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Rostoptik mit Dekorspachtelmassen erzeugen

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Maroder Charme

Rostoptik mit Dekorspachtelmassen erzeugen
Durch den Einsatz einer Spachtelmasse mit feinen Metalleffektpigmenten in rosttypischen Farbtönen können korrodierte Stahloberflächen, z. B. Cortenstahl, sehr realistisch nachempfunden werden. Foto: Brillux

Rostoptik mit Dekorspachtelmassen erzeugen: Rostoptiken sind für den immer noch äußerst angesagten Industrial Style unverzichtbar. Die wie korrodiertes Eisen aussehenden Kreativtechniken lassen sich auf verschiedene Arten herstellen. Hier wird eine Variante vorgestellt, bei der eine Dekospachtelmasse zum Einsatz kommt.

Autorin: Susanne Sachsenmaier-Wahl | Fotos: Brillux

Nein, Rostoptiken sind längst nichts Neues mehr. Auch im Malerblatt hatten wir schon verschiedene Möglichkeiten präsentiert, wie man die Optik korrodierter Stahloberflächen an die Wand bringt. Selbst die Jubiläumstechnik zum 90. Geburtstag des Malerblatts, die von Malermeisterin Marion Tichy kreiert wurde, kam am maroden Charme des Rosts nicht vorbei (die Technik finden Sie hier: bit.ly/3ooz0xc). Rostoptiken können auf verschiedene Arten erzeugt werden: mithilfe von Lasur und Quarzsand etwa (zu sehen unter bit.ly/3l0dAUZ oder aber unter Verwendung spezieller Echt- bzw. Edelrostfarben, deren Eisenpartikel mithilfe eines Aktivators zum Rosten gebracht werden (Beispiele hierfür finden Sie unter bit.ly/39WETsK oder
bit.ly/3orChvs). Und dann sind da noch die Dekorspachtelmassen. Auch mit ihnen kann man einen attraktiven Rost-Look erzeugen – auch wenn man das von den edlen Materialien kaum glauben kann. Wie, das erfahren Sie hier.

Rostoptik mit Dekorspachtelmassen erzeugen

Bevor die Spachtelmasse aufgebracht werden kann, sollte der geschliffene, entstaubte und grundierte Untergrund eine Beschichtung in einem auf die nachfolgende Spachtelung abgestimmten Farbton erhalten. Sollten Fugen zur Gliederung der Fläche gewünscht sein – dadurch ergibt sich der Anschein einer Stahlplattenbeplankung –, so müssen diese nun ebenfalls festgelegt und mithilfe von Linierbändern abgeklebt werden. Nach diesen Vorarbeiten darf endlich zur Spachtelmasse gegriffen werden – vorzugsweise in einem satten Rostrot. Sehr gut eignet sich eine Samteffekt-Spachtelmasse mit feinen Metalleffektpigmenten, wie etwa Creativ Tenero 84 von Brillux. Die Spachtelmasse auf Acrylat-Basis wird in Teilflächen mit der Glättkelle aufgezogen. Diese sollten „vertikal verzahnt“ sein, sodass keine geradlinigen Ansätze in der Fläche entstehen. Soll eine besonders rustikale Optik erzielt werden, kann man bewusst Fehlstellen stehen lassen, an denen die Grundbeschichtung „durchblitzt“. Dann lässt man die Spachtelmasse etwa dreißig Minuten ablüften, bevor eventuelle Grate geglättet werden. Die Linierbänder werden entfernt, bevor die Spachtelmasse durchgetrocknet ist, um ein Ausfransen der Ränder zu verhindern.

Eine Lasur sorgt für Rustikalität

Nach der vollständigen Durchtrocknung der Spachtelmasse wird mit einer Dispersionslasur (z. B. „Creativ Viviato 72“ von Brillux) weitergearbeitet. Die Lasur, die in einem dunkleren Braunton gewählt werden sollte, wird mit der Mikrofaserwalze unregelmäßig aufgerollt und unmittelbar danach verschlichtet. Dann lässt man die Lasur trocknen.

Wer sich für eine durch Fugen gegliederte Rostoptik entschieden hat, der muss nun noch einmal zum Linierband greifen und die bereits vorhandenen Fugen noch einmal abkleben. Nun erfolgt die Akzentspachtelung mit derselben Spachtelmasse wie zuvor. Dieser Spachtelgang sollte sehr dünnschichtig und ganz bewusst nicht vollflächig ausgeführt werden. Allerdings sollte man nicht einzelne „Flecken“ auf die Fläche setzen, sondern die vertikale Struktur beibehalten, dabei aber bewusst Partien ungespachtelt lassen. Sehr gute Ergebnisse erzielt man durch ein leichtes „Wippen“ der Glättkelle, also ein abwechselnd steileres bzw. flacheres Führen der Kelle während des Applizierens. Auch durch das Aufnehmen kleiner, sich nicht berührender Spachtelmasse-Batzen auf die Kelle können Fehlstellen in der Fläche geschaffen werden.

Die noch frische Spachtelschicht wird anschließend mit einer Strukturwalze partiell in Form gebracht. Dadurch erhält man eine raue Oberfläche, die den Anschein vermittelt, dass sich bereits „Rostblasen“ gebildet haben. Eventuell vorhandene Klebebänder werden abgezogen, bevor die Oberfläche mit dem Kellenrand leicht abgeschabt wird. Nun kann die zweite Lasurschicht in derselben Weise wie die erste aufgetragen werden. Der Fläche wird dadurch noch einmal deutlich mehr Rustikalität verliehen, sie erhält die Optik einer stark angerosteten Stahlplatte.

Rostfahnen, Abläufer und Struktur

Wer noch mehr Authentizität wünscht, der kann zusätzlich Rostfahnen oder Abläufer erzeugen. Hierfür werden mithilfe einer Sprühflasche einzelne Wasserspritzer auf der Fläche platziert und gegebenenfalls leicht mit der Mikrofaserwalze überrollt.

Auch mehr Struktur kann optional erzeugt werden. Und hier kommt ein alter Weggefährte vieler Handwerker ins Spiel: der Kaffee – allerdings nicht in seiner flüssigen (und damit schmackhaften) Form, sondern als Pulver. Dieses wird in eine (farblose) Lasur, die vereinzelt aufgetupft wird, eingeblasen. Dafür benötigt man keine Maschine, sondern lediglich ein Stück Papier und die notwendige Puste. Mit diesem Arbeitsschritt lassen sich beispielsweise stark angerostete Ecken und Kanten perfekt imitieren.

Ein Verarbeitungsvideo zur Technik: bit.ly/3mtQUff


Rostoptik mit Dekorspachtelmassen erzeugen Foto: Brillux

Die Spachtelmasse in einem satten Rostrot wird in Teilflächen mit der Glättkelle auf die grundierte Wand aufgezogen. Dabei sollten keine geradlinigen Ansätze in der Fläche entstehen.


Rostoptik mit Dekorspachtelmassen erzeugen Foto: Brillux

Eine Lasur, die in einem dunkleren Braunton gewählt werden sollte, wird mit der Mikrofaserwalze unregelmäßig auf die trockene Spachtelmasse aufgerollt und unmittelbar danach verschlichtet.


Rostoptik mit Dekorspachtelmassen erzeugen Foto: Brillux

Der zweite Spachtelgang wird sehr dünnschichtig und ganz bewusst nicht vollflächig ausgeführt. Die noch frische Spachtelschicht wird anschließend mit einer Strukturwalze partiell in Form gebracht.


Foto: Brillux

Der abschließende Lasurauftrag sorgt für noch mehr Authentizität. Rostfahnen, Abläufer oder Rost-Ausblühungen können in diesem Zuge integriert werden.

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