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Wie kann der Maler nachhaltiger arbeiten?

Adler Lacke
Nachhaltig malern

Wie kann der Maler nachhaltiger arbeiten? Wann ist ein Produkt wirklich nachhaltig? Was Nachhaltigkeit beispielsweise aus Sicht des österreichischen Lackherstellers Adler bedeutet, lesen Sie hier.

Autorin: Susanne Sachsenmaier-Wahl I Fotos: Adler

Zehn Prozent seines Jahresumsatzes investiert Adler in die Forschung und Entwicklung, 110 MitarbeiterInnen sind in Labor und Anwendungstechnik der Schwazer Lackfabrik beschäftigt. Dabei folgt Adler einer klaren strategischen Ausrichtung: Nachhaltigkeit und Effizienz, „smart coatings“ und innovative Beschichtungstechnologien sind die Leitlinien, entlang derer neue Produkte entwickelt und bestehende optimiert werden. „Nachhaltigkeit ist sozusagen das Dach über unserer Strategie. Es gibt bei uns kein neues Entwicklungsprojekt, wenn es keinen Mehrwert im Hinblick auf Nachhaltigkeit bedeutet“, stellt Dr. Albert Rössler, Geschäftsleiter Forschung und Entwicklung bei Adler, klar. Das beginne bei der Auswahl der Rohstoffe – etwa durch nachwachsende Materialien oder den Verzicht auf Biozide – und ende bei der Haltbarkeit der Oberfläche: „Hochwertige Beschichtungen ermöglichen eine lange Lebensdauer und damit höhere Ressourceneffizienz“, erklärt Dr. Rössler.

Das Produkt als Ganzes betrachten

Rainer Troppmair, Leiter Entwicklung Fenster- und Bautenlacke bei Adler, ergänzt: „In unserer Nachhaltigkeits-Strategie haben wir eine ganzheitliche Betrachtungsweise verankert. Für Adler gibt es in Bezug auf Nachhaltigkeit kein Entweder-Oder, sondern nur ein Sowohl-Als-Auch.“ Was bedeutet das nun konkret? Troppmair präzisiert anhand eines Beispiels: „Viele Hersteller von „Naturfarben“ haben Produkte im Angebot, die hinsichtlich natürlicher und nachwachsender Rohstoffe zweifellos sehr gut sind, aber häufig eine schlechte Produktleistung und auch Verarbeitung bieten. Die Folge: Es braucht höhere Auftragsmengen, um die nötige Deckkraft und Schutzfunktion zu erreichen, die Oberfläche muss in kürzeren Intervallen aufgefrischt und renoviert werden – eine Verschwendung von Ressourcen.“ Bei Adler wolle man genau dies vermeiden und gehe deshalb einen anderen Weg. „Nicht nur in unserem „green“-Sortiment, sondern im gesamten Maler-Sortiment führen wir alle Aspekte zusammen: Ein möglichst hoher Anteil natürlicher Rohstoffe, umweltfreundliche Herstellung, Unbedenklichkeit für Gesundheit und Umwelt, effiziente Verarbeitung und hohe Oberflächenleistung. Wir sind überzeugt: Nur in dieser Gesamtschau sind umfassend nachhaltige Produkte möglich“, schildert Troppmair die Herangehensweise.

Wie kann der Maler nachhaltiger arbeiten?

Anhand einiger Beispiele aus dem Adler-Sortiment veranschaulicht der Entwicklungsleiter die Strategie. „In Bezug auf die Rohstoffqualität sind insbesondere unsere Cradle-to-Cradle-zertifizierten Produkte Lignovit Terra, Aviva Terra-Naturweiß, Terra Wax-Oil sowie die mit dem österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnete Innenlasur Lignovit Interior UV 100 erwähnenswert. Sie verfügen über einen Anteil natürlicher und nachwachsender Rohstoffe teilweise weit über 85 Prozent“, freut sich Troppmair. Uns interessiert, welche nachwachsenden Rohstoffe dabei zum Einsatz kommen. „In erster Linie geht es hier um das Bindemittel: Konventionelle Bindemittel werden auf Basis fossiler Rohstoffe (Erdöl) hergestellt. Bei Produkten wie Aviva Terra-Naturweiß, aber auch Lignovit Terra und Terra Wax-Oil, werden die benötigten fossilen Rohstoffe durch nachwachsende Rohstoffe ersetzt, indem das Bindemittel nicht auf Basis von Erdöl, sondern auf Basis von Biomasse – z. B. Holz- oder Grünabfälle – produziert wird“, erklärt Rainer Troppmair und fügt hinzu: „Unser Ziel ist es, bei unseren ökologischen Produkten ausschließlich auf natürliche Rohstoffe zurückzugreifen. Es gibt allerdings einzelne Lackbestandteile, die bislang noch nicht auf Basis natürlicher Rohstoffe hergestellt werden können. In erster Linie handelt es sich dabei um Additive, die für die finalen Eigenschaften des Lacks mitverantwortlich sind – sie machen den Großteil dieser Restmenge aus.“

Adler hat unter dem „green“-Sortiment besonders ökologische Produkte zusammengefasst (eine Broschüre zum Sortiment finden Sie hier: bit.ly/3vdwRG6). Von Rainer Troppmair wollen wir wissen, welche Kriterien ein Produkt erfüllen muss, damit es das Label erhält. „Jedes Adler-Produkt muss einen umfassenden Zertifizierungsprozess im Adler-Labor durchlaufen, bis es in das „green“-Sortiment aufgenommen wird. Dabei wird das Produkt nach zahlreichen Kriterien geprüft, die jenen gängiger Umweltzeichen entsprechen oder teilweise noch strenger ausgelegt sind. Geprüft werden die Umwelteigenschaften, die Verträglichkeit für Gesundheit und Sicherheit sowie die Lebensdauer. So weisen die meisten „green“-Produkte u. a. einen sehr niedrigen VOC-Gehalt und einen hohen Anteil natürlicher Rohstoffe auf, sind frei von giftigen, krebserregenden oder umweltgefährdenden Stoffen, können effizient verarbeitet werden und garantieren eine hohe Oberflächenqualität und damit eine lange Lebensdauer“, erfahren wir.

Der Produktionsprozess

Neben den Rohstoffen ist vor allem auch der Herstellprozess ausschlaggebend dafür, ob ein Produkt umweltverträglich ist oder nicht. „Der Anspruch umweltschonender Herstellung gilt für alle Adler-Produkte“, betont Troppmair. „Unsere Produktion ist emissionsarm, Abluft und Abwasser aus dem Produktionsprozess werden in unserem Umweltschutz- und Recyclingzentrum gereinigt. Die benötigte Energie stammt aus unserer eigenen Photovoltaikanlage beziehungsweise ausschließlich aus erneuerbaren Energieträgern wie Sonne- und Windkraft. Darüber hinaus ist Adler seit mehreren Jahren als eines der ersten Unternehmen unserer Branche klimaneutral – durch eine Vielzahl von Maßnahmen haben wir unseren ökologischen Fußabdruck auf ein Minimum reduziert und kompensieren unvermeidbare Restemissionen durch anerkannte Klimaschutz-Zertifikate.“ Die Produktion seiner Wohnraumfarbe Aviva Terra-Naturweiß lobt Adler gar als umweltschonend aus. Wir möchten wissen, was das konkret heißt und worin sich die Produktion von der anderer Adler-Produkte unterscheidet. „Aviva Terra-Naturweiß wird in unserer neuen Wasserlackfabrik in einem besonders energieeffizienten modularen Produktionsverfahren hergestellt“ führt Rainer Troppmair aus. „Durch eine modulare Produktionsmethode mit Leitstrahlmischer-Technologie können wir gegenüber dem konventionellen Produktionsprozess rund 30 Prozent an Energie einsparen.“

Der Produktlebenszyklus

Doch nicht nur während des Produktionsprozesses könne die Wandfarbe punkten. So zeichne sich Aviva Terra-Naturweiß darüber hinaus durch eine sehr hohe Deckkraft und Nassabriebbeständigkeit (jeweils Klasse 1) aus. „Das sorgt für sehr eine effiziente Verarbeitung, bei Renovierungsanstrichen genügt in der Regel ein Anstrich für ausreichende Deckkraft, sowie für lange Haltbarkeit“, sagt Troppmaier und verweist gleich auf ein weiteres Produkt aus dem Adler-Sortiment, das die Lebensdauer des Untergrunds ebenfalls verlängert: „Erwähnenswert ist diesbezüglich auch die Innenlasur Lignovit Interior UV 100, die über einen aktiven UV-Schutz verfügt. Dadurch verlängert sich die Lebensdauer und die optische Frische von Holz im Innenbereich wesentlich.“ Dem Entwicklungsleiter ist aber noch etwas wichtig, nämlich die Tatsache, dass nicht nur Produkte, die das „green“-Label tragen, nachhaltig sein können. „Über eine äußerst gute Oberflächenqualität verfügen auch viele Bautenlacke, die nicht im ‚green‘-Sortiment gelistet sind, etwa der besonders widerstandsfähige 2K-PU-Multilack. Der Lack eignet sich u. a. auch, um alte Fliesen überzulackieren, und leistet in dieser Hinsicht wiederum einen Beitrag zur Nachhaltigkeit.“ Spontan fällt uns in diesem Zusammenhang auch das Pullex-Renovier-System ein, mit dem sich unansehnlich gewordene Holzbauteile wieder auffrischen bzw. sanieren lassen (ein Video dazu finden Sie hier: bit.ly/3E3g3WE). Wir fragen Rainer Troppmaier, ob man dieses Verfahren nicht auch als nachhaltig einstufen könnte, da das alte Holz so ja deutlich länger erhalten werden kann. „Das ist absolut richtig! In unserer Nachhaltigkeits-Strategie orientieren wir uns konsequent an den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft. Nachhaltigkeit darf nicht nur am Beginn des Produktlebenszyklus ansetzen, indem ein Produkt z. B. mit einem hohen Anteil natürlicher Rohstoffe und unter Verwendung erneuerbarer Energie hergestellt wird; ebenso wichtig ist das Ende des Produktlebenszyklus: Landet ein Produkt auf dem Müll, werden wertvolle Ressourcen vernichtet. Durch Ansätze wie Recycling und Upcycling können Ressourcen dagegen bewahrt werden“, erläutert der Fachmann und fährt fort: „Aus diesem Grund investieren wir bei Adler viel Energie in die Entwicklung von Pflege- und Renoviersystemen, um die Lebensdauer weiter zu erhöhen. So gibt es das Pullex-Renoviersystem für alle Holzoberflächen im Außenbereich – von Fassadenelementen bis zum Fenster. Im Frühjahr 2022 führen wir darüber hinaus unser neues Histo-System ein, mit dem auch historische Holzfenster renoviert und so für die Zukunft erhalten werden können. Auch unsere Öle, Lasuren und Wandfarben für den Innenbereich ermöglichen eine effiziente und wirksame Renovierung. Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden Pflegeprodukte wie das Windoor Care-Set, die Clean-Möbelpflege Plus, das Legno-Pflegeöl sowie diverse Reparaturmaterialien für lackierte Flächen an. Dadurch lässt sich die Lebensdauer der beschichteten Oberflächen verlängern.“

Die Verpackung

Bleibt noch die Frage, wie umweltfreundlich die Verpackungen von Anstrichmaterialien sind. Wir nehmen noch einmal die besonders nachhaltige Wohnraumfarbe Aviva Terra-Naturweiß unter die Lupe. Woraus besteht das Gebinde und wie kann es entsorgt werden? „Das Gebinde für Aviva Terra-Naturweiß (und weitere Wandfarben aus dem Adler-Sortiment) wird aus Recycling-Kunststoff hergestellt, auch das für die Etikettierung verwendete Papier ist Recyclingmaterial. Das spachtelreine Leergebinde kann in jeder Recyclingstelle als Kunststoff entsorgt werden, wird gesammelt und kann in der Folge wieder zu Recyclingkunststoff aufbereitet werden“, zeichnet Troppmair den Zyklus auf. Uns interessiert in diesem Zusammenhang auch, ob ein Mehrwegeimer nicht eine Option für (noch) mehr Umweltschutz wäre. „Mehrweggebinde für Wandfarben sind mit Sicherheit ein interessantes Thema, das allerdings eine gründliche Abwägung erfordert: Einerseits ist es ressourcenschonend, Gebinde mehrfach zu verwenden, andererseits entsteht dadurch auch ein hoher Transport- und Reinigungsaufwand, der wiederum die Umwelt belastet und Ressourcen bindet. Darüber hinaus ist zu bedenken, dass der Kunde ein einwandfreies Gebinde ohne Gebrauchsspuren, Kratzer etc. erwartet, was bei Mehrfach-Verwendung nicht immer gewährleistet werden kann“, benennt Troppmair die Gründe, weshalb sich der Pfandeimer bislang wohl nicht durchgesetzt hat. Und er verweist auf einen weiteren Aspekt: „Zudem verfügen wir in Mitteleuropa über ein sehr engmaschiges System für die Sammlung und Wiederaufbereitung von Altkunststoff, sodass auch bei konventionellen Kunststoffgebinden keine Ressourcen verschwendet werden müssen.“

Weitere Informationen:
www.adler-lacke.com



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