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Titandioxid, Algen und Wahlen

Herbsttagung TWU und SV
Titandioxid, Algen und Wahlen

Erstmals nach der Frühjahrstagung im März 2020 in Mannheim fand die TWU/SV- Herbsttagung 2021 wieder als Präsenzveranstaltung statt. Gastgeber für diese Veranstaltung waren die Alligator Farbwerke, eine Tochtergesellschaft der DAW SE. Der Geschäftsführer Rainer Brandhorst begrüßte die Delegierten der Technik- und Sachverständigenausschüsse der Landesverbände in Enger und stellte die Alligator Farbwerke vor. Ihm zur Seite stand als Gastgeber Thomas Ellerhoff, Leiter der Technik.

Der TWU-Vorsitzende Stefan Ehle verabschiedete Dietmar Ahle mit einem lachenden und einem weinenden Auge – er bleibt dem TWU/SV-Ausschuss in seiner Funktion als Vizepräsident des Bundesverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz als Technikbeauftragter erhalten. Der Nachfolger von Dietmar Ahle, Marco Siegmund, wurde bereits auf der Herbsttagung 2019 in Karlsruhe begrüßt.

Auch Dierk Holtorf wurde von Stefan Ehle verabschiedet. Gleichzeitig wurden Holtorfs Nachfolger begrüßt: Für den TWU-Ausschuss ist vom Landesverband Schleswig-Holstein Martina Beume delegiert, für den Sachverständigenkreis Marius Reichenstein.

Dass Titandioxid als Weißpigment nicht ohne Einschränkungen ersetzbar ist, war allen Anwesenden bekannt. Worin die besonderen Eigenschaften liegen und welche Nachteile die alternativen Pigmente haben, zeigte Dr. Christian Walter von DAW in seinem Vortrag. Dr. Walter ging auch auf die unverständliche Einstufung von Titandioxid als in Staubform potenziell krebserregendem Pigment ein. Anhand verschiedener Studien zeigte er auf, dass das Titandioxidproblem ein Staub-problem ist, das auch für andere Stäube gilt und das über den Arbeitsschutz gelöst werden könnte.

Dr. Johannes Westmeier (Caparol) machte in seinem Vortrag deutlich, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein ökologisches, sondern auch ein wirtschaftliches Thema ist. Die Verteuerung der fossilen Brenn- und Rohstoffe führt im Endeffekt dazu, dass Firmen auch wirtschaftlich gezwungen sind, nachhaltige Alternativen zu suchen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Ein vielversprechender Weg ist es, Erdöl direkt bei der Herstellung chemischer Rohstoffe durch Biomasse zu ersetzen. Die BASF verfolgt diesen Weg schon seit Jahren und Caparol bietet mit seiner GEO-Produktreihe entsprechende Produkte.

Der Frage, ob Algen und Pilze Beschichtungen zerstören können, ging Dr. Constanze Messal in ihrem als Videokonferenz zugeschalteten Vortrag nach. Anhand vieler Schadensbeispiele belegte sie, dass eine Schädigung von Beschichtungen durch Mikroorganismen tatsächlich möglich ist. In der Realität kommt es aber zu echten Schäden meist nur dann, wenn Verarbeitungsfehler gemacht wurden (alter Algenbewuchs überstrichen) oder Schäden zu einer Hinterwanderung von Feuchte unter die Beschichtung führen. Im Resümee sind Zerstörungen durch Algen und Pilze an der Fassade eher selten, die Biofilme sind eher ein optisches Problem. Dramatischer sieht es im Bereich Denkmalschutz aus. Hier können tatsächlich ernsthafte Schäden entstehen, die sich in der Zerstörung von Farbschichten zeigen. Die pilzähnlichen Bakterien Actinomyceten haben eine Vorliebe für Leimfarben und versalzene Untergründe und können historische Farben und Mörtel zersetzen.

Jost Grund, Vorsitzender der Sachverständigen (SV)-Obleute führte durch die Themen des Sachverständigenwesens, Jörg Baumann berichtete über die wichtigsten Themen, mit denen sich die Bundesfachgruppe Fußbodentechnik zuletzt beschäftigt hat und Anja Brunnengräber ging auf die letzten Aktivitäten der Bundesfachgruppe Putz Stuck Trockenbau ein. Die fast abgeschlossene Hilfestellung zur Gefährdungsbeurteilung im Maler- und Lackiererhandwerk stellte Beate Bliedtner vor. Karl-August Siepelmeyer berichtete über den Stand der Merkblattarbeit beim Bundesausschuss Farbe und Sachwertschutz (BFS).

Last but not least standen Wahlen an, da diese coronabedingt auf diese Präsenzsitzung verschoben worden waren. Stefan Ehle wurde erneut zum Vorsitzenden des Ausschusses Technik Werkstoff Umwelt (TWU) gewählt und Jost Grund bleibt Vorsitzender der Sachverständigen-Obleute für eine weitere Amtsperiode. Diese dauert drei Jahre bis zur Herbsttagung 2024.

Der Termin für die nächste Frühjahrstagung wurde auf 24./25. März 2022 festgelegt, die nächste Herbsttagung soll voraussichtlich am 20./21. Oktober 2022 stattfinden.

www.farbe.de

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