Betrieb & Markt

Sprechstunde bei Dr. Malermeister

Die Gesundheit klopft immer lauter an die Tür der Besitzer von Immobilien und Mieter. In vielen Zeitschriften und Testmagazinen werden die Verbraucher fortwährend für gesundheitsverträgliche Baustoffe und Renovierungsmaterialien sensibilisiert. Ein fachkundiger Malerbetrieb kann den Kunden förmlich gesund renovieren.

Christine Breitkopf

Ganz im Sinne der bestehenden Kunden und solcher, die es werden sollen, empfiehlt es sich, den Markt mit allen seinen Informationen im Blick zu behalten. Vom TÜV Süd hört man, dass die klassischen Umweltgifte auf dem Rückzug sind und inzwischen vermehrt auf natürliche Mittel gesetzt wird. Doch auch bei den biologischen Mitteln ist Sorgfalt angebracht, denn mögliche allergische Reaktionen sind noch weitgehend ungeklärt.
Zur Arztpraxis wird der Malerbetrieb dann in zweiter Instanz. Eine ganze Reihe von Beschwerden wie Asthma, Bronchitis, Allergien, gereizte Augen, permanente Müdigkeit, Gliederschmerzen und Störungen des Immunsystems können durch Schadstoffe im Wohnraum ausgelöst werden. Umweltmediziner stellen solche Erkrankungen in den Zusammenhang mit dem Wohnraum. So bedrohlich einerseits für den Kunden, so interessant für den Maler, sich darauf einzustellen und den Kunden eine „neue“ Dienstleistung anbieten zu können.
Wunderbar zu lesen ist in den Publikumszeitschriften, dass teurere Produkte, die nur über den Fachhandel erhältlich sind, besser sind. Und vor allem, dass die meisten Schadstoffe beispielsweise während des Streichens in die Luft gelangen. Fakten, die dafür sprechen, den Fachmann zu beauftragen.
Lösungsmittel lassen sich nicht vermeiden. Bleibt die Wahl zwischen klassischen und biologischen Mitteln. Vorteil der synthetischen und chemischen Zusätze ist, dass sie schnell ausdünsten. Biologische Mittel wie Rizinus- oder Leinöl verdampfen nur langsam und hängen monatelang in der Luft.
Wichtig ist vor allem, bei der Beratung des Kunden nachzufragen, ob es Allergien oder andere gesundheitliche Auffälligkeiten gibt. Danach können dann die passenden Produkte wie Farbe, Tapete und Bodenbelag gewählt werden.
Wand und Decke
Für den Anstrich der Wände und Decken eignen sich Naturdispersionsfarben, die weitgehend auf künstliche und mineralölhaltige Zutaten verzichten. Eine andere Alternative sind Leim- und Kaseinfarben, bei denen Leim beziehungsweise Milcheiweiß das Bindemittel ist. Daher sind sie so gut wie frei von Emissionen und geben keine Gerüche ab. Für Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit empfehlen Innenraumanalytiker Kalk- und Silikatfarben, die nur wenig organisches Material enthalten und Schimmel vorbeugen. Neu im Blick der Verbraucherberater ist der Lehmputz anstelle der Farbe. Die Raumfeuchtigkeit wird reguliert und ein zusätzlicher Farbanstrich ist nicht notwendig.
Bei den Tapeten wird zu Raufaser- und Papiertapeten geraten. Sie dünsten schnell ab und tragen zum Feuchtigkeitsaustausch bei, Schimmelbildung wird vermieden. Stofftapeten sind außer für Milbenallergiker ebenfalls eine gute Wahl. Beim Tapeten-kleister geht der Rat zum Naturleim, dessen Ausdünstungen unproblematisch sind.
Beispielsweise hat die Brillux Raufaser das Prüfzeichen „Material- und Emissionsprüfung auf Allergikereignung und Schadstoffe“ vom TÜV Nord erhalten.
Boden der Tatsachen
Auch beim Bodenbelag bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Parkettboden ist lange haltbar, vom günstigen Fertigparkett sollte man die Finger lassen. Meist ist Formaldehyd enthalten. Das teurere Vollholz- oder Stäbchenparkett hingegen eignet sich gut. Zur Versiegelung verwendet man am besten Wachs oder Öl.
Ein weiterer Bodenbelag ist Linoleum, der aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen – eine Mischung aus Leinöl, Kork- und Holzmehl, Baumharzen sowie Kalksteinpulver – hergestellt wird. Linoleumbodenbeläge gibt es allen Farben und vielen Mustern. Sofern das Linoleum oberflächenversiegelt ist, sollte man nachfragen, ob der Boden gewachst, geölt oder lackiert ist. Lackiertes Linoleum wird nicht empfohlen.
Richtig gut sind Korkböden. Sie beeinflussen das Raumklima positiv, sind warm und wirken schalldämmend. Zwar kann auch Kork Formaldehyd und Phenol an die Raumluft abgeben, das Logo des deutschen Kork-Verbandes versichert aber Schadstofffreiheit.
Bleibt der Teppichboden. Materialbedingt natürlich die Heimat von Hausstaubmilben. Trotzdem spricht dafür, dass diese im textilen Bodenbelag besser gebunden werden und nicht durch die Luft fliegen. Zu Bedenken gibt es bei den Wollteppichen, dass hier zum Schutz vor Motten und Ungeziefer Insektizide eingesetzt werden. Hier soll das TÜV-Umweltsiegel Sicherheit verschaffen.
Alles in allem ist die Gesundheit eine individuelle Sache. Neben den allgemeinen Gesichtspunkten kann nur durch ein ausführliches Gespräch und eine gute Beratung des Kunden die beste und damit die für ihn gesündeste Lösung gefunden werden.
Räume für Gesundheit
Gesundheit ist schön und lebt von Farben und Materialien. Die Gestaltung von Arztpraxen und Krankenhäusern gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Health & Care Network Group hat sich der Farbe und dem Wohlbefinden verschrieben. Kooperationspartner sind Caparol, Decor Union, A.S. Creation, drapilux, dura, Gerflor, Teba, Witex, UFLOOR Systems, Thermopal und tretford. Die ganzheitlichen Gestaltungsvorschläge sind mit Unterstützung der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), Hildesheim, in vier großformatigen Musterbüchern zu finden. Dazu gehören zahlreiche Originalmuster, die die Farb- und Materialdefinition für ein abgestimmtes Gestaltungskonzept ermöglichen.
„Die Mappen stellen eine ideale Beratungsgrundlage für Gespräche dar, um eine gestalterische Richtung zu bestimmen oder direkt eine Farb- und Materialauswahl zu treffen. Gesamtkonzepte können für Praxisräume, Kliniken, Krankenhäuser und Seniorenheime mit geringem Aufwand ganzheitlich erarbeitet werden“, schildert Farbdesignerin Martina Lehmann vom Caparol-FarbDesignStudio die Vorteile der vier Mustermappen. „Die Farbstimmungen lassen sich eigentlich noch in ganz anderen Bereichen einsetzen. Denn die Frage: „Fühlen sich Menschen wohl?“ spielt auch in Hotels, im Wellnessbereich, in Büros, aber auch im Privatbereich eine große Rolle. Daher wird unser Konzept ständig weiterentwickelt“, so Ulrich Pepper, Key Account Manager der Health & Care Network Group.

kompakt
Hersteller:
www.auro.de (Naturfarben)
www.biofa.de (Naturfarben)
www.brillux.de (allergikergeeignete Raufaser mit TÜV-Siegel)
www.caparol.de (Broschüre PrimaKlima über emissionsminimierte Bodenbeschichtung)
www.casanatura24.de (Marmorglanzspachtel – Raumklima)
www.claytec.com (Lehmputz)
www.dekozell.de (Textilputz)
www.dracholin.de (Lehmputz)
www.erfurt.com (Papiertapeten)
www.fasermix.de (Textilputz)
www.iwm.de (Industrieverband WerkMörtel – Broschüre Mineralische Innenputze)
www.jaegerlacke.de (Kronalux – Bodenbeschichtung auf Wasserbasis)
www.keimfarben.de (Kalkputz Biosol)
www.maxit-airfresh.de (Edelputz und lösemittelfreie Innenfarbe)
www.naturhaus.net (Naturfarben)
www.pigrol.de (Acryl-Buntlack, sehr gut bei Stiftung Warentest)
www.sikkens.de (wasserbasierende PU-Lacke)
www.sto.de (Silikatische Innenbeschichtung)
www.tarkett.de (Linoleumböden)
www.volimea.de (rein pflanzliche und mineralische Inhaltsstoffe )
www.weber-broutin.de (Bio-Innenputzsystem)

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