Farbe & Inspiration

Farbe in Bestform

Farben regen an, motivieren, beruhigen, schaffen Identität und erfreuen. Das gilt auch für Schulen und andere Einrichtungen für Kinder. Drei internationale Beispiele zeigen besondere Gestaltungsansätze.

Autor: Armin Scharf

Solarschule

Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen wandelt weitere Hafenareale in Wohngebiete um. Eines der ersten Gebäude im aktuell anstehenden Nordhafen stellt die „Copenhagen International School“ dar, die für 1.200 Schüler zwischen 3 und 19 Jahren aus etwa 80 Ländern
sowie 280 Lehrer Raum bietet. Von außen fällt vor allem die zerklüftete Architektur auf. Der Baukörper teilt sich in eine breite Basis für Sporthalle, Theater, Mensa und Bücherei sowie vier aufragende Türme mit fünf bis sieben
Geschossen und den eigentlichen Klassenräumen. Jeder Turm ist für die Anforderungen einer bestimmten Altersgruppe konzipiert. Interessant ist die grünliche Fassade, die aus 12.000 quadratischen Solarpaneelen besteht. Weil jedes Modul in einem anderen Winkel montiert ist, ergibt sich eine paillettenartig schimmernde Wirkung. Trotz der so nicht immer optimalen Ausrichtung zur Sonne hin sollen die 6.048 Quadratmeter jährlich 200 Megawattstunden Energie produzieren und damit mehr als die Hälfte des Strombedarfs der Schule decken.

Spielend bewegen

Viele Kinder sind zu dick, bedingt durch einen falschen Lebenswandel. Das „Centre for Overweight Adolescent and Children’s Healthcare“, kurz COACH, will im niederländischen Maastricht Kinder spielerisch an mehr Bewegung heranführen. COACH erinnert daher eher an ein Spielfeld, in dem unterschiedliche Volumen platziert sind. In diesen schallentkoppelten Pavillons mit unterschiedlichen Formen und Farben finden Untersuchungen und Beratungen statt – während draußen geklettert, geschaukelt, balanciert, gerannt und gesprungen wird. Denn der Wartebereich bietet bewusst keine Sitzmöglichkeiten, stattdessen eben allerlei Bewegungsangebote. Dazu gehört auch eine interaktive Wand mit Sensoren, die mit Fragen zum Alltag für bewussteres Leben werben – höher platzierte Sensoren beziehen auch Eltern in die Interaktion ein. Die Idee scheint erfolgreich zu sein: 70 Prozent der Teilnehmer haben abgenommen und ihren Lebensstil verändert.

Schule von Schülern

Das öffentliche Schulsystem in den USA schneidet im internationalen Vergleich alles andere als gut ab. Das beginnt bereits bei der Architektur der Schulen, die wenig auf die Bedürfnisse der Kinder eingeht. An der Grundschule in Rockford, westlich von Chicago gelegen, machte man sich daher daran, zusammen mit den Schülern ein neues Konzept zu entwickeln. Im Zentrum des Konzeptes steht ein Atrium, das Sportbereich, Cafeteria, Bücherei und Aufenthaltsbereiche umfasst. Darum gruppieren sich dann die verschiedenen, altersgerecht gestalteten Räume für den Kindergarten und die ersten bis fünften Klassenstufen. Die Idee hinter der gemeinsam mit den Schülern entwickelten Architektur ist, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken – auch als Gegengewicht zu den sozial oft schwierigen Verhältnissen, aus denen die Schüler kommen. Statt festgeschraubtem Mobiliar ist die Einrichtung beweglich gehalten, damit sie den jeweiligen Anforderungen entsprechend flexibel nutzbar ist. Die erste Schule ist fertig, fünf weitere sollen folgen.

Weitere Fotos:
www.malerblatt.de


PraxisPlus

Solarschule

Architektur: C.F. Møller Architects, Aarhus/Dänemark

Standort: Levantkaj 4–14, Nordhavn/Dänemark


PraxisPlus

Centre for Overweight Adolescent and Children’s Healthcare

Konzept: Tinker Imagineers, Utrecht/Niederlande

Standort: Hospital MUMC+, P. De byelaan 25, Maastricht/Niederlande


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Grundschule in Rockford, USA

Architektur: CannonDesign, Chicago

Standort: Rockford, Illinois/USA

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