Betriebsportrait Malerblatt Wissen

Malermeisterin Angela Reubert

Malermeisterin Angela Reubert ist das jüngste Mitglied der Maler- und Lackiererinnung Rhein-Main.

Wir haben die 26-Jährige besucht, mit ihr über ihren Weg in die Selbstständigkeit und ihre Liebe zum Malerberuf geredet.

Unterhält man sich mit Angela Reubert, merkt man Ihr sofort an, dass sie von ganzem Herzen Malerin ist. Ihre Kunden schätzen dies sehr. Dass der Weg dorthin, wo sie jetzt steht, beschwerlich war erkennt man dabei nicht. Aber aus allen Erfahrungen – ob positiv oder negativ – kann man etwas lernen. Und genau das hat Angela dorthin gebracht, wo sie heute steht: selbstständige Malermeisterin, engagiertes Mitglied in der Innung und bemüht in Sachen Handwerkernachwuchs.


Aller Anfang ist schwer

Schon während der Schulzeit hatte Angela Berührungspunkte zum Baugewerbe und zum Handwerk. Gleichzeitig hat sie im Büro eines Rechtsanwaltes gearbeitet. Damit schien ihr beruflicher Werdegang zunächst festzustehen: Nach dem Realschulabschluss folgte die Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten. Glücklich machte das die damals 16-Jährige jedoch nicht. Die Konsequenz: Sie brach die Ausbildung nach kurzer Zeit ab.

Ein Praktikum in einem Malerbetrieb bestärke Angela Reubert darin, 2009 eine Lehre zur Maler- und Lackiererin zu beginnen. „Die Ausbildung war eine ziemlich harte Zeit für mich“, gibt sie rückblickend zu. „In dem Großkonzern, in welchem ich meine Ausbildung begonnen habe, habe ich mich nicht wohl gefühlt.“ Ein „Tapetenwechsel“ – im wahrsten Sinne des Wortes – musste her.

2010 wechselte sie in die Firma Kohler in Offenbach zum damaligen Regionalobermeister Alois Isser. „In dieser Zeit war ich so glücklich“, erzählt Angela, „Alois Isser ist bis heute ein Vorbild für mich.“ Als streng aber fair beschreibt sie Ihre Ausbildung im Betrieb Kohler. „Dort hat mir auch endlich mal jemand gesagt, dass meine Arbeit gut ist“. Angela wurde gefordert und gefördert. Im Oktober 2011 ermöglichte der Betrieb ihr sogar ein Auslandspraktikum in Italien. Als Innungsbeste schloss sie im Jahr 2012 ihre Ausbildung ab.

Auf dieses Hoch folgte jedoch der nächste Rückschlag – wegen schlechter Auftragslage wurde Angela im Winter gekündigt. Aufgegeben hat sie deswegen nicht und erklärt: „Ich habe mich gestärkt gefühlt, wusste jetzt wo meine Talente liegen.“ Sie ging zurück in den Großkonzern, in welchem sie ihre Ausbildung begonnen hatte und wurde mit offenen Armen empfangen. Sogar bei ihrer Ausbildung zum Meister und Techniker mit Schwerpunkt auf Gestaltung und Denkmalpflege, welche sie in zwei Jahren Vollzeit in Fulda ablegte, bekam sie Unterstützung.


Grundstein für den Betrieb

Den Abschluss in der Tasche, wechselte Reubert in die Industrie – zunächst jedoch befristet. Mit der Anmeldung eines Kleingewerbes legte Sie den Grundstein für Ihren heutigen Betrieb in Offenbach. Als sie 2016 die Möglichkeit zur Festanstellung bekommt, entschließt sie sich spontan dagegen. „Ich hatte gerade die Vertragskonditionen ausgehandelt, mich jedoch kurz vor der Unterschrift umentschieden und gesagt dass es mit leid tut, aber ich selbstständig bleiben möchte. Das war dann eine komplette Bauchentscheidung“, erklärt sie.

„Ich habe die richtigen Leute zur richtigen Zeit getroffen. Ich musste zwar Hürden überwinden, aber ich habe auch viel Unterstützung erfahren.“


Die eigenen Stärken kennen

Farbkonzepte für Kunden zu erstellen macht der Malermeisterin besonders viel Spaß. Speziell die feinen Arbeiten liegen der Offenbacherin. „Holzwerk und Pinsellackierungen sind irgendwie mein Steckenpferd“. Aber auch vor Fassadenarbeiten schreckt sie, trotzdem dass sie alleine tätig ist, nicht zurück.

„Meine Kunden sind sehr zufrieden mit mir und meiner Arbeit. Sie schätzen besonders meine Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Ordentlichkeit. Das macht mich sehr stolz. Werbung habe ich bisher noch gar nicht groß gemacht. Meine Aufträge bekomme ich größtenteils durch Mundpropaganda oder die Website maler.org.“ Seit kurzem ist auch ihre eigene neue Website online.


Ein glückliches Händchen

Seit dem 1. August 2018 bildet der Meisterfachbetrieb Reubert auch Nachwuchs für das Malerhandwerk aus. Wie es dazu kam? Als Mitglied des Prüfungsausschusses bei der Gesellenprüfung war sie als zweite Schaumeisterin bei der praktischen Prüfung dabei. Dort traf sie Uwe Fischwasser, welcher ihr die Bewerbung einer jungen Frau weiterleitete. „Bei dem Bewerbungsgespräch waren wir beide sehr aufgeregt“, erzählt die Selbstständige, „aber sie ist voller Tatendrang und ich bin schon sehr gespannt darauf sie auszubilden“. Angela möchte vor allem jungen Frauen die Möglichkeit bieten, eine gute Ausbildung zu erhalten. „Ich freue mich auf jeden, der Ambitionen zeigt und mit dem Herz bei diesem Beruf ist.“


Ein Geben und Nehmen

„Die Innung unterstützt mich sehr bei allem was ich tue“. Seit 2017 ist sie ein Mitglied und profitiert von den Angeboten. „Ich weiß, dass ich mich bei Fragen immer an jemanden wenden kann.“ Angela möchte aber auch ihre eigenen Ideen mit einbringen. „Jetzt mache ich das mit ganz anderem Elan als früher als Angestellte“, erzählt sie, „Ich möchte mich dafür einsetzen, junge Leute schon in den Schulen für das Handwerk und den Malerberuf zu begeistern.“

Angela Reubert und Ihre Geschichte sind ein Beispiel dafür, wie sich junge Frauen im Handwerk ihren ganz eigenen Weg bahnen – und erfolgreich damit sind.

Weitere Infos: www.meisterfachbetrieb-reubert.de

Autorin & Fotos: Evelyn Becker
Quelle: Malerblatt 10/2018


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Malermeisterin Angela Reubert

Schloßstraße 25,

63065 Offenbach

www.meisterfachbetrieb-reubert.de

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