In den Kunden hineinhören

Die Malerwerkstätte Sievers aus Oberkochen passt ihr Angebotsspektrum stets den Wünschen ihrer Kunden an. Zum Produktportfolio zählen unter anderem hochwertige Oberflächentechniken, Bodenbeläge sowie Systemtrennwände, Deckenheizungen und der Trockenbau. Und Michael Sievers ist ein kompetenter Ansprechpartner für Kunden, die Wert auf ökologische Materialien legen.

Autor: Susanne Sachsenmaier-Wahl | Fotos: Susanne Sachsenmaier-Wahl, Malerwerkstätte Sievers

Den Eindruck eines Öko-Freaks erweckt Michael Sievers nicht, auch wenn er aus einem Auto steigt, das von Hanfblättern geziert wird und für eine Dämmung aus natürlichen Rohstoffen wirbt. Stattdessen hat man einen Malermeister vor sich, einen visionären Unternehmer – authentisch in weißen Arbeitshosen und immer auf Augenhöhe mit seinen Kunden. Bei ihm spürt man, dass er die Wünsche derselben versteht. Und das ist seit Jahren der Erfolgsgarant der Malerwerkstätte Sievers aus Oberkochen im Ostalbkreis. Hier hört man in den Kunden hinein, macht sich ein Bild von seinen Vorstellungen und setzt diese schließlich bestmöglich um – auch wenn dazu unbekanntes Terrain betreten werden muss. „Einmal haben wir sogar einen Boden nach Vorlage einer Damenhandtasche erstellt,“ erinnert sich Sievers lachend. Aus „normaler“ Bodenspachtelmasse, Farbe und Lack habe man seinerzeit eine eigene Technik
kreiert. Für die gab es zwar keine Gewährleistung, dafür aber viel Lob von der Kundin.

Die typischen Malerarbeiten sieht Sievers immer noch als sein Kerngeschäft. Seit ein paar Jahren nehmen der Bereich der Systemtrennwände bzw. die Trockenbauaufträge jedoch kontinuierlich zu. Dabei ist Sievers zu diesem Geschäftszweig wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde gekommen. Ein Großunternehmen der Industrie, bei dem Sievers regelmäßig die Malerarbeiten ausführte, war auf der Suche nach einem Montagebetrieb, der die Bürotrennwände einbauen und versetzen konnte. Die Frage, ob der kompetente Malermeister sich das vorstellen könnte, stand irgendwann im Raum. Sievers fackelte nicht lange, stellte vier Trockenbauer, die mit der Erstellung derartiger Trennwände vertraut waren, ein und erfüllte seinem Großkunden den Wunsch, die Bürosanierung bzw. -umgestaltung aus einer Hand zu bekommen. Die richtige Entscheidung. Denn dem ersten Großkunden sind inzwischen schon einige mehr gefolgt.

Manchmal ist weniger mehr

Doch zurück zum eigentlichen Malerbetrieb, den Michael Sievers nach wie vor mit dem meisten Herzblut führt. Hier setzt Sievers vor allem auf Hochwertigkeit. Das bedeutet zum einen, dass er eine Vielzahl an hochwertigen kreativen Oberflächentechniken (teils auch als exklusiver Partnerbetrieb mit Gebietsschutz) für seine Kunden bereithält. Diese können in seinen großzügigen, ansprechenden Ausstellungsräumen in Augenschein genommen und befühlt werden. Ganz gemäß dem Slogan der Malerwerkstätte Sievers: „sehen – leben – wohlfühlen“. Hochwertigkeit bedeutet für Sievers aber auch, dass bei einfachen Anstrichen eine bestimmte Farbqualität zum Einsatz kommt. In der Malerwerkstätte existieren deshalb nur zwei Dispersionsqualitäten, egal ob ein Auftrag mit 2000 Quadratmetern bearbeitet wird, oder ein Wohnzimmer: ein Standard- und ein Premiumprodukt. Natürlich weiß Sievers, dass es für einige Aufträge auch billigere Produkte tun würden. Aber billiger ist eben nicht immer günstiger. Die Reste vieler Farben, die auftragsbezogen geordert werden, schlummern später im Lager und sind unterm Strich dann wesentlich teurer. Dazu kommt, dass man im Ausbesserungsfall immer weiß, welches Produkt zum Einsatz kam. Und zu guter Letzt lässt sich bei höheren Abnahmemenge von einem Produkt auch über dessen Preis besser verhandeln.

Trendthema Ökologie

„Gleich nach der Hochwertigkeit kommt bei den Kundenwünschen derzeit die Ökologie,“ beschreibt Michael Sievers seine Erfahrungen. Eine stetig größer werdende Zahl seiner Privatkunden lege mittlerweile großen Wert darauf, Produkte auszuwählen, die gesundheitlich unbedenklich sind und der Umwelt nicht schaden. „Besonders die Kalktechniken werden von unseren Kunden gerne gewählt,“ erzählt Sievers. Diese Techniken erwecken bei vielen Kunden zunächst aufgrund ihrer speziellen Optik und Haptik die Neugier, bestellt werden sie dann aber häufig wegen ihrer ökologischen Aspekte. Weil die gesundheits- und umweltfreundlichen Produkte so gut ankommen, hat sich Sievers entschlossen, eine Eigenmarke zu kreieren und sich dadurch noch unverwechselbarer zu machen. „Calrelax – die Wand, die atmet“ taufte er sie. Unter Fachleuten wird das Bild von der atmenden Wand bekanntlich sehr differenziert gesehen. Auf die Frage, weshalb sich Sievers trotzdem dafür entschieden hat, antwortet er: „Der Kunde kann sich das so bildlich vorstellen.“ Unter der Marke Calrelax werden Farben und Putze mit höchstmöglichen Diffusionswerten angeboten, wie etwa Silikatputze und -farben und Kalkprodukte, auch so edle wie verpresster Kalkputz. Selbstverständlich werden die Calrelax-Produkte bevorzugt angeboten. „Bei Feuchteproblemen im Bad empfehle ich auch mal, die alte x-mal überstrichene Raufaser herunterzuholen und ein paar Millimeter Kalkputz aufzuziehen.“ Fürs Schlafzimmer empfiehlt er die Produkte des angenehmeren Raumklimas wegen. „Davon bin ich selbst absolut überzeugt,“ erklärt Sievers und das spüren seine Kunden.

Aufmerksamkeit erregen

Doch mit Calrelax ist das Thema Ökologie längst nicht abgehakt. Der Schwabe bietet z.B. auch eine neue Wandfarbe aus nachwachsenden Rohstoffen an. Um auf diese aufmerksam zu machen, schaffte der Malermeister einen Kleinwagen als rollende Werbung für diese Wandbeschichtung an. Und weil der ganz gut ankam, folgte im Sommer 2017 ein Mittelklassewagen mit Elektroantrieb. Dieser erinnert an eine fahrende Hanfplantage und löste bei den Passanten entsprechend Verwunderung aus. Dass der Hanf für eine Fassadendämmung steht, ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Für manchen Verkehrsteilnehmer lagen beim Anblick des „Hanfmobils“ andere Assoziationen vermutlich näher…

Doch nicht nur auf der Straße macht Michael Sievers auf sich und sein rund 35-köpfiges Team aufmerksam. Einmal jährlich lädt er Interessierte zu einem Info-Tag in seine Geschäftsräume. Um auch an neue Kundschaft aus der weiteren Umgebung zu kommen, stellt er außerdem regelmäßig auf einer Immobilienmesse aus. Hierfür ließ er eigens einen Messestand bauen, der stets mit den aktuellen Trendthemen bestückt wird.

Weit- statt Tunnelblick

Den Tunnelblick – also sich ausschließlich auf die Kernkompetenzen des Malerberufes zu verlassen – hat Michael Sievers schon lange gegen einen Weitblick eingetauscht. Bereits vor vielen Jahren stellte er Stuckateure ein, um zur Farbe auch die Form mithilfe des Trockenbaus ins Spiel bringen zu können. Heute gehören zur Mannschaft des Oberkochener Malers acht Stuckateure, die auch „exotische“ Trockenbauarbeiten ausführen. Hierzu zählt z.B. die Deckenheizung. Von dieser war Sievers so überzeugt, dass er sie in seinem Portfolio haben musste. Um die Kunden für diese Wärmequelle zu begeistern, braucht es gute Argumente. Diese lassen sich ohne die entsprechenden „Bauphysik-Basics“ nicht plausibel darstellen. „Ich habe die Technologie rund zwei Jahre lang aufmerksam verfolgt, bevor ich sie angeboten habe,“ erinnert sich Sievers. In dieser Zeit hatte er viele gute Argumente für das System sammeln können, die heute seine Kunden überzeugen. Vor allem, wenn alte Holzdecken rückgebaut werden, weist Maler Sievers auf die Möglichkeit eine Deckenheizung zu installieren, hin. Mit nur sieben Zentimetern Aufbauhöhe entstehe kaum ein Höhenverlust, so Sievers. Statt dessen ergebe sich – etwa bei Badumbauten, die Sievers in Kooperation mit einem Sanitärunternehmen durchführt – sogar ein Platzgewinn, wenn störende und häufig wenig schöne Heizkörper wegfallen können. Die häufig angeführte Angst vor kalten Füßen kann Sievers seiner Kundschaft ebenfalls nehmen. Die Strahlungswärme der Deckenheizung reicht selbstverständlich bis zum Boden, wodurch sich dieser ebenfalls warm anfühlt.

Nachfolgeregelung

Es scheint, Michael Sievers habe immer für alles eine Lösung parat. Doch eine Sache beschäftigt den umtriebigen Malermeister derzeit. Wie soll der Malerbetrieb, der sich inzwischen in der dritten Generation befindet, einmal fortgeführt werden? 2009 hat Michael Sievers den dazugehörigen Lackierbetrieb an seinen Sohn David übergeben. Für den Malerbetrieb gibt es derzeit noch keine endgültige Nachfolgeregelung. „Aber auch hier werden wir eine Lösung finden,“ ist sich Michael Sievers sicher.

Weitere Infos:
www.maler-sievers.de


Michael Sievers

Gleich nach der Hochwertigkeit kommt bei
den Kundenwünschen derzeit die Ökologie