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Aus Schwarz mach Weiß

Kloster Heiligkreuztal
Aus Schwarz mach Weiß

Bereits 1227 wurde das Kloster Heiligkreuztal von Zisterzienserinnen gegründet und bis 1843 auch von ihnen bewohnt. Mittlerweile sind einige Räume als Tagungsräume umgestaltet, das Erbe der Nonnen aber wird bewahrt. Einen kleinen Betrag dazu leistete Malermeisterin Silvia Hohl, die den Kapellen einen neuen Anstrich verpasste.

Autor: Andreas Ehrfeld I Fotos: Larissa Sailer

Die Malerin stammt selbst auch aus Heiligkreuztal auch ihr Betrieb ist dort angesiedelt. Man kann also durchaus von einer persönliche Beziehung Hohls zu dem Gebäude sprechen. Umso schöner, wenn dann von der Stadt der Auftrag kommt, etwas zum Werterhalt des Klosters beizutragen.

In diesem Fall war die Ausgangslage klar: Aus Schwarz mach Weiß, genaueres erklärt die Malerin: „Jahrzehntelang habt sich der Kerzenruss an den Wänden, vor allem aber an den Decken festgesetzt.“

Um diesen zu entfernen, wurden die Wände einer intensiven Nassreinigung unterzogen, für die Decke war eine Trockenreinigung ausreichend. Überarbeitet wurde die Decke anschließend mit einer speziellen Graphenkalkfarbe. „Der Denkmalschutz hätte eine Dispersion auch gar nicht erlaubt“, erklärt Silvia Hohl. Warum auf diese Kalkfarbe gesetzt wurde, erklärt die Malermeisterin folgendermaßen: „Sie hat eine hohe Deckkraft und haftet sehr gut auf den unterschiedlichen Untergründen, außerdem kann man die Farbe bürsten und walzen.“

Drei Tage dauerte allein die Reinigung, die gesamten Arbeiten beliefen sich für Hohl und ihre Mitarbeiterin auf einen Zeitraum von zwei Wochen.

Graphenkalkfarbe im Kloster Heiligkreuztal

Was versteht man eigentlich unter einer Graphenkalkfarbe? Das erklärt Markus Rogalli, Fachberater bei Prosol: „Graphen ist modifizierter Kohlenstoff. Die Kohlenstoffatome ordnen sich in einer Ebene zu einem großen, hexagonalen Netz an. Im Prinzip stellt Graphen einzelne Lagen von Graphit, wie es aus Bleistiften bekannt ist, dar.“ Sämtliche, eher negativen Eigenschaften, die man Kalkfarben sonst zuschreibt, also dass sie kreiden oder nicht so gut haften oder dass man weiße Hände bekommt, wenn man sie berührt, wird durch die Graphentechnologie eliminiert, ergänzt Rogalli.

Der Graphenzusatz soll sich auch auf die Ergiebigkeit der Farbe auswirken. Dieser Effekt beruht auf einer geringeren Viskosität der Farbe im Vergleich zu herkömmlichen Kalk- oder Dispersionsfarben. Die Auftragsmengen sind bei gleichbleibend guter Deckkraft geringer.

 

 

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