Baumit Malerblatt Wissen WDVS

WDVS mit Kratzputz

Bei dieser Sanierung wurde das traditionelle Verfahren mit hoher Kompetenz auf WDV-Systeme aufgebracht.

Gut Hochreute ist ein ehemaliges landwirtschaftliches Mustergut Baujahr 1910, das heute als „Europazentrum der Buddhismus-Stiftung Diamantweg“ genutzt wird. Das Architekturbüro Dietrich/Untertrifaller leitete den Bestandsumbau und die Erweiterung als Generalplaner. Das umgebaute Bestandsgebäude ist bereits im September 2014 in Betrieb gegangen, der Neubau war im Juni 2015 bezugsfertig. Der historische Kratzputz an Villa und Remise des denkmalgeschützten Gutes Hochreute diente als Rezepturgrundlage für den Fassadenputz.
Die exponierte Lage der historischen, ummauerten Hofanlage am Nordufer des Großen Alpsees, nutzte die weltweit tätigte Stiftung zur Schaffung einer repräsentativen Adresse. Die Erweiterung umfasst Beherbergungs-, Seminar- und Wirtschaftsräume. Hierfür wird hangaufwärts ein neuer, niedrig gelagerter Hoftrakt aus eingeschossigem Wirtschaftsflügel und zweigeschossigem Wohnhaus errichtet, der das bestehende Wirtschaftsgebäude ins Zentrum der Gesamtanlage stellt. Das Herz des neuen Sakral- und Gemeinschaftshauses ist der Meditationssaal im hölzernen Obergeschoss des Hauses. Ein geölter Dielenboden aus stammbreiten Eichenbrettern wurde in Eigenleistung des Bauherrn verlegt. Die Auskleidung der Innenflächen in astfrei sortierter Weißtanne verleiht dem Saal für seine neue Nutzung das passende Ambiente und erinnert dennoch an den einstigen Heuboden.
Durch die neue Funktionszuweisung war es möglich, die bauliche Charakteristik des stützenfreien Einraums von rund 550 Quadratmeter Grundfläche mit seinem mächtigen Satteldach und der weitgehend geschlossenen Holzfassade denkmalgerecht zu erhalten.

Unverkleidetes Holzwerk

Vier breite Stahltreppen (in einem unter die rückwärtige Traufe geschobenen, verglasten Anbau) sorgen für kurze Wege im Gut Hochreute. So blieb auch das raumprägende, historische Holzwerk unverkleidet erhalten. Im Erdgeschoss, im ehemaligen Stall, der einst in geputzter Ziegelbauweise errichtet wurde, befinden sich Foyer, Großküche und Speisesaal. Die drei Großräume fügen sich in die Baustruktur des denkmalgeschützten Bestandes ein. In energetischer Hinsicht bieten sowohl die umgebauten Bestands- als auch die neuerrichteten Bauteile Niedrigenergiestandard, einschließlich einer Lüftungsanlage mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung.

Kratzputz

Massive Kratzputze können sowohl auf normalem Grundputz und, wie hier am Gut Hochreute, im Bestand und Neubau auf WDV-Systeme aufgebracht werden.
Beim Massivputz-System wird über der Dämmung eine Gewebespachtelung aufgebracht. Die Oberfläche wird aufgeraut, sodass der Kratzputz, in vierfacher Kornstärke aufgetragen, nicht an der Fassadenfläche abrutscht. Zum Egalisieren ist unbedingt eine Zahnkartätsche einzusetzen, um Lufteinschlüsse zu öffnen. Der nach dem Baumit-Farbsystem „Life“ eingefärbte mineralische Putz wird nach dem Abbinden mit dem sogenannten Igel, einem Nagelbrett, oder einem ähnlichen Werkzeug angerissen beziehungsweise gekratzt. Diese mechanische Behandlung entfernt die harte Bindemittelschicht an der Oberfläche, der Putz entspannt, seine Oberfläche vergrößert sich. Der Putz wirkt sauberer und das für lange Zeit, denn die „Edelkreidung“ erlaubt die Ablösung von Feinpartikeln aus der Oberfläche. Zusammen mit diesen Feinanteilen wird auch angelagerter Schmutz abgegeben, der Selbstreinigungseffekt hält die Putzfläche jahrzehntelang frisch. Im Vergleich zu anderen Putzen ist die Auftragsstärke höher, was die mechanische Belastbarkeit und den Witterungsschutz des WDV-Systems verbessert.


 

Bautafel

Bauherr: Buddhismus-Stiftung, Immenstadt im Allgäu
Planungsteam:
Architektur: Dietrich l Untertrifaller Architekten, Bregenz mit Prof. Roland Gnaiger
Projektleitung: Günther Prechter
Umbau Bestandsgebäude: Stuckateurfachbetrieb Frank Mauer, Wangen im Allgäu
Neubau: Malerbetrieb Martin Neuhofer e. K., Immenstadt im Allgäu
Tragwerkplanung und örtliche Bauaufsicht: gbd ZT GmbH, Dornbirn
Bauphysik: Ingenieurbüro Bernhard Weithas, Lauterach
Landschaftsarchitektur: Barbara Bacher, Linz
www.baumit.de

Walter Bader und Günther Prechter

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