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Unverwechselbar Sanierung einer Außenfassade

Technik
Unverwechselbar Sanierung einer Außenfassade

Eine unverwechselbare Fassade in München-Schwabing.
Als Hans Nonnenmacher zum Baumit-Kreativworkshop Fassade nach Bad Hindelang fuhr, hatte er in seinem Reisegepäck Ungewöhnliches: mehrere, etwa 22 Millimeter dicke Seile, viele Ideen, die im Laufe der Veranstaltung noch reifen würden und den Auftrag zur Sanierung einer Außenfassade im Münchner Stadtteil Schwabing. Hier in der Georgenstraße 83 in München sollte etwas Besonderes, etwas Unverwechselbares entstehen, das sich trotzdem elegant in das bestehende architektonische Umfeld einfügt.

Hans Nonnemacher begann mit 18 weiteren Teilnehmern den drei Tage dauernden Kreativ-Workshop in der Baumit-Akademie und experimentierte. Der geeignete Putz musste gefunden werden genauso wie der richtige Moment im Abbindeprozess des Materials, in dem gestaltete Strukturen auch „stehenblieben“. Die Experten des Herstellers standen ihm und seinen Kollegen mit ihrer Erfahrung zur Verfügung. Mit den geschaffenen Musterplatten machte sich Nonnenmacher auf den Weg zu seinen Auftraggebern. In den folgenden Gesprächen fiel die Entscheidung: Es sollte die vertikale Variante der Seilstruktur zur Ausführung kommen.
Zunächst wurde der Untergrund zur Aufnahme eines Wärmedämmverbundsystems vorbereitet. Neben dem mechanischen Entfernen alter und loser Putz- und Anstrichteile war in Teilbereichen ein stärkerer Ausgleich notwendig, den die Profis von Nonnenmachers Firma Restauro mit einem schnell abbindenden mineralischen Leichtputz bewerkstelligten. Das darauffolgende WDVS – ein verdübeltes EPS-System der WLG 035 – hat eine besondere Eigenschaft: Es stammt aus der Reihe „Baumit open“ und besitzt eine sehr hohe Wasserdampfdurchlässigkeit. Durch den Innenausbau und die Vorarbeiten entstandene Restfeuchten können somit gut abtransportiert werden. Vertikale und horizontale Brandriegel ergänzen das System. Die anschließende mittelschichtige Armierungslage (8 mm) wird nach dem ersten Ansteifen etwas aufgeraut, um dem nachfolgenden Oberputz eine optimale Verbindung zu ermöglichen. Bis zu diesem Arbeitsschritt war es Routine für die Restauro-Leute. Jetzt ging es ans Eingemachte: Der Oberputz mit der Seilstruktur war an der Reihe. Also wurden zunächst die Seile auf die Höhe der Fassadenfläche geschnitten. Den richtigen Oberputz hat Nonnenmacher nach mehreren Versuchen gefunden: werksseitig eingefärbten Baumit Modellierputz MSP 02. Dieser Putz hatte sowohl die richtige Körnung als auch das richtige Standvermögen in einer Abbindephase, die die Strukturierung erlaubt. Denn darin bestand die eigentliche Herausforderung. Einerseits muss der Oberputz schon gut stehen, andererseits darf er nicht zu weit abgebunden haben, um die Modellierung noch zu ermöglichen. Also wurde das Material von einer Truppe aufgezogen, leicht abgezogen und geglättet während sich das andere Team aufstellte. In jeder Gerüstlage ein Mann, ausge- rüstet mit einem angefeuchteten Schwammgummibrett, der Oberste zusätzlich mit den vorher angefeuchteten Seilzu-schnitten. Und ab jetzt war Konzentration und Kondition gefragt. Koordiniert von Hans Nonnenmacher selbst begannen die Handwerker nun, mit den Schwammgummis das Seil in den feuchten Putz einzuklopfen, bis in eine Tiefe von etwa zwei Dritteln des Seildurchmessers. Eine Unterbrechung der Arbeiten verbat sich von selbst, denn die Fassade hat keine architektonischen Begrenzungen innerhalb der Fläche. Andererseits muss der Abstand zwischen den Vertiefungen genau eingehalten werden, um eine unschöne Optik zu vermeiden. „Im Gegensatz zu horizontalen Strukturen in Oberputzen liegt der kritische Punkt bei vertikalen Strukturen im Übergangsbereich zur jeweils nächsten Gerüstlage. Hier darf es zu keinem Stocken bei der Übergabe der Schablone kommen“, verrät Hans Nonnemacher. Doch damit nicht genug. Die nächste Aufgabe wartete bereits. Der Bauherr hatte sich entschieden, im Erdgeschossbereich einen Kratzputz zum Einsatz zu bringen. Auch hier wurde auf den systemkonformen Kratzputz KRP Jura von Baumit zurückgegriffen. Der bereits werksseitig eingefärbte Putz wird zunächst in einer Schichtdicke von etwa 15 Millimeter aufgetragen und mit einer Zahnkartätsche im frischen Zustand egalisiert. Nach entsprechender Erhärtung des Putzes wird er nun „gekratzt“. Dies wird mit einem sogenannten Kratzigel gemacht, mit dem man in kreisenden Bewegungen einige Millimeter abkratzt und somit die typische, unverwechselbare Charakteristik eines echten Kratzputzes erzeugt. Ein Kratzputz behält über viele Jahre hinweg sein typisches Erscheinungsbild und gilt durch seine Langlebigkeit als ein sehr nachhaltiges und wirtschaftliches Oberputzsystem. Inzwischen ist der strukturierte Modellierputz an der Fassade abgebunden und zum Schluss wird ein zweimaliger Anstrich mit Silikatfarbe aufgebracht, der die Fassadenarbeiten beendet.
Günter Wittmann
Objektberater, Baumit GmbH
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