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Schönheit, Funktion und Technik

WDVS
Schönheit, Funktion und Technik

Das Torhaus des unter Ensembleschutz stehenden und mehrere Straßenzüge umfassenden Gebäudekomplexes in der Braunschweiger Nordstadt sollte als Pilotprojekt mit einem WDV-System versehen werden.

Autor: Florian Guder | Fotos: Keimfarben

Mit einer besonderen Kammzugtechnik aus den 1930er-Jahren gearbeitet waren die Putzfassaden, die es auf der Oberfläche der Wärmedämmung nachzustellen galt.

Kleben und dübeln

Schon bei der Planung des Gerüstbaus wurde der Abstand des Gerüsts zur fertigen Fassade durch entsprechende Konsolen bestmöglich auf die besondere Putztechnik abgestimmt.

Zur Ausführung kam ein mineralisches WDV-System mit reduzierter Dämmstoffdicke, weil die Fenster im Bestand nicht ausgebaut und hinsichtlich der Lage im Baukörper nicht verändert wurden. Der Denkmalschutzbehörde war es wichtig, das Aussehen des Gebäudes und den Charakter der Fassade trotz Dämmung zu erhalten.

So wurde auf der Straßenseite mit 40 Millimeter dicken Mineralwollelamellen, auf der Rückseite, den fensterlosen Giebelflächen und anderen untergeordneten Bereichen mit 130 Millimeter dicken Mineralwolledämmplatten in einem geklebten und gedübelten System gedämmt.

Bestandsputz blieb erhalten

Der historische Bestandsputz wurde als tragfähiger Untergrund weitestgehend erhalten, die Wülste der Kammzugtechnik behinderten die erforderliche Dämmplattenverklebung nicht. Die Mineralwollelamellen wurden vollflächig mit einer Klebebettdicke von ca. acht bis zehn Millimetern verklebt. Die Mineralwolledämmplatten wurden zusätzlich gemäß allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung statisch relevant gedübelt.

Im Anschluss wurden die Flächen in einer Schichtdicke von ca. vier Millimetern mit einem mineralischen Armierungsmörtel armiert. Verwendet wurde eine Glasfasergittermatte mit einer Maschenweite von vier Millimetern.

Putztechnik

Zur optischen Gestaltung von Fassaden mit WDV-System gibt es neben den klassischen Putzqualitäten Rau, Rille und Glattputz und den damit verbundenen händischen oder maschinellen Auftragsweisen auch besondere Gestaltungsmöglichkeiten wie Modellierung, Kellenwurf, Kammzug, Besenstrich und dergleichen. Die gängigen modernen Putzqualitäten und Körnungen erzeugen hierbei die unterschiedlichsten Muster und Strukturen.

Die Basis zur Nachstellung der am Objekt vorhandenen historischen Putztechnik war ein geschmeidiger, nicht zu fester Oberputz mit einer ausgewogenen Sieblinie. Dieser Putz war leicht strukturierbar und blieb in der Form scharf, ohne dabei abzusacken.

Dank des richtigen Gerüstabstands konnte nach Fertigstellung der Armierungsschicht die Putztechnik mit eigens angefertigten „Schmetterlingen“ leicht an den Gerüstleitern vorbeigeführt werden. Nachdem gemäß dem historischen Vorbild keine präzise Linienführung gewünscht war, zogen die Fachhandwerker die Strukturen freihändig. So konnten Strukturübergänge in schwer zugänglichen Bereichen, wie Gerüstlagen, Gerüststeher leicht kaschiert werden.

Die zweifache Beschichtung erfolgte mit einer Farbe auf Sol-Silikatbasis, die ausschließlich mit lichtechten anorganischen Pigmenten hergestellt wird.

Schönheit, Funktion und Technik

Die Flächen fügen sich in den noch ungedämmten Gebäudebestand des Ensembles ein, der Unterschied kann nur noch an der Farbe festgemacht werden: hier die beiden brillanten, mineralischen Rottöne gegenüber dem verblichenen Blassgrau des Bestands. Gerade bei der Sanierung von Bestandsgebäuden sollte nicht zwangsläufig die maximale Dämmstoffdicke ausgeführt werden. So ließ sich in Braunschweig die klassische „Schießscharten“-Problematik verhindern.

Weitere Informationen:
www.keim.com


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Verwendete Materialien

System: Keim Klassik-MW

Armierung: Keim Pulverkleber-90

Oberputz: Keim Brillantputz Glattputz

Anstrich: Keim Soldalit



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