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Klimaneutral - der Sto-Konzern will es schaffen - Malerblatt online

Klimaneutral - der Sto-Konzern will es schaffen
Klimaneutralität erreichen

Der Sto-Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, das gesamte Unternehmen mit rund 5.700 Mitarbeitern weltweit klimaneutral aufzustellen. Vorstand Michael Keller und Dr. Eike Messow, Leiter Nachhaltigkeit der Sto-Gruppe, nehmen Stellung zur Klimadebatte und erklären, warum die energetische Sanierungsquote noch zu niedrig ist.

Fotos: Sto

Industrielle Produktion lässt sich nicht ohne CO2-Emissionen realisieren. Wie erreicht Sto dennoch Klimaneutralität?

Dr. Eike Messow: Klar ist, dass Produktion Energie braucht. Die gibt es bislang nicht immer emissionsfrei. Das Bewusstsein, die Industrieproduktion und Energiegewinnung energiearm auszurichten, ist mittlerweile aber überall vorhanden. Bei Sto genießt das Thema Priorität. Klimaneutralität erreichen wir bei Sto in Deutschland aktuell über mehrere Bausteine.

In den vergangenen Jahren haben wir Energiemanagementsysteme nach dem weltweit gültigen Standard ISO 50001 implementiert. So reduzieren wir durch gezielte Maßnahmen kontinuierlich unseren spezifischen Energiebedarf. Unsere Standorte bauen wir bewusst so aus, dass das Thema Energie nachhaltig ist. Sto geht zudem bei eigenen Bauten mit einem großen Nachhaltigkeits-Anspruch voran. Unser Verwaltungsbau in Stühlingen ist beispielsweise ein Nullenergiegebäude, zertifiziert von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB. Oft ist es sogar ein Plusenergiegebäude, da die Energieerträge in den letzten Jahren höher waren als die Verbräuche. Und: Wir setzen zu hundert Prozent auf Ökostrom. Um nun insgesamt klimaneutral zu sein, unterstützt Sto über zertifizierte Programme Projekte, die den CO2-Ausstoß senken. So gleichen wir die noch bestehenden Emissionen an anderer Stelle aus.

Wie funktionieren diese Zertifikate?

Dr. Eike Messow: Die Klimazertifikate stehen für die Menge an CO2, die wir auf Grundlage einer CO2-Bilanz als verbliebene Emission ermittelt haben.

Michael Keller: Diese Zertifikate gehen außerdem über den reinen Ausgleich von CO2-Emissionen hinaus und berücksichtigen beispielsweise auch soziale Komponenten – ganz im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes. Dafür arbeiten wir mit „Fokus Zukunft“ aus Starnberg zusammen. Unsere Klimaneutralität wird dadurch von einer unabhängigen, neutralen Organisation bestätigt. Das macht das Ergebnis transparent und überprüfbar.

Was treibt Sto hier an?

Michael Keller: Jedes Unternehmen steht in der Verantwortung für sein Handeln. Es geht doch um weit mehr als um das Erwirtschaften von Gewinnen. Davon sind wir bei Sto schon lange überzeugt. Eine langfristig nachhaltige und soziale Unternehmensentwicklung gehört zur Unternehmens-DNA. Ich finde, das kommt gut in unserem Motto „Bewusst bauen“ zum Ausdruck. Dieses Motto führten wir bereits 1988 ein. Für uns gehört dazu, alle Anstrengungen zu unternehmen, um das globale Ziel zu erreichen, die Erderwärmung in den nächsten Jahren auf maximal 1,5 Grad zu deckeln. Da sehen wir auch Firmen in der Pflicht.

Dr. Eike Messow: Mit dem European Green Deal, den EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im Dezember 2019 vorstellte, haben sich die EU-Mitgliedsländer zum Ziel gesetzt, bis 2050 die Netto-Emissionen von Treibhausgasen auf null zu reduzieren. Europa möchte so der erste klimaneutrale Kontinent werden. Damit identifizieren wir uns bei Sto selbstverständlich.

Dämmsysteme passen da gut ins Bild.

Michael Keller: Auf jeden Fall tragen WDVS seit mehr als 50 Jahren dazu bei, CO2 einzusparen. Dämmen ist angesichts der steigenden Öl- und Gaspreise zudem so wirtschaftlich wie nie zuvor – erst recht, wenn die Fördergelder eingerechnet werden, die es von Bund, Ländern und in vielen Kommunen gibt. Deshalb ist es sinnvoller denn je, dass Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer, Wohnungsverwalterinnen und -verwalter sowie die Sanierungs- und Instandhaltungs-Teams in Wohnungsunternehmen und -genossenschaften beim Dämmen von Fassaden jetzt handeln. Für Maler liegt hier eine große Chance, insbesondere, wenn sie sich neben ihrer handwerklichen Qualifikation als Energieberater etablieren.

Nicht zu übersehen ist das Nachwuchsproblem im Handwerk.

Michael Keller: Dieses Problem sehen wir auch. Es ist eine wichtige Aufgabe der Industrie- und Handwerkskammern ebenso wie der Verbände, für mehr Nachwuchs zu sorgen. Ohne mehr Hände im Handwerk bekommen wir die notwendige Quote an Wärmedämmung der Fassaden zur CO2-Reduktion nicht hin. Natürlich wünschen wir uns, dass die Politik die Bedeutung der Förderung der Handwerker-Ausbildung sieht. Nicht jeder muss Akademiker werden. Diese Denke sollte wieder stärker schon in den Schulen in den Vordergrund rücken. Mit der Sto-Stiftung unterstützen wir genau diesen Gedanken: Der Förderanteil für das Handwerk ist in den vergangenen Jahren erhöht worden – und wird in der Zukunft fortgesetzt.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, mehr regenerative Energie zu nutzen – Wind, Wasser, Sonne?

Dr. Eike Messow: 2022 wird das Thema Photovoltaik-Fassade bei uns wieder an Fahrt aufnehmen. Hier wollen wir das Geschäftsfeld stärker fördern.

Zurück zum Green Deal: Wird Sto bis 2050 auch ohne den Kauf von Zertifikaten klimaneutral?

Michael Keller: Wir möchten das gern früher erreichen, schon bis 2040. Neben Klimaschutz gehören zu unserer Nachhaltigkeitsstrategie zudem noch Umweltschutz, Kreislaufwirtschaft, Gesundheit sowie soziale Verantwortung.

Dr. Eike Messow: Nachhaltigkeit ist bei Sto ein umfassender Anspruch. Uns geht es auch um den Erhalt der Biodiversität oder den schonenden Einsatz endlicher Ressourcen. Wenn wir von Nachhaltigkeit reden, gehört dazu, dass wir bewusst technische Premium-Produkte und Systeme anbieten, die darauf ausgerichtet sind, den Gebäudeinhabern viele Jahre einen hohen Nutzen zu bieten. Dass das kostet, ist klar. Langfristig lohnt es sich aber, höherwertig zu bauen und etwas mehr Geld auszugeben. Wer billig beim Material baut, baut am Ende teurer, da die Klimaziele nicht erreicht werden oder die Produkte schnell Verschleiß zeigen.

Was tut Ihr Unternehmen, damit Handwerker Abfälle vermeiden oder die Kreislaufwirtschaft an Fahrt gewinnt?

Dr. Eike Messow: Es gehört zu unseren Kernzielen, die Recycling-Quote zu erhöhen. Das ist am Bau nicht ganz einfach. Mit unseren Rücknahmesystemen für Schnittreste von Dämmstoffen bieten wir zum Beispiel schon eine Möglichkeit, Abfälle einfacher der Kreislaufwirtschaft zuzuführen. An weiteren Themen, wie den Verpackungen, sind wir dran. Hier brauchen wir auch bessere Recycling-Anlagen. Diese arbeiten beim Thema Mülltrennung automatisiert noch nicht so gut, wie wir uns das wünschen.

Michael Keller: Der Sto-Vorstand steht voll hinter allen Projekten, die Nachhaltigkeit am Bau fördern. Wir halten es für essenziell, dass der Prozess zu umfassender Nachhaltigkeit von der Geschäftsführung nicht nur gebilligt, sondern aktiv vorangetrieben wird.

Derzeit werden jährlich nur rund ein Prozent der rund 19 Millionen Gebäude in Deutschland energetisch saniert.

Michael Keller: Das ist natürlich viel zu wenig. Bleibt die Quote so, hätten wir erst in rund 90 Jahren den Gebäudebestand klimaneutral saniert.

Dr. Eike Messow: Neben der Fassadendämmung sehen wir die Notwendigkeit, dass in mehr Häusern als bislang vernünftige Fenster und Heizsysteme verbaut werden. Das geht ohne gute Energieberater nicht. Deshalb ist es wünschenswert, dass die Handwerker gerade dieses Geschäftsfeld als einen Wachstumsmarkt erkennen und sich zum Energieberater ausbilden lassen.

Keller: Eine gute Ausbildung ist für einen nachhaltigen Bau ganz entscheidend. Dazu gehört dann auch das Produktwissen, zum Beispiel, wie eine Innendämmung funktioniert, wenn die Außendämmung nicht infrage kommt. Sto bietet drei unterschiedliche Innendämmsysteme, passend für unterschiedliche bauliche Situationen. Um diese richtig zu wählen, sind Know-how und eine sorgfältige Bestandsanalyse unabdingbar. Dazu gehört beispielsweise, dass Wärmebrücken minimiert oder ausgeschlossen werden und besonders an Fensterbänken akkurat gearbeitet wird.

Wir bieten Handwerkern umfangreiche, oft kostenlose Weiterbildungsprogramme an. Wenn alle mitmachen, dann kriegen wir die Ziele des Green Deal hin.

Weitere Informationen:
www.sto.de


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Umweltschutzprojekte, die die Sto SE & Co. KGaA fördert:

Seit Sommer 2021 ist die Sto SE & Co. KGaA CO2-neutral. Bei der Verbesserung der Energieeffizienz orientiert sich das Unternehmen an der ISO 50001. Die nach international anerkannten Standards (Gold Standard und Verified Carbon Standard) zertifizierten Klimaschutz-Projekte verfolgen einen breiten Ansatz und liegen in Indien

(Solarpark), Zimbabwe (Brunnenbau), Uruguay (Waldaufforstung), der Türkei (Windkraft) und China (Solarkocher).


PraxisPlus

Maler können Vorreiter sein

Gebäude zu dämmen, ist ein Grundpfeiler auf dem Weg zur Klimaneutralität: Die für die Herstellung eines Systems aufgewandte Energie ist spätestens nach zwei Jahren ausgeglichen, danach spart es über Jahrzehnte Energie und verringert Emissionen. „Darum zählt das Ausbauhandwerk zu den größten Klimaschützern in Deutschland – darauf dürfen die Fassadenprofis durchaus stolz sein“, meint der Sto-Nachhaltigkeitsexperte Dr. Eike Messow. Laut Sto umgerechnet rund 115 Milliarden Liter Heizöl haben Gebäude alleine mit den Dämmsystemen aus dem Schwarzwald eingespart. Das bedeutet, dass rund

370 Millionen Tonnen CO2 erst gar nicht in die Atmosphäre gelangt sind. „Der European Green Deal ist in diesem Zusammenhang eine neue Herausforderung, aber auch eine Riesen-Erfolgschance für die gesamte Branche.“ Maler und Stuckateure werden auch künftig – gemeinsam mit kostenbewussten Bauherren und engagierten Planern – Vorreiter sein beim Kampf gegen den Klimawandel.


Sto-Vorstand Michael Keller

Eine langfristig nachhaltige und soziale Unternehmensentwicklung gehört zur

Sto-DNA.

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