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Nistkästen in die Dämmung integrieren

Nistkästen
Platz für tierische Untermieter

Nistkästen in die Dämmung integrieren
Hinter dieser kleinen Öffnung in der wärmegedämmten Fassade verbirgt sich ein in die Dämmung integrierter Nistkasten, der Vögeln, Fledermäusen oder Insekten einen Nistplatz bzw. einen Rückzugsort bietet. Foto: Saint Gobain Weber

Nistkästen in die Dämmung integrieren: Ein Wärmedämm-Verbundsystem bringt Vorteile für den Gebäudenutzer und die Umwelt. Für einige Vogelarten, für Fledermäuse und manche Insekten bedeutet die energetische Gebäudesanierung mittels WDVS aber vor allem eines: den Verlust ihres Nistplatzes bzw. ihres Rückzugsortes. Mithilfe von Nistkästen, die in die Dämmung integriert werden, kann zum Artenschutz beigetragen werden.

Autorin: Susanne Sachsenmaier-Wahl | Fotos: Saint Gobain Weber

Keine Frage: Die Wärmedämmung von Gebäuden ist sinnvoll und trägt zum Umweltschutz bei. Doch während Heizenergie eingespart und damit der CO2-Ausstoß verringert wird, entstehen bei der Wärmedämmung von Gebäuden andere Probleme für unsere belebte Umwelt: Viele Niststätten heimischer Brutvögel (wie etwa des Mauerseglers oder des Haussperlings) gehen verloren, wenn Maueröffnungen, Spalten und Fugen im Zuge von Wärmedämmarbeiten an Gebäuden verschlossen werden. Auch Fledermäuse und Insekten, wie die geschützten Wildbienen oder Hornissen, haben häufig das Nachsehen, wenn ein Gebäude eine geschlossene Wärmeschutzhülle erhält. Dabei spielen die Tiere eine wesentliche Rolle für die Natur, etwa als natürlicher Insektenschutz. Im Bundesnaturschutzgesetz ist deshalb verankert, dass für Nistplätze besonders geschützter Arten, die im Zuge einer Sanierung beschädigt oder zerstört werden, Ersatzquartiere geschaffen werden müssen. Nicht nur Umwelt- und Tierschützer suchen deshalb seit geraumer Zeit nach Lösungen.

Nistkästen in die Dämmung integrieren

Aus ästhetischen Gründen sind die meisten Besitzer frisch renovierter oder neu erbauter Gebäude gegen das Anbringen von Nisthilfen außerhalb der Fassadenoberfläche. Sogenannte Einbau-Niststeine stellen in diesem Fall eine optisch unauffällige Alternative dar, da sie das Fassadenbild nur geringfügig beeinträchtigen. Lediglich anhand der Einfluglöcher ist zu erkennen, dass in der Gebäudehülle Vögel, Fledermäuse oder Wildbienen Unterschlupf gefunden haben. Weil diese Einbausteine optisch unauffällig sind, eignen sie sich auch für den Einbau in denkmalgeschützte Gebäude.

Die künstlichen Nisthilfen bestehen aus leichten, baubiologisch unbedenklichen und gut verwendbaren Materialien wie z. B. Holzbeton, Pflanzenfaserbeton, Holzwolle-Leichtbauplatten (Heraklit) oder gebranntem Ton. Je nach gewünschtem „Einwohner“ unterscheiden sie sich in ihrer Form und insbesondere in den Einfluglöchern. Es gibt Kästen aus Holzbeton und Putzträgerplatten, die speziell für den Einbau in WDV-Systeme entwickelt wurden. Damit sind sie auch für den/die MalerIn bzw. den/die StuckateurIn interessant.

Einfacher Einbau

Der Nistkasten wird in der Regel passend zur Dämmstoffdicke bestellt. Alternativ kann – bei hohen Dämmstoffdicken – auch eine Hinterdämmung des Kastens (idealerweise mit einem höherwertigen Dämmmaterial) vorgenommen werden, um die Gefahr einer Wärmebrücke zu reduzieren. In den Dämmstoff des WDVS wird eine Öffnung mit den Abmessungen des Kastens geschnitten. Die Verklebung im WDV-System erfolgt mit Klebe- und Armierungsmörtel. Dieser wird mit einer Zahnkelle auf die Kastenrückseite aufgetragen. Dann schiebt man den Nistkasten in die Dämmstofföffnung ein, bis er bündig zur Dämmstoffoberfläche sitzt. Das Einflugloch ist erhaben und verfügt über eine spezielle Schlitzfräsung zum Einpassen des mitgelieferten ausgestanzten Gewebestücks. Der Armierungsmörtel wird bis zur Einflugöffnung in einer Schichtdicke von mindestens fünf Millimetern aufgetragen. Nun spachtelt man das vorgestanzte Armierungsgewebe ein. Nach ausreichender Trocknungszeit wird der Oberputz aufgetragen. Nach dem Armieren und Verputzen bleibt nur noch die Einflugöffnung sichtbar.

Anordnung der Nistkästen

Der Einbau von Nisthilfen sollte, so die die Empfehlungen des BUND, an einer Stelle erfolgen, wo bereits Nistplätze vorhanden sind bzw. waren (gleiche Hausseite, gleiche Höhe und Lage), da die Tiere sehr standorttreu sind. Grundsätzlich sollten die Nistkästen möglichst weit oben an der Fassade platziert werden, wo sie von den Tieren gut angeflogen werden können. Ein freier An- und Abflugbereich von etwa drei Metern nach vorne und nach unten ist empfehlenswert. Eine Himmelsrichtung muss grundsätzlich zwar nicht beachtet werden, jedoch sollte eine zu starke Sonneneinstrahlung auf den Nistkasten vermieden werden und in ungeschützter Lage möglichst auch die Wetterseite (Westen). Ideal sind also die Nord- oder Ostseite.

Da die meisten Tiere – so beispielsweise der Mauersegler – in Kolonien brüten bzw. leben, bietet sich der Einbau von mehreren Nistkästen an. Hierzu können Einbausteine nebeneinander oder untereinander in die Wärmedämmung integriert werden mit Abständen von etwa 30 bis 50 Zentimetern. Fledermauskästen können an unterschiedlichen Seiten angeordnet werden.

Zur ausführlichen Information des BUND: bit.ly/3AZ8a2i


Nistkästen in die Dämmung integrieren Foto: Saint Gobain Weber

In die Dämmung des WDVS wird eine Öffnung mit den Abmessungen des jeweils gewünschten Kastens geschnitten.


Nistkästen in die Dämmung integrieren Foto: Saint Gobain Weber

Der Nistkasten (hier einer für Meisen und Sperlinge mit abnehmbarer Reinigungsrosette) wird so eingebaut, dass die Abdichtung unten liegt.


Nistkästen in die Dämmung integrieren Foto: Saint Gobain Weber

Die Verklebung im WDVS erfolgt mit Klebe- und Armierungsmörtel, der mithilfe einer Zahnkelle auf den Kasten aufgetragen wird.


Nistkästen in die Dämmung integrieren Foto: Saint Gobain Weber

Der Nistkasten wird in die Dämmstofföffnung eingeschoben, bis er bündig zur Dämmstoffoberfläche sitzt.


Foto: Saint Gobain Weber

Das Armierungsgewebe ist passend ausgestanzt. Es wird in die Nut an der Einflugöffnung eingelegt und in den Armierungsmörtel eingespachtelt.


Foto: Saint Gobain Weber

Abschließend wird der Oberputz aufgetragen. Bei dieser Kastenvariante muss noch die Reinigungsrosette eingesetzt werden.


PraxisPlus

Nistkästen zur Integration in Wärmedämm-Verbundsysteme werden z.B. von Saint Gobain Weber angeboten. Es stehen verschiedene Nistkästen aus Holzbeton und Putzträgerplatten zur Auswahl:

  • Nistkasten für verschiedene Vogelarten (Mauersegler, Sperlinge und Meisen, etc.)
  • Nistkasten für Fledermäuse
  • Nistkasten für Wildbienen

Weitere Informationen gibt es hier:

bit.ly/3z0X9fg

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