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Betriebsporträt: Peinture Schultze in Luxemburg

Betriebsporträt
Peinture Schultze in Luxemburg

In der Zone d’activités Grousswiss in Biwer hat Michael Schultze seinen Traum vom Firmensitz der Peinture Schultze in Luxemburg verwirklicht. Das Malerblatt präsentiert seinen Betrieb im Porträt.

Autor: Martin Mansel

Michael Schultze hat den im Februar 2020 bezogenen Neubau exakt auf die Bedürfnisse seines Malerbetriebes zugeschnitten. Im Obergeschoss fallen sofort die vielen Beispiele für Kreativtechniken an den Wänden auf, alle sorgfältig gebrandet mit dem Logo von „Peinture Schultze“. Im großen Showroom hat der Maler- und Lackierermeister und Dipl.-Betriebswirt (BA) einen zwei mal vier Meter großen Tisch installiert, um gemeinsam mit Kunden gestalterische Lösungen entwickeln zu können. „Mir war es wichtig, eine große Fläche zur Verfügung zu haben, um Muster vernünftig auslegen zu können“, erklärt Schultze. Die Schubladen unter der Tischplatte beherbergen die umfangreiche Musterbibliothek. Schultze erklärt: „Wenn wir über die Gestaltung des Kinderzimmers sprechen, können wir die Muster hier auslegen und einfach liegen lassen. Daneben können wir weitere Gestaltungsvarianten platzieren. Wenn dann alle Gestaltungsfragen geklärt sind, kann ich zum Abschluss alles in Ruhe aufschreiben.“

Renommierte Hersteller

Bereits beim Betreten des Gebäudes fällt auf, dass Kreativität hier fest mit Handwerk verbunden ist. Denn im Treppenhaus hat Schultze gemeinsam mit der Expertin Sabine Hoffner vom Caparol Design Studio großflächig die Kreativtechnik „Ethno“ umgesetzt. Ein kräftiges Gelb, Kupfertöne und metallisches Schwarz beherrschen den Raum. Dazu passt gut ein schwarzer Natursteinbelag auf Boden und Treppe.

Schultze setzt generell auf Produkte renommierter Hersteller. In seinem Programm hat er z. B. Caparol, Keim, Farrow & Ball, Volimea oder NMC. In den Büros der Verwaltungsmitarbeiter ist jeweils eine Wand besonders gestaltet. Die Kreativtechnik durften die Mitarbeiter selber aussuchen.

Im Erdgeschoss des Gebäudes mit insgesamt 1.100 Quadratmetern Bruttogesamtfläche befinden sich Werkstatt, Lager und die Sozialräume für die Mitarbeiter. Auch für diese Bereiche hat Michael Schultze sich während der Planungsphase viele Gedanken über Struktur und interne Abläufe gemacht. An zentraler Position hängt ein großer Bildschirm, auf dem sich alle Projektdaten tagesaktuell abrufen lassen. Von hier schwärmen die Maler morgens aus. Schultze arbeitet mit der Software Winworker, führt aber auch noch parallel eine Plantafel. Die ist für ihn ein erprobtes Mittel, um auf einen Blick zu sehen, welcher der Mitarbeiter mit welchem Fahrzeug auf welcher Baustelle unterwegs ist oder welche Projekte anstehen. 

Auch wenn mittlerweile die Lieferanten das meiste Material direkt auf die Baustelle liefern, einiges hat Schultze auf Lager, um im Fall der Fälle reagieren zu können. Seien es nun Schienen für Fassadendämmung, Vliestapeten oder Basisfarben. Das Thema Nachhaltigkeit spielt für Schultze eine große Rolle. Zur Reinigung von Pinseln und Rollen hat er deshalb eine Anlage von Aquaservice angeschafft. Im Lager befindet sich die eigene Farbmischanlage und ein Werkzeugraum. Für die Verbrauchsmaterialien setzt Schultze seit 15 Jahren auf die Storchkoje, die die Firma Storch regelmäßig auffüllt. Außerdem gibt es einen Bereich, um Musterplatten zu fertigen. „Wir machen sehr viele Muster für unsere Kunden. Manchmal erstellen wir für ein Objekt bis zu 12 Platten, die wir dem Kunden dann in Studienmappen zur Verfügung stellen. So bleiben sie sauber und fliegen nicht auf der Baustelle herum“ , erzählt Schultze.

Start in Luxemburg

Auf der anderen Seite der Grenze, in Bernkastel-Kues, besteht der Familien-Malerbetrieb bereits seit 1948. Anfang der 2000er kam der Wunsch auf, die Geschäftstätigkeit auszubauen. Im direkten Umfeld von Bernkastel und Trier sah man hierfür aber keine Möglichkeiten. Auf einer Messe in Luxemburg lernte Michael Schultze 2004 schließlich einen Bauunternehmer kennen, der händeringend Handwerker für WDVS-Projekte suchte. Michael Schultze beschaffte die notwendigen Genehmigungen. Den Auftrag für die Wärmedämmung bekam er nicht, dafür erste Aufträge für Malerarbeiten in Luxemburg. Das führte zur Gründung einer Firma im Fürstentum im Frühjahr 2005. Durch die Maleraufträge kam es immer wieder zu Kontakten mit privaten Auftraggebern, die Schultze dann weiterempfahlen. 

Schultze startete zu Beginn mit einem erfahrenen Mitarbeiter. Nach und nach wuchs das Team. Heute beschäftigt Peinture Schultze am Standort Biwer 32 Mitarbeiter. Davon sind 27 Malergesellen. Bei der Projektsteuerung wird Michael Schultze unterstützt von Malermeister Niko Junk. Er war früher der erste Auszubildende von Michael Schultze und ist bereits seit 2008 in Luxemburg mit dabei. Stephan Schuh, der kaufmännische Geschäftsführer, verantwortet die Buchhaltung und komplettiert das eingespielte Team. Noch ganz neu an Bord ist die Office Managerin Kathrin Moreth. Michael Schultze bedauert, das er hier zurzeit keine jungen Menschen ausbildet. In Luxemburg sei es noch schwieriger, Auszubildende zu gewinnen als in Deutschland, so Schultze. Im deutschen Betrieb sind momentan zwei junge Frauen in Ausbildung.

Projekt eigener Firmensitz

In den ersten Jahre operierte man von gemieteten Geschäftsräumen aus. Dann stieß Schultze auf eine Ausschreibung der Gemeinde Biwer, die eine Zone d´activités entwickeln wollte. Voraussetzung für eine Teilnahme war, dass es sich um Handwerksbetriebe handeln musste. Michael Schultze bewarb sich auf das Wunschgrundstück und bekam drei Monate später den Zuschlag. 2018 konnte mit der Planung begonnen werden, im Januar 2019 war Grundsteinlegung und nach rund einem Jahr Bauzeit zog man in das neue Gebäude in der Zone Industrielle Grousswiss in Biwer ein und feierte gleichzeitig 15 Jahre Peinture Schultze Luxemburg .

Pendeln zwischen D und Lux

Heute pendelt Michael Schultze zwischen dem deutschen und dem luxemburger Betrieb.

„Wir sind im Moment sehr stark im Bereich Fassadensanierung unterwegs. Meistens ist es ja so, dass die Eltern der heutigen Auftraggeber ein Haus gebaut haben. Jetzt erben die Kinder und dann werden Fenster, Türen ersetzt und natürlich die Fassade renoviert. Da kommen wir dann ins Spiel und arbeiten dann außen und natürlich auch innen. 

Dazu kommen viele Neubauten, darunter die meisten durch Weiterempfehlung. Schultze profitiert laut eigener Aussage von einem über Jahre aufgebauten Handwerkernetzwerk. Partnerbetriebe sind z. B. ein benachbarter Fensterbauer und eine Sanitärfirma. Aus der Kooperation mit letzterer entstehen pro Jahr Aufträge für ca. 50 Bäder. „Man vertraut sich und so lässt sich gut zusammenarbeiten“, fasst Schultze zusammen.

In Deutschland liegt ein großer Fokus auf Projekten, bei denen denkmalpflegerische Aufgaben zu erledigen sind. Aufträge kommen von der öffentlichen Hand oder vom dortigen Bistum. Als aktuelles Projekt nennt Seniorchef Hermann Schultze, der in Deutschland seine Expertise einbringt, die Sankt-Salvador-Basilika in Prüm. Hier ist sehr viel Handarbeit im Spiel bei der Arbeit mit Kalkfarben oder auch bei der Vergoldung. 

Zum Film:
bit.ly/37M9IT2


Historie

1948 gründet Karl-Heinz Schultze den Betrieb in Bernkastel-Kues und führt diesen bis 1982.

Hermann Schultze übernimmt, nachdem er die Meisterschule in Stuttgart Feuerbach erfolgreich abgeschlossen hat.

1994 macht Michael Schultze die Ausbildung im elterlichen Betrieb.

1996 wechselt er zu Heinrich Schmid nach Reutlingen und besucht die Berufsakademie mit Abschluss Dipl.-Betriebswirt (BA). Dort lernte er seine Frau Michaela kennen.

2001 hat Michael Schultze die Meisterschule absolviert. Michael Schultze wird Abteilungsleiter bei Heinrich Schmid.

2003 wird Hermann Schultze Kreishandwerksmeister und fragte Michael, ob dieser ihn im elterlichen Betrieb unterstützen könne. Das Ehepaar zieht nach Bernkastel.

2005 erfolgt die Gründung des Betriebes in Luxemburg.

2015 übergibt der Vater den Betrieb an seinen Sohn. Aus Hermann Schultze Malerbetrieb e.K. wird Schultze Maler GmbH. Ab diesem Zeitpunkt führt Michael Schultze die Geschäfte. 

2018 feiert der Malerbetrieb Schultze 70-jähriges Jubiläum.

2020: Einzug in den neuen Firmensitz Peinture Schultze.

www.schultze.lu

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