So lautet das Ergebnis der „Haigerlocher Gespräche“, die die Fachgruppe Putz & Dekor im Verband der deutschen Lackindustrie im November auf Schloss Haigerloch durchführte.

Und der Putz hat Zukunft!

Dr. Hans Klein, Vorsitzender der Fachgruppe, betonte zu Beginn der Tagung, dass der Zusammenschluss von Kunstharzputzherstellern und Rohstofflieferanten, zunächst als Güte-, dann als Fachgemeinschaft und zuletzt als Fachverband, schon immer das Ziel hatte, die Qualität von Kunstharzputzen zu sichern bzw. zu verbessern.

Peter Appenzeller, Leiter Sto-Design Deutschland, machte deutlich, dass die Putzentwicklung keineswegs abgeschlossen sei. Insbesondere hinsichtlich des Aussehens müsse der Putz weiterentwickelt werden. „Produkte müssen so individuell sein, wie die Menschen, für die sie gemacht sind,“ betonte Appenzeller. Man müsse wegkommen vom Standardisierten, und statt dessen neue, individuelle Lösungen finden. Nur so könne der Putz neben den vielen anderen Materialien, die heute an der Fassade anzutreffen sind, konkurrenzfähig bleiben. Dass bei Sto bereits intensiv an neuen Putzstrukturen gearbeitet wird, zeigten die Produktstudien, die Appenzeller im Anschluss an seinen Vortrag präsentierte. Neben metallisch anmutenden Oberflächen waren u. a. auch Experimente mit Naturmaterialien zu sehen.
In einer Praxisvorführung stellten Mitarbeiter der Firmen Caparol und Sto Putzneuheiten sowie deren Verarbeitung vor. Dabei wurde deutlich, dass bereits zahlreiche Materialien zur kreativen Gestaltung auf dem Markt sind. Der Maler und Stuckateur muss diese nur einsetzen, um seinem Kunden individuelle Lösungen anbieten zu können.
Wie sich Putze durch Maschinentechnik wirtschaftlich verarbeiten lassen, zeigte Dipl.-Ing. Wolfgang Hoffmann, Technischer Leiter Baufarben bei SigmaKalon Deutschland. Der Spritzspachtel „Brander crystal“ von SigmaKalon etwa eigne sich hervorragend zur rationellen Herstellung glatter oder strukturierter Oberflächen in größeren Objekten. In Holland werden bereits ca. 75 Prozent aller Innenwandflächen mit Spritzspachtel beschichtet und dieser Trend, so Hoffmanns Einschätzung, schwappe allmählich auch nach Deutschland über. Da gelte es, als Maler und Stuckateur für diese Aufträge gewappnet zu sein.
Max Ruprecht von Relius Coatings gab den Teilnehmern der Haigerlocher Gespräche einen Überblick über die Eigenschaften pastöser Putze. Diese, so Ruprecht, zeichneten sich durch ihre gute Haftung auf fast allen Untergründen, ihre Dehnfähigkeit, ihre rissüberbrückenden Eigenschaften sowie ihre Stoß- und Schlagfestigkeit aus. Außerdem seien sie diffusionsfähig, was er anhand eines einfachen Versuchs bewies. Erstaunen bei den Zuhörern löste die Aussage Ruprechts aus, dass sich Dispersionssilikatputze ideal zum Schimmelschutz eignen. Ursache hierfür sei die Tatsache, dass die in den Poren „eingebaute“ Pottasche im Innenraum nicht ausgewaschen werde und so ein dauerhafter Schutz gegen Schimmelbefall vorhanden sei. Während Kalkputze häufig wegen ihrer Alkalität, die aber mit fortschreitender Carbonatisierung abnimmt, als idealer Schimmelschutz gepriesen werden, sind Dispersionssilikatputze hierfür, selbst unter Fachleuten, nur wenig bekannt.
Detlef Gysau, Leiter der Anwendungstechnik Lacke, Farben, Klebstoffe bei Omya International und Vorsitzender des Arbeitskreises Technik der Fachgruppe Putz & Dekor, informierte über Gesetze, Verordnungen und Normen, die im Zusammenhang mit pastösen Putzen relevant sind.
Welche Bedeutung der Putz aus dem Blickwinkel eines Architekten hat, erläuterte Peter Brückner vom Architekturbüro Brückner & Brückner in Tischenreuth. Sein Resümee: auf Grund seiner Tiefenwirkung und Textur hat der Putz auch in gestalterischer Hinsicht durchaus Zukunft.
Susanne Sachsenmaier-Wahl

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