robust und abriebfest und eignen sich ideal für extrem beanspruchte Oberflächen im Außenbereich. Ob auf Holztoren, Gartenhäusern, Metallgattern, Nutzfahrzeugen oder Containern – Kunstharzlacke haften besonders gut und sind äußerst resistent gegen Umwelteinflüsse und mechanische Belastungen.

Als Bindemittel enthält Kunstharzlack Alkydharz; ein Polymer, das mit Fettsäuren modifiziert ist. Fettsäuren kommen in pflanzlichen Ölen aus nachwachsenden Rohstoffen vor; etwa in Raps- und Sonnenblumenöl. Sie werden chemisch mit dem Polymer verknüpft, damit der Lack seine Anwenderfreundlichkeit erhält. „Je nach Untergrund wird die Zusammensetzung angepasst“, sagt Krawczyk. So gibt es Alkydharze, die sehr gut auf Holz haften, und andere, die wiederum besser für Metalle oder Kunststoffoberflächen geeignet sind.

Die Lackherstellung selbst lässt sich ein wenig mit Kochen oder Backen vergleichen. „Im Grunde ist die Formulierung ein Rezept, das fortlaufend weiterentwickelt und den Bedürfnissen angepasst wird“, erklärt der Chemiker. So kann bei der Zusammensetzung des Lacks etwa die elektrische Leitfähigkeit, die Trocknungszeit oder der bestmögliche Korrosionsschutz von Bedeutung sein. Viskosität und Fließeigenschaften lassen sich ebenfalls präzise einstellen, je nachdem, ob der Lack gestrichen, gerollt oder gespritzt werden soll. Damit es „schmeckt“, bieten die Lackhersteller für jeden Anspruch die passende Lösung.

Aus nachhaltigen Rohstoffen

Großen Einfluss auf die kontinuierliche Weiterentwicklung moderner und umweltverträglicher Alkydharzlacke hat das gestiegene Umweltbewusstsein vieler Endkunden. Noch vor wenigen Jahren wurden Kunstharzlacke hauptsächlich aus mineralischen Ölen produziert und mit stark riechenden, petrochemischen Lösungsmitteln verdünnt. Paul Oellers erkannte früh, dass Lacke auf Pflanzen- und Wasserbasis mindestens genauso gut sind. Deshalb fokussierte der Inhaber der Farbenfabrik Oellers sein Sortiment auf überwiegend nachhaltige Lacke. Heute werden die Alkydharzlacke in seinem Portfolio bis zu 90 Prozent aus nachhaltigen Rohstoffen hergestellt.

Bei einigen wenigen Bestandteilen der Lacke gibt es in puncto Umweltverträglichkeit noch Verbesserungsmöglichkeiten. Besonders die Farbpigmente hat Krawczyk im Blick. Pigmenthersteller bieten aus optischen Gründen vor allem die organischen Varianten an. Doch diese werden meist petrochemisch hergestellt. Vielen Kunstharzlacken sind zudem häufig Additive zugesetzt, die Rohöldestillate beinhalten. „Das sind die beiden wesentlichen Ansatzpunkte, an denen wir forschen, um die Nachhaltigkeit von Alkydharzlacken noch weiter zu steigern“, erklärt der Chemiker.

Alkydharzlacke vs. Acryllacke

Im Gesamtvergleich schneiden für Tobias Krawczyk Alkydharzlacke besser ab als Acryllacke. „Kunstharzlacke sind für mich die erste Wahl“, ist er überzeugt. „Sie sind deutlich fehlertoleranter und lassen sich für nahezu jeden Anwendungsbereich nutzen.“ Dabei wirft er noch einen weiteren Aspekt auf, der die Nachhaltigkeit von Kunstharzlacken ausmacht. „Ist eine Oberfläche fachmännisch mit einem Alkydharzlack beschichtet, brauche ich mich sehr, sehr lange nicht mehr darum zu kümmern“, betont er. „So schont die Farbe zusätzlich finanzielle Ressourcen.“

Weitere Informationen:
www.farbenfarbrik-oellers.de

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