Aus- und Weiterbildung

Kreative Impulse

Die Meisterprüfungsausstellung „Meister in Form und Farbe“ bot auch in diesem Jahr eine Augenweide in puncto Kreativität und handwerklichen Könnens.

Autorin I Fotos: Susanne Wierse

Eine Berufsschulklasse wandert in kleinen Gruppen von Ausstellungskoje zu Ausstellungskoje. Techniken werden inspiziert und diskutiert, die Anerkennung ist spürbar: Da wollen sie selber auch hin, eine solche Arbeit zu gestalten ist ein erstrebenswertes Ziel. Die begleitenden Lehrer werden befragt, welche Voraussetzungen für eine Weiterbildung zum Meister nötig sind.

Was kann eine Ausstellung der dreißig landesweit besten Arbeiten aus den Meisterprüfungen der Maler und Lackierer Baden-Württembergs mehr wollen, als Begeisterung für diesen Beruf bei jungen Leuten auszulösen? Die Leistungsschau erreicht hier eine breite Öffentlichkeit und beweist: Egal ob Lehm, Lack, Schlagmetall, Holz oder Putz – die Jungmeister kennen sich mit allen Materialien aus, zaubern mit Schriften, Zeichnungen, Symbolen oder Spezialeffekten individuelle, handwerklich gelungene Meisterwerke. Ausgewählt wurden die 30 „Paradestücke“ aus rund 250 Prüfungen, abgelegt im Sommer und Herbst 2018 an den sechs Ganztages-Meisterschulen in Baden-Württemberg.

Der Wettbewerb

Die Ausstellung ist auch ein Gestaltungswettbewerb. Eine landesweit zusammengesetzte Jury hat die Exponate nach den Kriterien „Gestaltung“ und „Ausführung“ unter die Lupe genommen und die Besten ausgezeichnet. Zu den Preisträgern zählen Katrin Besler (Ulm), Margarita Vulvert, Timo Endler und Ann-Christin Wehlage (alle aus Stuttgart) sowie Manuel Kern (Lahr) und Stefanie Rölfs (Karlsruhe). Gestiftet wurden die Preise von den Firmen Baumit, Brillux, Caparol, dem Euro-Kreis Maler sowie von ProfiTec und STO.

50 Jahre Uni Ulm

Zum Thema „50 Jahre Uni Ulm“ hat sich Katrin Besler für die Fakultät „Quantenmechanik“ entschieden und intensiv mit dem Themenbereich auseinandergesetzt. Die unterschiedlichen Denkansätze der Physiker wurden in ihre Gestaltung einbezogen, so ändert sich beispielsweise bei einer Beleuchtung mit Schwarzlicht die Position der Elektronen beim Bohrschen Atommodell.

Mit insgesamt 13 Arbeiten präsentierte sich die Stuttgarter Schule für Farbe und Gestaltung als Kreativitätsschmiede und wurde mit drei Auszeichnungen belohnt.

The Factory

Moderne Technologie nostalgisch zu ästhetisieren, ist das Kunstkonzept von Steampunk. Es befasst sich mit der Idee, wie die heutige Welt aussähe, wenn nicht Elektrizität, sondern Dampf sie in Bewegung hielte. Margarita Vulvert inspirierte diese Strömung zu einer ganz außergewöhnlichen Arbeit. Sie entwickelte Oberflächentechniken für das Steampunk-Atelier „The Factory“ in Berlin. Dabei experimentierte sie mit unterschiedlichen Materialien, angefangen bei Bodenbelägen bis hin zu Lehmspachtelmassen.

Statuen in Bronze

Der Mensch als Kunstform, das spielte in der Freien Kunstakademie Nürtingen unter der Leitung von Prof. Karl Heinz Türk eine große Rolle. Timo Endler beschloss, dieses Thema für seine Arbeit, die Gestaltung eines neuen Ausstellungsraumes für die Kunstakademie, aufzugreifen. Seine Werktechnik 1 lehnt sich an Türks liebste Kunstform „Statuen in Bronze“ an. Dazu wurde in der Spiritustechnik mit Bronzepigmenten gearbeitet. Auf die abstrahierten Silhouetten wurde anschließend partiell das Schlagmetall Kupfer aufgelegt.

Junge Mode

Mut zur Farbe beweist Ann-Christin Wehlage mit ihrem Entwurf für einen Shop des jungen Modelabels „Ohana Wear“ für Sport- und Streetwear. Dazu entwickelte sie drei Alternativtechniken, wovon im Shop eine umgesetzt wurde und als Blickfang dienen soll. Die drei Techniken „Gestalterische Lackierung“, „Antikoptik“ sowie die „Lackspachtelung“ haben die Jury sowohl durch die perfekte Ausführung wie auch die ansprechende Gestaltung überzeugt.

Edler Tropfen – edle Flächen

Augenfällig ist die Wassertropfen-Lacktechnik der Arbeit von Manuel Kern. Basierend auf einer im erdbraunen Grundton basierenden Lacktechnik wurde akzentuierend ein Grauton schabloniert. Durch das Licht- und Schattenspiel verleiht es dem Weintraubenlogo einer Vinothek Dynamik. Das Logo taucht auch in der freien Gestaltung sowie der Strukturtechnik mit einem Marmorfeinputz auf Kalkbasis auf.

Sportliche Moderne

Im Industrial Style gestaltete Stefanie Rölfs einen Eingangsbereich für ein modernes Vereinsgebäude und überzeugte damit die Jury. Sie entwickelte das Logo „Teamgeist“, das im Siebdruckverfahren auf eine metallic-lackierte MDF-Platte zweifarbig gedruckt wurde. Außerdem wurden eine Hinterglasvergoldung, die „genietete Stahltafelimitation“ im Airbrushverfahren, eine Echtrosttechnik für den Eingangsbereich und eine Marmor-Feinputztechnik in Sichtbetonoptik ausgeführt.

Viele Ideen

Verkaufsräume bieten mannigfaltigen Raum für kreative Ideen. Ob Surfshop oder Verkaufsloft, die von den jungen Meistern entwickelten Oberflächenideen würden mancher verödeten Innenstadt einen neuen Anreiz für Besucher bieten.

Viele weitere kreative Ideen und Oberflächen der jungen Meister finden Sie auf unserer Homepage.

Weitere Fotos:
www.malerblatt.de


PraxisPlus

Der Gestaltungswettbewerb mit Ausstellung im Regierungspräsidium Karlsruhe wird jedes Jahr – unterstützt vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg – gemeinsam von den Meisterschulen aus Karlsruhe, Lahr, Mosbach, Reutlingen, Ulm und Stuttgart, dem Landesinnungsverband des Maler- und Lackiererhandwerks Baden-Württemberg und dem Regierungspräsidium Karlsruhe veranstaltet.

Heinrich-Hübsch-Schule
Fritz-Erler-Straße 7
76133 Karlsruhe
www.huebsch.karlsruhe.de

Badische Malerfachschule
Ludwig-Frank-Straße 15
77933 Lahr
www.bamala.de

Malerfachschule Mosbach
Schillerstraße 4
74821 Mosbach
www.gewerbeschule-mosbach.de

Fachschule für Gestaltung
Meisterschule Maler und Lackierer
Akademie für Betriebsmanagement
Leobener Straße 97
70469 Stuttgart
www.farbegestaltung.de

Ferdinand-von-Steinbeis-Schule
Egginger Weg 26
89077 Ulm
www.fss.schule.ulm.de

Kerschensteinerschule
Gewerbliche Schule II
Charlottenstr. 19
72764 Reutlingen
www.kss-rt.de

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