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Fassaden ein Gesicht geben

Farbgestalter Thomas Stolz schafft Kunstwerke auf Gebäuden
Fassaden ein Gesicht geben

Als freischaffender Farbgestalter hat Thomas Stolz schon viele Gebäudefassaden mit Porträts bekannter Persönlichkeiten geschmückt. Doch wer entscheidet darüber, wer das Gebäude zieren darf? Welche Techniken bringen die Designs an die Wand? Wer sind die Auftraggeber?

Autorin: Amelie Hauser

Alles begann mit einer Anfrage des Bonner Theaters „Springmaus“. Die Fassade sollte neu gestaltet werden. Die Idee? Den Stellenwert des Hauses mit Fassadenporträts bekannter Persönlichkeiten zu inszenieren. Die Wahl fiel auf die beiden, dem Theater eng verbundenen Persönlichkeiten Roger Willemsen (Journalist) und Hans-Dieter Hüsch (Satiriker).

So wurde es umgesetzt

Bei dem Projekt verwendete Stolz die Technik des Linienrasters: eine sehr alte Methode, die auch bei Kupferstichen zum Einsatz kommt. Der älteste bekannte Kupferstich mit dieser Technik ist vom Künstler Claude Mellan von 1649: Das dargestellte Christusporträt besteht aus einer einzigen spiralförmigen Linie, die in der Mitte des Bildes beginnt. Je nachdem wie stark der Druck des Kupferstichels ist, bestimmt sich die Intensität der Schwärzung. Das motivierte auch Stolz, die Technik bei seinen Projekten einzusetzen. „Bei meinen großen Fassadenporträts erkennt man aus der Nähe nur rätselhafte dunkle Linien auf hellem Grund. Erst mit Abstand erschließt sich das perfekte Porträt“, erklärt Stolz. Ein Team aus zwei bis vier Handwerkern bringt die Werke fachgerecht auf die Wand. Das Team findet sich seit Jahren projektbezogen zusammen und verfügt über reichlich Erfahrung.

Produkte und Materialien

Das verwendete Material wird projektbezogen auf den Untergrund hin abgestimmt. Ob Airbrush, Airless oder Arbeiten mit Pinsel und Rolle – alles, was am Objekt zum fertigen Motiv in bestmöglicher Qualität führt, kommt zum Einsatz. „Die Porträts verzeihen keine Ungenauigkeiten“, mahnt auch der Künstler. Um die Motive exakt zu übertragen, verwendet das Team Beamerprojektionen und Schabloniertechniken. Der Fassadengestalter erklärt: „Das mag sich einfach anhören, ist aber in solchen Dimensionen echt komplex.“ Erst die sorgfältige Vorbereitung und viel Know-how in Hard- und Software sowie handwerkliches Können ermöglichen ein rasches Arbeiten auf dem Gerüst.

Woher kommt das Motiv?

Meist bezieht sich die Motivwahl der Projekte auf den Straßennamen. So entstanden über die Jahre Fassadenporträts von Rudolf Diesel, Claus Schenk Graf Stauffenberg, Dietrich Bonhoeffer, Gerhart Hauptmann oder Carl-Friedrich Gauß. Es geht aber auch tierisch: Bei dem bekannten Futtermittelhersteller Vet-Concept wurden große Hunde- und Katzenporträts auf die Produktionsstätte gemalt. Zunächst arbeitet Stolz Ideen aus und macht den Auftraggebenden verschiedene Vorschläge. Diese legen zum Schluss fest, wie das Design letztendlich aussehen wird.

Auftraggeber und Kunden

„Wir haben uns vor Jahren auf die individuellen Farbplanung jedweder Fassaden spezialisiert“, erklärt Stolz. Zu seinen Kunden gehören Bauträger, Genossenschaften, aber auch Fassadensystemhersteller. Daher legte Stolz seine Fassadengesichter auch als Bestandteil der jeweiligen farbigen Gesamtkonzeption an. Die Porträts selbst sind dabei farbig zurückhaltend und monochrom gehalten. Der Farbgestalter erklärt: „Das soll keine schrille Werbung sein, die Wirkung nicht aufdringlich, sondern zurückhaltend sein.“

Das Feedback

Die farbliche Zurückhaltung tut der Freude der Betrachter keinen Abbruch. Die bemalten Fassaden werten Haus, Straße und Quartier auf. Das würdigt nicht nur die Bausubstanz, sondern auch die abgebildeten Persönlichkeiten. Der Effekt geht noch weiter. Die Bewohner können sich dank der bemalten Fassaden mit ihrem Wohnhaus besser identifizieren. „Das stärkt auch die Zusammengehörigkeit unter Nachbarn“, berichtet Stolz. Die liebevolle Gestaltung adelt die Gebäude und macht ihre Adresse zu etwas Besonderem. „Als Landmarke wirken die Bilder über das eigentliche Gebäude hinaus in den Ort“, bestätigt Stolz. Das hilft auch den Auftraggebern: Die Fassaden wirken wie Werbung und erzielen Sympathie bei ihren Beobachtern.

Weitere Informationen finden Sie hier:
www.farb-werke.de

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