Geglückte Nachfolge

Auf halbem Weg zwischen Stuttgart und dem Bodensee, auf der Schwäbischen Alb, liegt Rosenfeld. Die schmucke Kleinstadt ist Sitz der Firmengruppe Jetter. Mit Johannes Jetter ist die mittlerweile dritte Generation fest in die Führung und Weiterentwicklung des Unternehmens integriert.

Autor / Fotos: Martin Mansel

Am Anfang stand eine recht malertypische Unternehmensgründung. Im Jahr 1946 begann der Großvater von Johannes Jetter als Einmannbetrieb und bearbeitete dann über lange Zeit seinen Markt in der Region. Gegen Ende der Siebzigerjahre lag das Geschäft aber quasi still. Dann gab sein Sohn Hans-Dieter eine vielversprechende Karriere im öffentlichen Dienst auf, um das Geschäft zu übernehmen. Der Neustart erfolgte aus zwei Garagen heraus, anfangs mit zögerlicher Entwicklung. Richtig voran ging es erst wieder nach dem Umzug in eine 400 Quadratmeter Halle. Bald erkannten er den Gerüstbau als sinnvolle Geschäftserweiterung. Dieses Gewerk wollte man ebenso wie das Malerhandwerk professionell betreiben. Daher gründete Hans-Dieter gemeinsam mit Bruder Thomas Jetter 1985 unter hohem Investitionsaufwand die Gerüstbau Jetter GmbH. Die Risikobereitschaft hat sich ausgezahlt. Heute ist man mit einer Personalstärke zwischen 20 und 25 Mitarbeitern und einem Materialbestand von ca. 70.000 Quadratmeter der größte Gerüstbauer im Zollern-Albkreis. Die Geschäftsführung dieses Bereichs haben die Jetters 2004 an den langjährigen Mitarbeiter Eli Müller übergeben.

Vier Standbeine

Aktuell besteht die Firmengruppe aus vier Unternehmen: dem Jetter Malerbetrieb mit Thomas Jetter an der Spitze, Jetter Gerüstbau mit Eli Müller als Geschäftsführer, dem Stuckateurfachbetrieb Schneider mit Markus Schneider als Geschäftsführer und schließlich der Jetter Stahl- und Betonsanierung GmbH, mit Johannes Jetter, dem Sohn von Thomas Jetter, als Geschäftsführer. Johannes und sein Onkel Hans Dieter Jetter lenken jetzt gemeinsam die Geschicke der vier Betriebe.

Johannes Jetter, der Enkel des Firmengründers, ist 2009 ins Familienunternehmen eingetreten. Nach dem Abitur machte er eine Lehre, außerdem Praktika bei Kollegen und absolvierte anschließend von 2011 bis 2014 ein duales Studium BWL und Handwerk in Stuttgart. Zusätzlich schloss er die Online Meisterschule in der Fachrichtung Bauten- und Korrosionsschutz ab. Der engagierte junge Unternehmer sagt aus Überzeugung: „Man kann auch im Handwerk etwas erreichen, wenn man über den Tellerrand schaut.“

Weitblick und Bodenhaftung

Die Firmengruppe engagiert sich in weiteren Geschäftsfeldern. Zum Beispiel will man mit der Jetter Gebäudebau als Generalbauunternehmer in der Region günstigen Wohnraum anbieten. Hans-Dieter Jetter macht aber auch deutlich: „Wir sind vielleicht nicht mehr der Standardbetrieb, aber auf dem Boden geblieben.“ Dass die beiden die Bodenhaftung nicht verloren haben, spürt man auch bei der Führung durch das Anfang 2017 neu bezogene Betriebsgebäude. Im luftigen Büro- und Verwaltungstrakt hat man auf Luxus verzichtet, nicht jedoch auf gelungene Gestaltung. Die Architektur ist offen, die Räume klar entsprechend den Aufgaben gegliedert. Große Fensterflächen bieten einen herrlichen Blick auf die schwäbische Alb. Strukturiert geht es auch weiter auf dem Hof. Lager- und Verkehrsflächen sind so angelegt, dass alles seinen Platz hat und sich die Kolonnen nicht gegenseitig ins Gehege kommen. Nur einen Katzensprung weiter, auf der anderen Straßenseite, liegt die Jetter Gerüstbau, wo der Platz laut Hans-Dieter Jetter schon wieder ein wenig eng wird. Beim Entwurf der neue Zentrale spielte die Außenwirkung auf Kunden und Mitarbeiter natürlich schon eine Rolle. Der Kommentar von Hans-Dieter Jetter dazu lakonisch: „Man will schließlich zu einer ordentlichen Firma gehen.“

Weitere Informationen:
www.jetter-rosenfeld.de


Hans-Dieter Jetter

Wir wollen weiter strukturiert wachsen