Mission Prozessoptimierung

Betriebliche Abläufe zu verbessern und Kosten zu senken, das hat sich ein Reutlinger Unternehmen auf die Fahnen geschrieben. Das erklärte Ziel heißt: Mehr Wertschöpfung.

Autor: Martin Mansel

Aus drei mach fünf ist einer der Leitsprüche der Wertschöpfer. Gemeint ist damit: War es bisher möglich, drei Türzargen in einer Stunde zu lackieren, sollen es nach der Optimierung der betrieblichen Prozesse fünf sein. Die Wertschöpfer, wie sich das Unternehmen mit Sitz in Reutlingen nennt, verstehen sich als Beratungsunternehmen für das Handwerk, mit Schwerpunkt auf Malerbranche. Seit 2014 gehören sie zur Handwerksgruppe Philip Mecklenburg (HPM). Aber schon bei Gründung war klar, dass ihre Dienstleistungen nicht nur intern, sondern auch extern angeboten werden sollten. Mittlerweile betreut Geschäftsführer Wolfgang Deckart mit sechs Mitarbeiter im Außen- und vier im Innendienst ein Netzwerk aus circa 250 Betrieben deutschlandweit. Das Ziel ist immer, die Wertschöpfung in den Betrieben zu erhöhen. Dafür unterstützen sie die Betriebe bei der Vorbereitung und der Abwicklung von Baustellen, mit einem zentralen Einkauf sowie mit der Vermittlung von Fachwissen, sowohl auf betriebswirtschaftlicher, wie auch auf technischer Seite. Timo Bökle, einer der Baustellentechniker im Außendienst erläutert: „Ein Hauptstandbein ist das Thema Prozessoptimierung in den Betrieben. Wir befassen uns professionell mit der Frage: Wie kann ein Malerbetrieb effektiver werden. Wissen Sie, der ein oder andere Maler ist in seinem Tagesgeschäft gefangen. Er versteht sein Handwerk, verdient auch auch Geld mit seinem Unternehmen. Was er jedoch nicht sieht, sind die verborgenen Potenziale, die in seinem Betrieb schlummern. Hier setzen die Wertschöpfer mit konkreten Maßnahmen an.“ Die Größe des Malerbetriebes ist laut Timo Bökle dabei erst einmal sekundär. Die Mitarbeiterzahl der Unternehmen, die bereits Partner im Netzwerk sind, reicht von zwei bis 2.000.

Prozesse transparent machen

Um die Abläufe auf den Baustellen transparent dazustellen hat das Unternehmen eine eigene Software entwickelt. Diese funktioniert auch auf mobilen Geräten,so dass man ständig darauf zugreifen kann. Laut Bökle muss der Maler diese Software nicht zwingend einsetzen, tut er dies jedoch, profitiert er von entscheidenden Vorteilen. Er kann durch die Dokumentation immer tagesaktuell den Status seine Projektes ablesen und den Baufortschritt verfolgen. Das bedeutet, der Maler hat im laufenden Projekt jederzeit die Möglichkeit steuernd einzugreifen, wenn er feststellt, dass es an einem bestimmten Punkt nicht gut läuft. Dazu Timo Bökle: „Wie machen es die meisten Betriebe? Die haben ein Projekt und arbeiten das ab. Vielleicht fragen sie noch ihre Mitarbeiter wie es war. Meist war alles super, warum, wissen sie aber nicht. Wer so vorgeht, kann im Nachhinein nicht mehr herausfinden, wo die Ursache für Erfolg oder Misserfolg lag. Mit der Software ist es möglich, die einzelnen Schritte im Leistungsverzeichnis abzuarbeiten und nachzuvollziehen.“

Erkenntnisse können laut Bökle wie folgt aussehen: Vielleicht hat man bei der Arbeitsvorbereitung Geld verschenkt, beim Anstrich hat man das dann wieder hereingeholt. Oder man stellt fest dass man beim Lackieren nicht schnell genug ist und Maschineneinsatz Sinn macht. Meist kristallisiere sich heraus, wo Schwachstellen bestehen und wo man effektiv arbeite. An den entsprechenden Stellschrauben könne man dann nachjustieren, so zum Beispiel anderes Material oder andere Maschinentechnik einsetzen, das Team umbauen oder ähnliches.

Leistungsfähigkeit erhöhen

Auch beim wichtigen Thema Aus- und Weiterbildung engagieren sich die Wertschöpfer. Qualität und Leistung sollen sich bei allen Mitarbeitern weiterentwickeln, nicht nur bei den Chefs. In den zwei Schulungszentren, das eine ist in Karlsruhe, das andere in Hamburg, veranstalten erfahrene Baustellentechniker Baustellencamps. Hier werden dann Mitarbeiter auf den aktuellen technischen Stand gebracht. In den ebenfalls angebotenen Vorarbeiterkursen geht es unter anderem um das richtige Lesen von Leistungsverzeichnissen, um Organisation, Planung, Materialbeschaffung und Baurecht. Dabei lässt sich das Team von externen Experten, zum Beispiel von Aufmaßtechnikern oder Rechtsanwälten unterstützen. Außerdem beobacht man Entwicklungen auf dem Markt, testet neue Produkte und Maschinen auf Tauglichkeit und gibt das erworbene Wissen in den Kursen an die Teilnehmer weiter.

Weitere Informationen:
www.diewertschoepfer.de


PraxisPlus

Dienstleistungsumfang:

  • Baustellenoptimierung
  • Einkauf
  • Aus- und Weiterbildung

Nils Burger,Geschäftsführer Burger Baudekoration GmbH

Entsprechend der Analyse wird da angesetzt, wo es nötig ist.
Das fängt im Büro an und hört auf der Baustelle auf und führt
immer zu einer sehr positiven Entwicklung


Sven Finger, Geschäftsführer Werner & Sohn GmbH

Ich profitiere nicht nur durch den Einkaufsverbund, sondern viel mehr von der Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch in
Fortschritt und Technik des
Maler- und Lackierermarktes