Beschichtungen und die DIN 18363 wurden modifiziert.

Neue Abrechnungs-Vorschriften

Die Abrechnungs-Vorschriften für Maler- und Lackiererarbeiten, Beschichtungen und die DIN 18363 wurden modifiziert.

Eberhard Schilling, Akademie für Betriebsmanagement und Meisterschule Stuttgart

Mit der Herausgabe der VOB 2006 wurden auch die Abrechnungsvorschriften der ATV DIN 18363 überarbeitet. Die seit der VOB 1988 gültigen und bewährten Regelungen für das Übermessen von Öffnungen und Nischen wurden beibehalten. Dennoch haben sich einige wesentliche Änderungen ergeben, die in diesem Beitrag angesprochen werden:
1. Abrechnung nach Fertigmaß
Die neue DIN 18363 und die neue DIN 18366 regeln jeweils im Abschnitt 5.1.1, dass grundsätzlich nur mit dem Maß der behandelten Fläche abgerechnet werden darf. Die bisherige Unterscheidung in eine Leistungsermittlung nach Zeichnung und nach Aufmaß (vor Ort) entfällt. Es gelten die Maße des fertigen Bauteils und der fertigen Aussparung. Dort wo Baupläne die Grundlage für die Abrechnung bilden, ist aus den Rohbaumaßen unter Berücksichtigung von Estrichhöhen und Putzstärken das tatsächliche Maß zu ermitteln.
Hinweis für die Praxis: Bei der Ermittlung der Massen aus Bauplänen kann zwar aus dem Rohbaumaß durch Abzug von Estrichhöhe und Deckenputz die tatsächliche Raumhöhe relativ einfach ermittelt werden; für die Deckenmaße und die Grundlinie (Breite) von Wänden sowie für Aussparungen ist dieses Verfahren ungeeignet. Deshalb sollte mit dem Auftraggeber vereinbart werden, dass die Maße aus der Bauzeichnung ohne Berücksichtigung von Putzstärken übernommen werden.
2. Abrechnung von Leibungen
Bisher war eine Abrechnung von Leibungen nur bei Öffnungen und Nischen über 2,5 m² möglich. Nach der neuen Regelung im Abschnitt 5.1.3 dürfen nun neben bearbeiteten Rückflächen von Nischen auch alle bearbeiteten Leibungen gesondert gerechnet werden (Abb. 1 und 2). Sieht das Leistungsverzeichnis selbständige Positionen für Leibungen vor, sind diese nach Längenmaß abzurechnen. Die Breite der Leibung spielt dann keine Rolle.
Hinweis für die Praxis: Sind keine eigenständigen Positionen für Leibungen vorhanden und enthält das Leistungsverzeichnis in den entsprechenden Decken- bzw. Wandpositionen keinen Hinweis, sollten Leibungen nach § 2 Nr. 6 VOB/B als zusätzliche Leistung vor Beginn der Arbeiten angezeigt werden. Wichtig: Der Anspruch auf die Vergütung von Leibungen im Rahmen der Abrechnung von Wand- bzw. Deckenflächen (nach Flächenmaß) besteht aber auf jeden Fall.
3. Abrechnung von Unterbrechungen
Bisher galt, dass nach Abschnitt 5.1.11 (alte Fassung) Rahmen, Riegel, Ständer, Deckenbalken, Vorlagen und Fachwerkteile bis 30 cm Einzelbreite übermessen werden. Diese Regelung wurde modifiziert. Die VOB spricht nun von Unterbrechungen der Fläche. Als Unterbrechungen gelten alle durchgängigen Aussparungen in der zu bearbeitenden Fläche durch ein anderes Bauteil, das nicht oder anders als die zu bearbeitende Fläche behandelt wird. Die Aufzählung in Abschnitt 5.2.1.2 ist nicht mehr exklusiv, sondern nur noch beispielhaft. Neben den genannten Objekten (Fachwerkteile, Stützen, Unterzüge und Vorlagen) sind auch weitere Unterbrechungen denkbar.
Konsequenzen hat diese neue Regelung beispielsweise bei der Bearbeitung von Deckenflächen mit (unterbrechenden) Deckenbalken (Abb. 3) oder bei der Abrechnung von Fachwerkfassaden. Dort dürfen nun Eckständer nicht mehr übermessen werden.
4. Abrechnung von Gesimsen, Eckverbänden, Umrahmungen und Faschen
Gesimse, Lisenen, Eckverbände, Umrahmungen und Faschen werden beim Ermitteln der Fläche grundsätzlich übermessen. Damit sind auch Umrahmungen von Fenstern und Türen aus Naturstein zu übermessen, so dass für die Aussparung allein die Größe der Fenster- oder Türöffnung maßgebend ist (Abb. 4). Ebenfalls übermessen werden Eckverbände und zwar unabhängig von ihrer Fläche. Eckverbände selbst werden wie alle vieleckigen Einzelflächen mit dem Maß des kleinsten umschriebenen Rechtecks gerechnet (Abb. 5).
5. Abrechnung von Kleinflächen bis 2,5 m²
Neu aufgenommen wurde die Möglichkeit, Decken, Wände, Böden und Bekleidungen bis 2,5 m² Einzelgröße nach Anzahl (Stück) abzurechnen. Sind für diese Kleinflächen keine Positionen im Leistungsverzeichnis vorgesehen, ist deren Abrechnung im Voraus zu vereinbaren.