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Kreativtechniken für die Fassade

Kreativtechnik
Draußen kreativ sein

Kreativtechniken gibt es auch für die Fassade, bislang werden aber meist unifarbige Putze ausgeführt. Dabei gibt es auch im Außenbereich Möglichkeiten einer individuellen Gestaltung. Einige davon stellen wir hier vor.

Autorin: Susanne Sachsenmaier-Wahl

Kaum eine Kreativtechnik seit den gewolkten Lasuroberflächen in den 90er Jahren hat soviel Zuspruch erfahren wie die Rostimitation bzw. -interpretation. Sie gilt, neben der Betonimitation, als der Inbegriff des Industrial Styles, steht für nüchterne Modernität genauso wie für Vintage Flair. Während Rost im Innenbereich – den zahlreichen Kreativprodukten für die Rostimitation aber auch Tapeten im Rostdesign sei Dank – inzwischen häufig anzutreffen ist, macht sich das oxidierte Metall an der Fassade bislang rar. Dabei sind einige Produkte auf dem Markt, die auch für den Außenbereich freigegeben sind. Jaeger beispielsweise bietet das Produkt „Echt-Rost“ an. Es besteht aus einer eisenhaltigen Grundierfarbe und einem Aktivator, mit dem die Oxidation in Gang gesetzt wird (weitere Informationen finden Sie hier: bit.ly/3siN1MV).

Auch mithilfe der noch ganz neu ins Sortiment von Diessner aufgenommenen wasserbasierten Kreativtechnik „Oxidio“ lassen sich Rostflächen an der Fassade in wenigen Arbeitsschritten realisieren. Zunächst wird die Grundbeschichtung senkrecht mit einem Flachpinsel oder einer Streichbürste aufgetragen. Das noch feuchte Material wird nach kurzer Ablüftzeit mit einem Flachpinsel oder einer Streichbürste unregelmäßig in senkrechter Richtung vertrieben, dadurch erzielt man später den typischen Regeneffekt mit senkrecht ablaufenden Rostfahnen. Nach der Trocknung wird der erste von zwei Rostlasurfarbtönen unregelmäßig – wiederum senkrecht – aufgetragen. Der zweite Rostlasurfarbton wird nach dessen Trocknung in derselben Weise appliziert. Dabei sollte ein unregelmäßiges Bild entstehen. Partiell eingearbeitete Metallicfarben sorgen für Bereiche, die noch weniger oxidiert wirken sollen.

Wetterbeständige Holzoptik

Ein weiterer Trend ist bei der Fassadengestaltung auszumachen: Das Holz kehrt an die Fassade zurück. Immer öfter sind ganze Fassaden oder aber einzelne Fassadenteile anzutreffen, die eine Holzverkleidung tragen.

Wo der natürliche Look an der Fassade gewünscht ist, der Kunde aber die typischen Eigenschaften von Holz (wie etwa Vergrauen, Verwittern, etc.) fürchtet, könnte eine Holzimitation aus Putz die Lösung sein. Partiell in den umgebenden unifarbenen Putz eingearbeitet, lockert diese Kreativtechnik das Fassadenbild auf, gliedert es oder verleiht ihm eben eine natürliche Optik.

Um dem feinen Putz die gewünschte Holzstruktur zu verpassen, gibt es zwei Möglichkeiten: entweder man greift zu einem Maserierwerkzeug (wie etwa dem „Maserboy“) oder aber man stellt selbst eine Silikonmatrize her. Hierfür baut man um ein angerautes Holzbrett in der gewünschten Größe eine dichte Wanne und füllt diese mit Dubliersilikon. Die so entstandene, ausgehärtete Silikonschablone kann später immer wieder in die dünnschichtige Putzlage gedrückt werden – und so die Holzstruktur übertragen.

Mit Matrize oder Maserierwerkzeug

Der Putzhersteller Baumit bietet seinen Kunden nicht nur das geeignete Putzmaterial für eine Holzimitation an der Fassade, sondern auch gleich die Anleitung dafür (diese kann hier heruntergeladen werden: bit.ly/3gwg2zr). Zum Einsatz für die Strukturschicht kommt entweder ein pastöser Silikonharzputz für feine Reibe- und Filzstrukturen oder aber ein kunststoffvergüteter, mineralischer Mörtel. Der Putz wird in doppelter Kornstärke aufgezogen und geebnet. Die Holzstruktur wird in diesem Fall mithilfe einer Silikonmatrize erzeugt. Die angefeuchtete Matrize (das Anfeuchten vermindert die Anhaftung des Materials auf der Schablone) wird hierfür in den noch weichen Putz eingelegt und angedrückt. Um einen möglichst gleichmäßigen Anpressdruck zu erzielen, sollte die Matrize mit einer Tapezierwalze (Moosgummiwalze) angedrückt werden. Anschließend wird die Matrize wieder vorsichtig entfernt, bei Bedarf gereinigt und für den nächsten Druck erneut angefeuchtet. Bei der Strukturierung eventuell entstandene überschüssige Kanten oder Grate können nach dem Trocknen des Putzes durch Abstoßen oder Schleifen beseitigt werden.

Der trockene Putz wird zunächst zweimal mit einer geeigneten Fassadenfarbe beschichtet. Anschließend wird mithilfe einer verarbeitungsfertigen Lasur auf Acrylatbasis der Holzeffekt geschaffen. Je nach Farbauswahl der Lasur erhält man eine Eichenholzverschalung, eine Holzverkleidung in Wenge, Teak oder Nussbaum oder aber man setzt auf weiße bzw. vergraute Hölzer. Egal, für welchen Farbton man sich entscheidet, bei der Holzimitation an der Fassade kann man sich – im Gegensatz zu echtem Holz – sicher sein, dass der Farbton auch nach Jahren noch relativ unverändert erhalten sein wird.

Bei Caparol setzt man für die Holzimitation auf einen verarbeitungsfertigen Kunststoff-Feinspachtel. Dieser wird auf der Fassade mit einer Malerwalze gleichmäßig satt verteilt. Anschließend wird mit der Malerbürste die Laufrichtung der Maserung vorgegeben. Dann kommt das Maserierwerkzeug zum Einsatz, um die Holzstruktur aufzubringen. Nach Trocknung wird die Fläche mit einer Lasur auf mineralischer Basis farbig gestaltet. Die genaue Anleitung von Caparol kann hier heruntergeladen werden: bit.ly/3LfsfX9.

Kreativtechniken für die Fassade: Steinverkleidung

Viele Hausbesitzer empfinden Steinverkleidungen als besonders hochwertig. Einen echten Naturstein an die Fassade zu bringen ist aber nicht nur kostspielig, sondern auch eine Entscheidung für viele Jahrzehnte, die dann doch nicht jeder Hauseigentümer treffen will.

Eine Lösung für dieses Dilemma könnte ein Travertin, der aus einem mineralischen Werktrockenmörtel kreiert wird, sein. Als Travertin werden mehr oder weniger poröse Kalksteine von heller, meist gelblicher und brauner oder seltener beiger oder roter Farbe bezeichnet. Beliebt ist der Travertin gerade wegen seiner besonderen Haptik, die auf die vielen Hohlräume zurückzuführen ist. Aber auch seine Farbigkeit, die häufig mediterran anmutet, macht ihn beliebt. Exakt diese beiden Eigenschaften gilt es bei der Imitation der Travertinsteinwand herauszuarbeiten.

Caparol empfiehlt für die Travertin-imitation die Verwendung eines mineralischen Werktrockenmörtels. Dieser wird gewöhnlich als Klebe- und Armierungsmasse bei Wärmedämm-Verbundsystemen eingesetzt, dient aber genauso als Renoviermörtel zum Überarbeiten von alten, tragfähigen Putzflächen und als Dünnschicht-Haftputz. Er besitzt eine lange offene Zeit und ist wasserabweisend und witterungsbeständig, also ideal für den Einsatz im Außenbereich geeignet. Der Mörtel wird auf die mit Putzgrund vorbehandelte Fläche aufgezogen und mit der Zahnkelle durchgekämmt. Danach wird die Fläche mit dem Fassadenspachtel geglättet. Nach leichtem Anziehen folgt der Strukturiervorgang. Hierzu kommt eine Strukturbürste aus Kunststoff zum Einsatz (diese erinnert ein bisschen an ein Schwammbrett, das anstelle eines Schwamms ein Stück Kunstrasen besitzt). Diese Strukturbürste wird mal in die Oberfläche gedrückt, mal leicht gezogen oder gedreht. Wichtig ist, dass eine ungleichmäßige Optik erzeugt wird. Direkt nach dem Aufreißen der Oberfläche glättet man mit der Venezianerkelle mit leichtem Druck nach, ohne dabei die Löcher bzw. Krater in der Oberfläche zuzuziehen.

Für den typischen Steincharakter

Die angezogene (aber noch nicht durchgetrocknete) Spachtelmasse wird mithilfe einer Wasserwaage und eines Cuttermessers in ein beliebiges Steinformat eingeteilt. Anschließend können die Fugen mit dem Stuckateureisen frei Hand noch etwas stärker ausgeräumt werden. Auch Risse können auf diese Weise eingearbeitet werden. Dies sorgt für den typischen Charakter eines Natursteins.

Der vollständig durchgetrocknete Mörtel wird abschließend mit einer mineralischen Lasur überarbeitet. Idealerweise lasiert man einige „Steine“ vorab in einem ersten Farbton. Ist diese erste Lasur getrocknet, kann die gesamte Fläche mit einem weiteren Farbton versehen werden. So ergibt sich später ein Bild verschiedenfarbiger Steine. Aufgetragen wird die Lasur, wie gewohnt, im Kreuzschlag mit der Bürste. Dabei sollte diese auch bis in die Poren gelangen. Danach kann die Lasur an der Oberfläche mit einem Schwamm wieder leicht abgenommen werden, je nach gewünschtem Effekt. Eine ausführliche Anleitung für die Travertinimitation finden Sie hier: bit.ly/3otIm9N.

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