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Tipps für ein gelungenes Foto

Foto
Vom Motiv zum Bild

Achtsam sein, genau hinschauen und eine Wahl treffen: Fünf Tipps für ein gelungenes Foto.

Autorin | Fotos: Andrea Nuding

Fotos werden überall und schnell gemacht und genauso schnell wieder vergessen. Sie versinken im Nirwana der Speicher, bis diese überlaufen. Deshalb lohnt es sich vor der Aufnahme ein wenig darüber nachzudenken, was man mit dem Bild aussagen möchte.

Der Schnappschuss bei einem Treffen mit Freunden verliert dadurch nicht seine Berechtigung. Aber ein Foto, das man länger als eine Sekunde anschaut und es nicht gleich weiterwischt, kann durchaus Freude bereiten.

Tipp 1: Genau Hinschauen

Genaues Hinschauen lohnt sich immer, bei der (Maler-)Arbeit, beim Bummeln (street-photography) oder eben in dem Moment, bevor man gezielt ein Foto macht. Was ist wichtig, was kann weg? Störende Gegenstände sollten entfernt werden.

Weitere Fragen sind: Was soll mit dem Motiv ausgedrückt werden? Und wie inszeniere ich das Motiv so, (zum Beispiel eine oder mehrere Personen), dass meine gewünschte Aussage unterstützt wird?

Tipp 2: Format dem Motiv anpassen

Wie wähle ich das passende Format? Das Querformat entspricht dem natürlichen Sehen. Zwei Augen, nebeneinander …. Auch das Panoramaformat passt dazu, da die Augen einen Winkel von ca. 180 Grad wahrnehmen können. Das Hochformat empfiehlt sich bei hohen Objekten oder wenn man eine eher ungewöhnliche und spannendere Perspektive anstrebt.

Tipp 3: Motiv nicht mittig platzieren

Für den Bildaufbau selbst kann man den Hauptbereich des Motivs auf eine gedachte Linie aus der Mitte versetzt platzieren. Die Drittel-Regel oder der goldene Schnitt, die gedachte Aufteilung in neun gleichmäßig große Felder, kommen dabei zum Einsatz.

Wer sich ganz viel Mühe machen will, kann die Fotos alter Meister betrachten. Sie waren tatsächlich Meister in der Malerei und im Arrangieren. Ein Vordergrund für die Tiefe des Bildes, das Motiv aus der Mitte heraus links oder rechts angeordnet, nach oben oder unten aus der Mitte heraus versetzt, ein harmonischer Hintergrund zur Abrundung. Sie konnten sich das Motiv so zurechtmalen, wie sie es haben wollten.

Beim Fotografieren versucht man, sich die Realität so zu schaffen, dass sie inhaltlich und gestalterisch zur Aussage und zum Bildaufbau passt.

Tipp 4: Auf Schatten achten

Auch beim Lichtaufbau bzw. der Lichtwirkung kann man sich viel von Rembrandt und Co. abschauen. „Das Licht kommt immer von links“ ist so ein Ausspruch, den man gerne überprüfen kann. Aus welcher Richtung kommt das Licht? Wie wirkt es auf mein Motiv? Ganz gut lässt sich das gerade bei Porträts erkennen. Achten Sie mal auf die Lichter und Schatten im Gesicht und auf den Schultern der Nachrichtensprecher im Fernsehen!

Das Licht von der Seite beleuchtet dramatisch und lässt jede Falte/jedes Detail erkennen. Nicht immer das, was gewünscht wird. Diffuses, nicht gerichtetes Licht – zum Beispiel bei bewölktem Himmel oder im Schatten – bewirkt ganz zarte Schatten und Verläufe und schmeichelt der Haut. Mit der heutigen Digitaltechnik kann man die Mitarbeiter zum Gruppenfoto auch gerne „in den Schatten“ stellen. So muss keiner blinzeln, alle Gesichtszüge sind zu erkennen und die Falten verschwinden ganz ohne Botox.

Zusätzliche Beleuchtung liefert ein Zusatzblitz (indirekt wegen der harten Schatten, die das Blitzlicht von vorne verursacht) oder ein Aufheller. Eine Styroporwand bewirkt Unglaubliches, wenn sie neben oder unter einem Gesicht platziert wird. Ein weißer Punkt (manchmal auch zwei) im Auge des Porträtierten wirkt wie das Tüpfelchen auf dem I. Er bewirkt, dass der Mensch „lebendig“ wird. Auf manchen Werbefotos kann man in den Augen ablesen, mit welchen Lichtquellen das Model beleuchtet wurde.

Tipp 5: Perspektivwechsel

Der Standort des Fotografen stellt eine weitere wichtige Komponente für die Bildwirkung dar. Ob von oben, auf Augenhöhe oder aus der Froschperspektive, alles hat seine Reize und ist manchmal auch notwendig. Außerdem verschwinden durch die Veränderung des Standpunktes ungewünschte Bildelemente einfach so.

All diese Beispiele lassen sich Eins zu Eins auf Hauswände, dekorative Oberflächen, Mitarbeiter bei der Arbeit und alle anderen Situationen im Arbeitsalltag übertragen.

Grundsätzlich – und das gilt für alle Fotos – setzt sich ein gutes Foto aus verschiedenen Faktoren zusammen: dem Bildaufbau, dem Licht, dem Standpunkt des Fotografen und natürlich dem zu fotografierenden Objekt. Die verwendete Technik spielt dabei eher eine Nebenrolle. Sie dient als Handwerkszeug und sollte gut beherrscht werden. Das Hauptinstrument aber sind unsere Augen.

Mehr zum Thema:
www.malerblatt.de


Über die Autorin

Schon seit vielen Jahren fotografiere ich für namhafte Hersteller der Farben- und Lackindustrie. Dadurch entstanden auch zahlreiche Kontakte zu Herstellern und Firmen in der Bauindustrie. Architekten und Handwerker empfehlen mir interessante Objekte mit außergewöhnlicher Gestaltung für Reportagen in diversen Magazinen. Wer sich für meine Arbeit interessiert, kann gerne auf der Homepage vorbeischauen oder sich direkt an mich wenden:

www.andreanudingfotografie.com

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