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Veganer Putz: „Initialzündung“ für die veganen Bauprodukte

Vegane Baustoffe
Wenn der Putz vegan sein soll

Vor wenigen Jahren wussten viele noch gar nicht genau, was vegan bedeutet. Heute ist der Veganismus eine verbreitete Lebenseinstellung. Immer mehr Menschen wollen bewusst auf Produkte verzichten, die tierischen Ursprungs sind – und das nicht nur bei Lebensmitteln. Hier stellen wir vier vegane Putze vor.

Autor: Jörg Rahnfeld

An die „Initialzündung“ für die veganen Bauprodukte erinnert sich Dr. Klaus Hoffmann, Leiter F+E bei Sakret Sachsen, noch ganz genau: „Ich saß in meinem neuen Auto und wunderte mich über den Aufkleber ‚veganer Innenraum‘. Warum soll ein Autoinnenraum vegan sein? Was sind dann unsere Produkte? So grübelte ich auf der Fahrt vor mich hin, bis ich am Ende sicher war: Das prüfst du mal genauer.“

Weit mehr als nur ein Trend

Veganismus ist nicht nur ein Trend , sondern eine Lebenseinstellung. Und genau aus dieser Beobachtung entstand bei Sakret Sachsen die Idee, auch vegane Baustoffe anzubieten. Denn wer sich konkret mit den Wünschen und Bedürfnissen von vegan lebenden Menschen auseinandersetzt, stellt fest, wo es Lücken gibt. Baustoffe sind per se nicht tierfrei. Und genau dieser simple Begriff macht den Unterschied. „Viele unserer Baustoffe enthalten als Zusatzstoffe tierische Abfälle. Ob das nun Talg ist, der wasserabweisende Eigenschaften in unsere Produkte bringt, oder Tierknochen oder Tiermehl, die im Brennprozess unserer Ausgangsstoffe eingesetzt werden. Diese haben wir konkret gesucht und gegen vollständig tierfrei hergestellte Ausgangsstoffe getauscht“, verrät Dr. Klaus Hoffmann. Nach kurzem Check der bestehenden Rezepturen wurden vier Produkte identifiziert, die sich für eine vegane Variante eignen. „Schwieriger war dann eher die Suche nach geeigneten Ersatzstoffen“, so Dr. Klaus Hoffmann.

Veganer Putz ist in der Verarbeitung wie gewohnt

Mit entsprechenden Rezepturanpassungen stehen die neuen Baustoffe den nichtveganen Produkten in nichts nach. Weder Verarbeitung, noch Aufbewahrung oder spätere Nutzung ändern sich. „Das zeigt ja, dass es geht – wenn man will. Natürlich stoßen Sie bei Ihren Lieferanten erst einmal auf Unverständnis. Aber es geht ja nicht um Lebensmittel, sondern eine Lebenshaltung. Und warum soll man darauf kein Produkt anpassen?“, fasst Dr. Klaus Hoffmann zusammen. Die Verarbeitung erfolgt wie gewohnt per Putzmaschine, geliefert werden branchenübliche Gebinde.

Lohnt sich der Aufwand?

Thomas Utermöller, Geschäftsführer bei Sakret Sachsen bringt es simpel auf den Punkt: „Natürlich reden wir aktuell von einem Nischenprodukt. Doch uns ist es wichtig, nicht nur von Nachhaltigkeit in unserer Branche zu reden, sondern sie auch wirklich umzusetzen.“ Und wie groß ist diese Nische am Umsatz? „Das IfD Allensbach benennt für Deutschland knapp 8 Millionen Vegetarier oder Veganer, also acht bis zehn Prozent der Bevölkerung. Wenn wir mal die Mitte nehmen, vier Millionen, so treffen wir recht genau die Menschen, denen es nicht nur um Ernährung, sondern auch das Tierwohl geht. Und genau so groß schätzen wir den Markt für unsere Produkte innerhalb der Baubranche, drei bis fünf Prozent sind für streng vegane Produkte drin“, so Thomas Utermöller. Preislich ist kein großer Unterschied für die veganen Produkte im Vergleich zu Standard-produkten festzustellen.

Für Thomas Utermöller steht fest, dass zur Nachhaltigkeit eben auch das Nachdenken über vegane Baustoffe gehört: „Wir werden auf jeden Fall schauen, wie sich der Markt für diese speziellen Produkte entwickelt. Mit den aktuell bestehenden Baustoffen sind wir gut aufgestellt und können im Innen- wie auch im Außenraum den Wünschen dieser Kunden nachkommen.“

Folgen weitere Produkte?

Weitere Produkte der Range „vegan“ kann man sich bei Sakret Sachsen gut vorstellen. „Auch hier gilt: Das regelt der Markt. Ich glaube nicht, dass der Verarbeiter zum Kunden geht und sagt ‚nimm doch mal das vegane Produkt‘. Viel eher ist es umgekehrt, der Kunde wird das einfordern – wenn er darum weiß“, resümiert Dr. Hoffmann.

„Für uns hört das Thema ja nicht mit dem Baustoff auf. Auch die Gebinde sind vegan, selbst unsere Flyer für diese Produkte sind vegan gedruckt und zertifiziert. Ob der Fahrer vom Liefer-LKW allerdings Veganer ist, kontrollieren wir nicht mehr“, schmunzelt Thomas Utermöller. Diese Grundhaltung ist so überzeugend, dass auch die PETA auf Sakret Sachsen aufmerksam wurde. Um den tierleidfreien Produktionsprozess zu ehren, vergab die Tierschutzorganisation den ersten „Innovator Award“ an das sächsische Unternehmen.


PraxisPlus

Die folgenden veganen Produkte sind erhältlich:

  • Sakret Kalkinnenputz KIP vegan: kalkbasierter Innenputz mit geringer Zementzugabe, geeignet für alle Mauerwerke.
  • Sakret Kalkfeinputz KFP vegan: kalkbasierter Feinputz für Innenräume mit geringer Zementzugabe; als feinkörnige Oberputzlage auf Sakret KIP vegan, aber auch als Endputzlage auf anderen mineralischen Putzen einsetzbar.
  • Sakret mineralischer Faserleichtputz MAP-MFL vegan ist ein Kalkzementleichtputz des Typs II für außen; als Grundputz für alle Mauerwerke (auch hoch wärmedämmende) geeignet..
  • Sakret Feinputz FP 230 vegan: feiner Kalkzementputz mit haftverstärkenden Zusätzen; im Außenbereich als Armierungsputz sowie als feine, anstrichfertige Oberputzlage auf Sakret MAP-MFL vegan.

Weitere Informationen:

bit.ly/3E3Bp4A

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