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Maßnahmen für die Sanierung feuchter Wände

Maßnahmen
Feuchte Wände richtig sanieren

Maßnahmen für die Sanierung feuchter Wände: Welche Maßnahme zum Einsatz kommt, ist abhängig von der jeweiligen Ursache bzw. dem vorhandenen Schadensbild. In manchen Fällen werden auch mehrere Maßnahmen parallel angewendet. Wir zeigen hier die unterschiedlichen Herangehensweisen.

Autor: Christian Riebold

Unterschieden wird zwischen vertikalen und horizontalen Maßnahmen für die Sanierung feuchter Wände. Horizontale Maßnahmen sind:

Sägen: Mit rollenden Ketten- oder Diamantseilsägen schneidet man eine waagerechte Fuge und verwendet Edelstahlstreifen, resistente Kunststoffbänder oder Bitumenbahnen als Wassersperre. Die Fuge wird geschlossen, indem ein viskoser, beim Trocknen nicht schrumpfender Mörtel unter hohem Druck hineingepresst wird.

Injektionsverfahren: Bei diesem Verfahren werden per Injektion spezielle Chemikalien in das Mauerwerk eingebracht und verschließen dort die Kapillaren, sodass keine Feuchtigkeit mehr aufsteigen kann. Damit wird nachträglich eine Horizontalsperre im Fundamentbereich hergestellt, die vor allem in vielen Altbauten oft gänzlich fehlt.

Niederdruckverfahren: Hier wird ebenfalls gebohrt, aber das Dichtungsmittel wird schnell und gleichmäßig in die Wand gepresst, bis sie hinreichend durchtränkt ist.

Heizverfahren: Hierbei wird gebohrt. Zunächst werden spezielle Heizstäbe in die Löcher gesteckt, um die Wand aufzuheizen. Nach etlichen Stunden oder sogar Tagen ist das Gemäuer wieder hinreichend trocken. Anschließend wird ein spezielles Paraffin oder eine Emulsion eingespritzt.

Schleierinjektion: Hier werden zunächst im Abstand von etwa 30 cm mehrere Reihen Löcher von innen durch das Mauerwerk in die Wand gebohrt, bis ein Raster entstanden ist. Mittels einer langen Spritzdüse wird ein Acrylgel eingespritzt – nicht in die Wand, sondern außen vor die Mauer. Das Gel bindet schließlich ab und bildet eine wasserundurchlässige Außenhaut.

Infrarotplatten: Dabei stellt man Heizplatten vor die feuchte Wand. Die Strahlung erwärmt das in den Wänden gespeicherte Wasser, es verdunstet in den Raum hinein. Dort muss es durch lüften oder einen Bautrockner abgeführt werden. Dieses Verfahren kann auch als zusätzliche Maßnahme nach vorausgegangener Trocknungsverfahren eingesetzt werden – die Ursache der Feuchtigkeit bleibt aber bei alleiniger Anwendung bestehen.

Vertikale Sperrmaßnahmen

Außenabdichtung: Das Haus wird bis zur Fundamentunterkante ausgegraben. Dann wird entweder nur der Isolieranstrich erneuert oder es wird die Gelegenheit genutzt, gründlich vorzusorgen: Hier wird eine Dämmung aus Perimeterdämmplatten aufgeklebt. Sperrputz und Noppenbahnen bewahren die Abdichtungen vor Beschädigung.

Innenabdichtung: Nach der vollständigen Beseitigung der Ursachen für die Durchfeuchtung des Mauerwerks und dessen Trockenlegung und auch nur dann, erfolgt die Innenabdichtung der Wand mithilfe von wasserdichten Sperrputzen und Dichtungsschlämmen.

Sanierputze: Weist das Gemäuer nur leichte Feuchte auf, können Sanierputze eingesetzt werden. Sie werden auf feuchtigkeits- und salzbelastetes Mauerwerk aufgetragen und dienen dort gewissermaßen als „Opferschicht“. Aufgrund ihres hohen Porenvolumens speichern sie in hohem Maße auskristallisierte Salze. Die Feuchtigkeit aus dem Untergrund kann den Putz nur als Wasserdampf durchdringen. Die Putzoberfläche bleibt dadurch trocken und frei von Ausblühungen durch Salze aus dem Mauerwerk. Die Schichtdicke der Opferschicht muss entsprechend der Salzbelastung im Bauteil dimensioniert werden und mindestens 20 mm betragen. Eine Maximalschichtdicke von 40 mm darf nicht überschritten werden, da sonst eine Sperrwirkung verursacht wird.

Entfeuchtungsputze: Beim Entfeuchtungsputz gelangt aufgrund seiner Mikroporen Wasser nur als Dampf durch den Putz. Die Salze bleiben gelöst im Mauerwerk, Ausblühungen und Abplatzungen werden verhindert. Die Schichtdicke des Entfeuchtungsputzes beträgt auch hier mindestens 20 mm. Sie muss nicht entsprechend der Salzbelastung im Bauteil dimensioniert werden. Das heißt, dass Oberflächen, Salz- und Feuchtegehalte und örtliche Gegebenheiten nicht einer detaillierten Prüfung unterzogen werden müssen. Für den Auftrag eines Entfeuchtungsputzes wird der Altputz nur grob entfernt und die Mauerwerksfugen nicht ausgekratzt. Zu Ausblühungen kann es auch hier kommen, wenn in Innenräumen nicht genügend gelüftet wird oder im Außenbereich bei Beregnung.

Feuchtwand-Sanier-System: Häufig lässt sich die Ursache für die Feuchtigkeitsbelastung nicht abstellen oder kann aus wirtschaftlichen Gründen nicht durchgeführt werden. Ältere Bauwerke mit fehlender Feuchtigkeitssperre leiden häufig unter extrem feuchtem Mauerwerk und bauschädlichen Salzen. Selbst hochwertige Sanierputzsysteme sind oft nicht in der Lage, das Problem langfristig zu lösen. Eine dauerhafte, wirtschaftliche Lösung soll das hawo Feuchtwand-SanierSystem bieten. Die salzhaltige Feuchtigkeit im Mauerwerk wird von dem kapillaraktiven Faservlies der Feuchtwandmatte an der Vliesoberfläche verteilt und kommt im Bereich der dreidimensionalen Distanzlage zur Verdunstung. Der anfallende Wasserdampf diffundiert über die gesamte Putzfläche aus. Bauschädliche Salze werden in der Distanzlage gestoppt. Durch den gesicherten Abstand des Putzes zum Mauerwerk kann salzhaltige Feuchtigkeit nicht mehr kapillar in den Putz eindringen. Das Saniersystem verhindert damit langfristig Putzschäden, die durch Feuchtigkeit und den Kristallisationsdruck von Salzen entstehen. Da das System als Feuchtigkeitspuffer an der Oberfläche des Mauerwerks wirkt, werden salzbedingte Mauerschäden ebenfalls verringert.

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