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Grain Effekt: Design und Denkmalschutz

Grain Effekt
Handwerk, Kunst und Design

Design und Denkmalschutz mussten Diplom Farb-Designer Mike Schleupner und sein Malerteam von Farbcompany bei den Arbeiten im Theater Hildesheim unter einen Hut bekommen. Aufgabe war es, den großen Zuschauersaal sowie den Foyerbereich zu sanieren.

Fotos: Chris Gossmann/Mike Schleupner

Mit seinem Team gestaltete Mike Schleupner unter anderem alle akustischen Wandelemente des großen Saals: Insgesamt 524 individuell geformte MDF-Platten auf 284,14 m² mussten das Design-Konzept widerspiegeln. Mithilfe der Wirkung des Finishs Grain Effekt von ProfiTec konnte Schleupner die Assoziationen von Seide, Gold, Glanz und Glamour transportieren und das Lebensgefühl des frühen 20. Jahrhunderts zum Leben erwecken. Auch das Foyer und der Wandelgang bekamen durch seine „Handschrift“ und dem Grain Effekt den Spirit dieser Zeit zu fassen. Was hat es mit diesem Effekt auf sich? Der Grain Effekt stammt ursprünglich aus der Fotografie. Kleinste Strukturen sollen dabei sichtbar werden und somit dem Bild eine „körnige“ Struktur geben. Benjamin Korb, Leiter der Musterwerkstatt der Meffert AG Farbwerke adaptierte diesen Effekt und entwickelte ein changierendes, metallisch gekörntes Finish. Neben der handwerklichen Ausführung lag für Schleupner der Schwerpunkt ebenso auf der Erarbeitung von Problemlösungen auf technischer Ebene. In einem Lichtlabor konnte er vor dem Modernisierungsstart an einem Musteraufbau Erfahrungswerte über Materialeigenschaften und Verarbeitung des neuen Grain Effekts gewinnen.

Technische Details

Auch die Klärung technischer Details lag Mike Schleupner am Herzen. Ein Gefühl für Schichtdicke, Konsistenz, Auftragsart und Trockenverhalten der Innenfarbe zu bekommen waren ihm extrem wichtig. Das Interieur des Theaters ist edel – da musste die Wandgestaltung mithalten!

Auf den ersten Blick banale Praxisaspekte tarierte er aus. Da beispielsweise im Echteinsatz die einzelnen Akustikelemente auf die Innenwände geschraubt werden sollten, war klar, dass die Löcher nach der Montage zu verspachteln sind. Dadurch ist der Untergrund aber nicht mehr gleichmäßig saugfähig. Das ist für jeden Handwerker keine neue Erkenntnis. Aber die im Grain Effekt enthaltenen winzigen Glasperlen ordnen sich bei unterschiedlichem Saugverhalten des Untergrunds unkontrolliert an. Das würde die Optik stören.

Farbgebung

Benjamin Korb stand während der Testphase beratend zur Seite. Korb empfahl daher mit ProfiTec P301 Haftgrund und nach den Spachtel- und Schleifarbeiten mit ProfiTec P143 Mattlatex 01 zu grundieren. Dieser Tipp bewährte sich im Lichtlabor und kam somit auf allen Akustikelementen zum Tragen.

Parallel entwickelte sich die Farbgebung des Musteraufbaus in Richtung Gold. Das Zusammenspiel von Licht, Fußboden, Stoffbezügen wirkte viel wärmer und schmeichelte der anmutenden Raumatmosphäre des Theaters.

Bei der Nuancierung arbeitete Mike Schleupner eng mit der Farbmetrik der Meffert AG zusammen. Durch die Feinjustierung der enthaltenen Metallic-Pigmente konnte der Farbton schrittweise den jeweiligen Vorstellungen der Auftraggeber und Planer immer weiter angepasst werden.

Nach der Testphase war sich der Diplom-Designer sicher, dass die 524 „kostbaren“ Akustik-Unikate zusammen ein harmonisches Gesamtbild ergeben und mit den Schmuck- und Möbelelementen zu einer optischen Einheit verschmelzen.

Grain Effekt

Benjamin Korb: „Der Grain-Effekt wird satt mit der Rolle zweilagig aufgetragen. Das Finish der Oberfläche mit der Bürste bzw. dem Flächenstreicher erfolgt auf der gesamten Fläche in Längsrichtung und muss Nass-in-Nass erfolgen. Durch diese besondere Art der Bearbeitung ordnen sich die in der Dispersion enthaltenen Glasperlen in Längsrichtung an und weisen eine charakteristische Struktur auf. Neben der effektvoll anmutigen Wirkung ist die Oberfläche robust und langlebig.“

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