Farbe & Inspiration

Einladend

Die Gestaltung des Hauseinganges entscheidet maßgeblich mit, ob ein Gebäude mit positiven oder negativen Gefühlen betreten wird.

Martina Lehmann, Caparol-FarbDesignStudio

Der Eingang zu einem Gebäude gleicht einem Nadelöhr, durch das alle Nutzer, Bewohner und Besucher mehr oder weniger regelmäßig ein- und ausschreiten. Oft verrät schon der erste Blick einer Eingangssituation einiges über Hausbesitzer und Bewohner. Gebäudeeingänge gelten daher gemeinhin als Visitenkarte des Hauses. Daher macht es Sinn, diesem Bauelement in Planung und Gestaltung besondere Beachtung zukommen zu lassen. Denn ein gepflegtes, einladendes Entree kommt immer besser an, als ein vernachlässigter, verschmutzter und dunkler Zugang. Die Gestaltung des Eingangs entscheidet daher maßgeblich mit, mit welchen Gefühlen Besucher ein Gebäude betreten. Bei Privathäusern hat der Besitzer den Vorteil, selbst über das Erscheinungsbild von Fassade und Eingang zu bestimmen. Er kann diesen Bereich nach eigenen Vorstellungen prägen. Dabei sollte es selbstverständlich sein, dass die Eingangsgestaltung die Architektur des Gebäudes berücksichtigt. Passt beispielsweise die neue Haustür wirklich zum Stil des Gebäudes? Leider werden solche Aspekte häufig zu wenig berücksichtigt.
Mieter von Mehrfamilienhäusern haben in der Regel kaum Einfluss auf die Außengestaltung ihrer Hausfassade. Dadurch wirken Eingangssituati-onen oft unpersönlich und lieblos. Werden diese im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen, z.B. durch Wohnungsbaugesellschaften neu gestaltet, sollten nicht nur funktionale, sondern auch ästhetische Aspekte beachtet werden. Denn eine charakteristische, einladende Eingangssituation bewirkt eine stärkere Identifikation der Bewohner zu ihrem Haus. Zum Glück ist dies mittlerweile von vielen Vermietern erkannt worden und es wird mehr Wert auf eine ansprechende Außengestaltung, freundliche Eingänge und helle Treppenhäuser gelegt. Die Wertschätzung, die damit zum Ausdruck kommt, hat den positiven Nebeneffekt, dass Mieter zufriedener sind und sich Wohnraum in gepflegten Häusern deutlich besser vermarkten lässt. Sogar Verschmutzungen und Vandalismus treten weniger häufig auf.
Die Gestaltung
Ganz gleich ob es sich um den privaten Hauseingang oder den Zugangsbereich eines Mehrfamilienhauses handelt: Jede Eingangssituation sollte gestalterisch zur Architektur passen. Stil, Material und Farbgebung stehen im Kontext zum Gebäude und bilden eine Einheit. Auch wenn ein Eingang eine spezielle Akzentuierung erfährt, so darf dieser nicht völlig isoliert von der Fassade betrachtet werden. Grundsätzlich ist immer auf eine ausreichende Beleuchtung zu achten – Klingel, Briefkasten und Hausnummer müssen auch bei Dunkelheit gut erkennbar sein.
Spezielle Anforderungen gelten zusätzlich für Eingangssituationen in Wohnsiedlungen. Hier ist auch das Thema Sicherheit und Orientierung ein wichtiger Punkt. Eingänge sollten sich möglichst offen und licht präsentieren und nicht versteckt, verschattet hinter Sichtwänden oder mächtigen Überdachungen. Glasdächer oder portalartige Vorbauten sorgen für Transparenz und bieten trotzdem einen guten Wetterschutz. Ein schlüssiges Farbkonzept mit differenzierten Eingangsfarbigkeiten hilft bei der Orientierung. Besonders in Siedlungen mit baugleichen Gebäudetypen ist eine markante Gestaltung der Eingänge besonders einprägsam. Ein schnelles und einfaches Orientieren dient somit gleichzeitig der Sicherheit, denn sie ermöglicht „zielsichere“ Bewegungsabläufe. Zu empfehlen sind besonders groß und deutlich angebrachte Hausnummern – sinnvoll ist bei mehreren, parallel angeordneten Eingängen das seitliche Anbringen.
Farbe und Material
Farben und Materialien von Wandflächen, Türen, Fenstern, Briefkasten- und Klingelanlagen prägen meist durch verschiedenste Oberflächen gemeinsam den Eingangsbereich. Putz, Holz, Metall und Glas sind typische Materialkombinationen. Auszuwählende Farbtöne sollten sowohl zu den verschiedenen Werkstoffen als auch zum Baustil und der Epoche des Gebäudes passen. Gerade bei Altbauten ist besonders sensibel vorzugehen; womöglich ist auch die Denkmalpflege mit einzubeziehen. Zeitbezogene, epochale Farbigkeiten sind auf jeden Fall zu berücksichtigen, „trendige“ Farbgebungen wirken hier deplaziert und eigentümlich fremd. Eine moderne Architektur kann farblich durchaus aktuelle Trends im Eingangsbereich widerspiegeln, allerdings müssen sich diese auch ins Umfeld einfügen. Stimmig wirken Farbkompositionen, die mit der Fassadenfarbigkeit korrespondieren. Zum Beispiel eine dunkelgrün lackierte Tür in einer hellgrünen Putzfassade. Diese „Farbverknüpfungen“ können zwischen verschiedensten Bauelementen bestehen und bewirken ein harmonisches Gesamterscheinungsbild. Wird ganz bewußt eine Eingangsfarbigkeit gewählt, die nicht im Kontext zum Gebäude steht, so kann dieser deutlich herausgestellt werden. Eine rote Tür in einer grauen Fassade ist unübersehbar.
Die Intention der Gestaltung spielt daher eine große Rolle. Welche Wirkung soll der Eingangsbereich ausstrahlen: schlicht, sachlich oder repräsentativ elegant – markant, orientierungsunterstützend oder dezent integriert? Wie auch immer die Entscheidung ausfällt: Eine bewusste Gestaltung unter funktionalen und ästhetischen Gesichtspunkten der Eingangssituation bildet die Basis zu einem schlüssigen Konzept.

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