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Wandprofile für historische Gebäude

Technik
Profile schärfen

Bei der Sanierung historischer Gebäude haben Maler eingeschränkte Möglichkeiten, ihre Kreativität sowie ihre Gestaltungskompetenz unter Beweis zu stellen. Wandprofile und 3D-Elemente stellen bei solchen Projekten eine Ausnahme dar. Oft können durch die Kombination aus vorhandenen Stuckelementen und einem ergänzenden Designkonzept die Räume eindrucksvoll interpretiert werden.

Genauso wurde es im Wasserschloss in Ovelgönne gehandhabt. Ziel des Konzeptes war es, die ursprüngliche Wertigkeit des Schlosses wiederzuentdecken und gleichzeitig Stilelemente bzw. Anforderungen an heutige Architektur wie Helligkeit und Modernität zu einem Gesamtbild zu verbinden.

Nach intensiver Recherche, wie das Interieur der Schlösser im späten 17. Jahrhundert ausgestattet war, stellte sich schnell heraus, dass hier „aufgestuckt“ werden musste. Über die Jahrhunderte fielen ehemals vorhandene Profile verschiedenen Renovierungen zum Opfer, sodass die Räume zunehmend ihre klassizistische Identität verloren hatten. In den beiden kleinen Sälen im Erdgeschoss sowie in der Empfangshalle wurde auf klassisch ausladende Deckenelemente mit zusätzlicher Profilierung im Randbereich gesetzt. Daneben wurden zwischen den Fenstern und an den übrigen Wänden Zierprofile kassettenförmig ausgestaltet und wahlweise mit floralen oder unifarbenen Tapeten beklebt.

Das Foyer des Schlosses ermöglichte einen weiteren Schritt: Hier verschmelzen Moderne und Klassizismus zu einem eigenständigen Erscheinungsbild. Der Gast und auch der mögliche Kunde soll beim Betreten des Schlosses Ovelgönne den Eindruck erhalten, dass er im „Hier und Jetzt“ angekommen ist. So werden beispielsweise hochwertige Leuchten des niederländischen Design-Studios Brand van Egmond mit Stuckelementen kombiniert. Heute ist auch der 60-Zoll-Flachbildschirm stilecht von passenden Profilen eingerahmt.

Strukturgebender Stuck

Stuckprofile und Zierleisten geben Wand und Decke Struktur. Gerade diese Anordnung ist bei hohen Wänden und breiten ununterbrochenen Räumen förderlich. „Der Mensch, sei er Gast oder Besucher, fühlt sich in klar strukturierten Umgebungen grundsätzlich wohler“, stellt der Design- und Stilexperte René Horstmann fest.

Highlights der Raumgestaltung lassen sich mit Profilen akzentuieren. Beispiel hierfür ist das Lotusbild im Südflügel des Gebäudes. Durch den flankierenden Einsatz der neuen Elemente entsteht eine andere Wertigkeit.

Das Schloss wurde zur Zeit des Klassizismus errichtet, das verdeutlichen u.a. die kannelierten Säulen mit Palmenkapitellen im Foyer. Ein weiteres Stilmittel dieser Epoche war eine klarere Linienführung, als dies noch im Barock der Fall war. Auch das hat letztendlich für den Einsatz der neuen Profile gesprochen.

Für den Maler bieten sich durch den Einsatz von Profilen schon in der Beratung des Kunden Abgrenzungsmöglichkeiten im regionalen Wettbewerb.



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