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Ab in die Zukunft

Auch Julia Zechner und Jonas Hofmeister nutzen die Meisterausbildung für ihren Start in die Zukunft und sind eng mit dem Handwerk verbunden.

Die beiden jungen Leute sind Absolventen der Fachschule Gestaltung der Schule für Farbe und Gestaltung in Feuerbach, haben mit knapp über zwanzig ihre Meisterausbildung beendet und wissen genau, wohin sie ihre Zukunft führen soll. Dem Malerblatt gaben sie Einblick in ihre Pläne.

Vielleicht stellen Sie sich erst einmal vor?

Julia Zechner: Ich bin 22 Jahre alt und komme aus Holzmaden. 2009 begann ich meine Ausbildung zum Maler und Lackierer, begleitend mit dem Berufskolleg und der Fachhochschulreife. Schon zwei Jahre zuvor hatte ich mich entschlossen in diesem Berufsfeld tätig zu werden und machte somit die Mittlere Reife mit Fachrichtung Farbtechnik und Raumgestaltung. Nach einigen Praktika und Ferienjobs war mir schon damals klar, dass ich diesen Beruf ausüben möchte. Nun, sieben Jahre nach meiner damaligen Entscheidung bin ich noch immer froh, diesen Weg gewählt zu haben.

Jonas Hofmeier: Mein Heimatort ist Donaueschingen und ich bin 23 Jahre alt. Meine Ausbildung als Maler und Lackierer begann 2010 und ich bin nach erfolgreichem Abschluss direkt nach Stuttgart auf die Meisterschule gegangen. Allerdings sammle ich im elterlichen Betrieb schon praktische Erfahrungen seit ich 14 bin. Da ich so recht früh Einblicke in den Beruf bekam, stellte ich fest, dass zum Maler- beruf viel mehr gehörte als von der Allgemeinheit normalerweise erwartet wird. Mich haben die Komplexität des Berufs und die ständige Abwechslung sehr gereizt.


Julia Zechner


Worauf kommt es aus Ihrer Sicht bei diesem Beruf am meisten an?

Jonas Hofmeier: Man sollte flexibel sein, jederzeit offen für neue Produkte und immer neugierig bleiben.

Julia Zechner: Kreativität, Genauigkeit, Ausdauer und Sauberkeit sind aus meiner Sicht – neben der Qualität – die wichtigsten Punkte. Besonders gefällt mir die Kreativität. Hier kann ich mich entfalten und verwirklichen, beweisen und herausfordern.

Weshalb haben Sie sich für eine Meisterausbildung entschieden?

Jonas Hofmeier: Im Malerhandwerk ist es enorm wichtig, sich von der Konkurrenz abzuheben. Da ich später das Geschäft übernehmen und auch ausbilden will, war die Stuttgarter Schule für Farbe und Gestaltung die passende Fortbildungsstätte.


Julia Zechner: Um die Chance auf Aufstieg und Führungsverantwortung zu bekommen, sowie die Vielseitigkeit und Flexibilität des eigenen Leistungsprofils zu erlernen.


Jonas Hofmeier

 

Was hat Ihnen die Ausbildung bisher gebracht?

Jonas Hofmeier: Es werden Techniken und Vorgehensweisen für die Gestaltung im Innenraum und an der Fassade erläutert, die mir so nicht bekannt waren. Man lernt PC-Programme kennen, an die man sich ansonsten nicht gewagt hätte. Außerdem ist es enorm wichtig, Verbindungen zu knüpfen und die Kontakte zu halten.

Wie sehen Sie Ihre Perspektiven im Handwerk?

Julia Zechner: Handwerker werden in weiter Zukunft immer gebraucht. Auf sie kann man nicht verzichten. So auch nicht auf das Malerhandwerk. Ein Grund ist vor allem das gestiegene Qualitätsbedürfnis bei den Verbrauchern.

Jonas Hofmeier: Ich sehe meinen Perspektiven optimistisch entgegen, da mich zu Hause ein Betrieb mit bereits vorhandenem Kundenstamm erwartet. Allerdings wird unser Markt schon seit einigen Jahren von Billigarbeitern aus dem Osten überschwemmt, was in unserem Handwerk die Preise drückt und die Aussichten trübt.


Meisterprüfungsarbeit von Jonas Hofmeier.


Wollen sie sich zukünftig spezialisieren?

Jonas Hofmeier: Auf gewisse Themen werde ich mich sicher spezialisieren. Mir ist es wichtiger, einige Sachen sauber und gut zu beherrschen, als alles nur ein bisschen zu können, aber nicht so sauber zu arbeiten.

Halten Sie die duale Ausbildung in Deutschland für sinnvoll?

Julia Zechner: Es ist wichtig, dass die zukünftigen Auszubildenden eine ordnungsgemäße und hochwertige Ausbildung genießen dürfen. Somit ist es sinnvoll, eine Ausbildung im dualen System weiterzuführen und die Gesellen nach der Ausbildung zu fördern und auch für einen Berufsaufstieg zu begeistern.

Jonas Hofmeier: Das duale System ist wichtig für Auszubildende und Ausbilder. Die Abwechslung zwischen Theorie und Praxis ergänzt die betriebliche Ausbildung.

 


Bei dieser „Netztechnik“ wurde ein Hockeynetz mit zementgebundenen Kunstharz zweifarbig nachgebildet.


Wie könnte die Malerbranche ihr Image bei Jugendlichen erhöhen?

Julia Zechner: Um das bestehende Image bei den Jugendlichen ein wenig zu verbessern, wäre es angebracht, die Ausbildungsvergütung zu erhöhen. Die Ausbildungsvergütung ist sehr gering im Vergleich zu anderen Gewerken. Außerdem sollte darauf geachtet werden, wen man ausbildet. Viele junge Menschen, die nach ihrem Schulabschluss nicht wissen was sie tun sollen, werden oft von Lehrern oder Eltern in das Malerhandwerk gedrängt. Diese zeigen schon nach Kurzem ein Desinteresse und vermitteln somit außen- stehenden Personen eine unqualifizierte und nicht ernstgemeinte Arbeit.

Welchen Aufgabenstellungen wid-meten Sie sich bei Ihren Meisterprüfungsarbeiten?

Julia Zechner: Bei meiner Prüfungsarbeit ging es um die Renovierung und Neugestaltung eines Ray-Ban Brillengeschäftes. Während die umliegenden Wände schlicht gestaltet wurden, sollte die in den Raum ragende Wand poppig und bunt werden. Als Motiv diente ein Portrait aus der Never- Hide-Plakatwerbung des Herstellers, das ich mit unterschiedlichen Materialien nachgebildet habe.

Jonas Hofmeier: Mein Kundenauftrag war die Erstellung eines neuen Gestal-tungskonzeptes für die Lounge der Wild Wings GmbH im Eishockey- stadion Schwenningen. Meine Lieblingstechnik war dabei ein in zementgebundenen Kunstharzputz eingelegtes Hockeynetz.

 


Das Motiv wurde Abschnittsweise mit unterschiedlichen Werkstoffen ausgeführt.


Malerblatt 10/2014
Fotos: Klaus Friesch, Susanne Wierse

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