Interview Malerblatt Wissen

Ursula Blank

Der Dr.-Murjahn-Förderpreis zeichnet jedes Jahr herausragende Projekte des Malerhandwerks aus. Die Kuratoriumsvorsitzende Ursula Blank ruft im Malerblatt-Interview dazu auf: „Machen Sie diesen Preis zu Ihrem Preis.“

Der Dr. Murjahn-Förderpreis zeichnet seit 2011 impulsgebende Leistungen im Malerhandwerk aus. Würden Sie unseren Lesern noch einmal den Ursprungsgedanken, die Kernidee hinter dem Preis erläutern?

Ursula Blank: Zum 75. Geburtstag von Dr. Klaus Murjahn wurde verkündet, dass ein Förderpreis gestiftet werden soll. Dieser Preis ist ein persönlicher Dank von Dr. Klaus Murjahn an das Maler- und Lackiererhandwerk. Er ist zugleich ein Dankeschön des Familienunternehmens für viele Jahre Treue und eine qualitativ hochwertige Zusammenarbeit. Mit dem Preis soll ein Zeichen mit großer Symbolkraft gesetzt werden.

Wie sehen die Anforderungen an eine Bewerbung aus und wie kann ich mich bewerben?

Ursula Blank: Uns geht es vor allem darum, dass sich die Maler mit herausragenden Projekten bewerben, die sie mit Herzblut umgesetzt haben und von denen sie selbst überzeugt sind. Die verwendeten Produkte oder Zusammenarbeit mit einem Hersteller spielen hierbei keine Rolle, allein die Qualität der Arbeit ist entscheidend.

Der Bewerbungsbogen steht zum Download auf unserer Website zur Verfügung. Die Bewerbungen sehen oft ganz unterschiedlich aus. Die Spanne reicht von per Hand ausgefüllten Bewerbungsformularen bis hin zu hochwertig aufbereiteten Dokumenten. Fotos sind sehr hilfreich, denn dadurch kann die Jury sich schnell ein Bild von der Arbeit zu machen. Prägnante und schnell zu erfassende Darstellungen sind gerade bei der limitierten Zeit einer Jurysitzung von Vorteil.

Bewährtes fortführen, Neues schaffen? Gibt es in diesem Jahr Änderungen beim Förderpreis?

Ursula Blank: Die bestehenden Kategorien haben sich bewährt, da sie jene Bereiche abdecken, die für den Maler interessant und sinnvoll sind. Ausgezeichnet wird in den Kategorien Farbe und Gestaltung, Innovation, Aus- und Weiterbildung sowie Betriebswirtschaft und „Sonstiges“. In dieser letzten Kategorie wird auch der Jungmeister mit eingebunden. Dieser Bereich bietet die Möglichkeit, Projekte einzubringen, die ein besonderes soziales Engagement der Maler verdeutlichen. Es ist fantastisch zu sehen, wie viele Betriebe soziale Projekte unterstützen – und das trotz des hohen Zeitaufwandes.

Gibt es einen Bereich, aus dem Sie persönlich sich mehr Einsendungen wünschen würden?

Ursula Blank: In der Kategorie Innovation gehen eher wenige Bewerbungen ein. Das ist der Bereich, in dem sich der Stifter mehr Projekte wünschen würde. Es liegt natürlich in der Natur der Sache, dass gerade technische Innovationen – zum Beispiel Entwicklung spezieller Werkzeuge, Praxistipps für Produktverbesserungen oder bei der Verarbeitungstechnik – schwer umzusetzen sind.

Für junge Meister und Meisterinnen ist vielleicht das Timing ein wenig schwierig. Die Meisterschüler machen ihren Abschluss im Frühjahr, bis zur Bewerbungsphase stehen dann häufig andere Dinge im Vordergrund. Wie bewerben den Preis jedoch in diesem Jahr über die Meisterschulen sowie unseren Außendienst und hoffen so auf höhere Resonanz.

Noch zwei Monate bis zum Einsendeschluss. Der Dr. Murjahn-Förderpreis tritt langsam in die heiße Phase ein. Was passiert dann? Wie funktioniert der Auswahlprozess?

Ursula Blank: Die eingegangen Bewerbungen werden nach Kategorien geordnet und zusammengestellt. Jedes Unternehmen erhält eine Bestätigung über den Eingang ihres Schreibens. Ausnahmslos alle Bewerbungen werden anschließend einer unabhängigen Jury vorgelegt. Aus dem Kuratorium oder der DAW ist bei diesem Prozess niemand dabei. Bei der Jurysitzung werden die Bewerbungen dann in den jeweiligen Kategorien vorgestellt und miteinander verglichen. In mehreren Diskussions- und Bewertungsdurchgängen werden schließlich die Preisträger herausgefiltert.

Ist diese Entscheidungsfindung immer einfach?

Ursula Blank: Wie ich höre, werden die Diskussionsrunden immer intensiver und auch zunehmend schwieriger je enger die Auswahl wird. Die Meinungen der Juroren gehen teilweise schon mal auseinander, in anderen Fällen sind sich alle sofort einig.

Wie kann dem Maler die Entscheidung, ob er sich mit seinem Projekt bewerben soll, erleichtert werden?

Ursula Blank: Häufig kommen zunächst Anfragen von den Malern, ob sich ihr Projekt für den Preis eignen könnte. Das ist natürlich verständlich, da eine Bewerbung Zeit und Mühe kostet. Ganz hilfreich für die Einschätzung der eigenen Arbeit sind sicherlich die Videos unserer bisherigen Preisträger.

Die Videos sind auf der Dr.-Murjahn-Förderpreis-Website für jeden zugänglich. Dort kann man sich die Projekte der bisherigen Preisträger anschauen, sich inspirieren lassen, vergleichen und so vielleicht den Ansporn erhalten, selbst Projekte einzureichen.

Was ist für Sie persönlich das Besondere an dem Preis? Was möchten Sie den Handwerkern mitgeben?

Ursula Blank: Wir freuen uns über jede Idee, jedes Projekt, jede Einsendung, welche die Kreativität und die Qualität dieses Malerhandwerks zeigt. Jeder Bewerber leistet seinen Beitrag, um diesen Preis zu dem zu machen, was er ist: ein Symbol für die Leistungsfähigkeit des deutschen Malerhandwerks. Unser Anliegen ist daher ganz einfach: „Machen Sie diesen Preis zu Ihrem Preis.“

Weitere Informationen: www.malerblatt.de


PraxisPlus

Dr.-Murjahn-Förderpreis

Der Preis zeichnet Fachbetriebe, Einzelpersonen oder Bildungseinrichtungen aus, die durch herausragende Leistungen auf sich aufmerksam gemacht haben. Dotiert ist er mit 50.000 Euro. Partner ist der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz. Der Preis wird unabhängig davon verliehen, welche Materialien der Maler einsetzt oder mit welchem Hersteller er zusammenarbeitet. Die Preisverleihung wird am 5. Dezember beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin stattfinden. Auch für den laufenden Wettbewerb in diesem Jahr ist wieder ein „Sonderpreis für Jungmeister/-innen“ ausgelobt. Bewerbungen sind bis 31. August 2018 möglich.

www.dr-murjahn-foerderpreis.de

Autor & Foto: Martin Mansel
Quelle: Malerblatt 07/2018

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