Farbe & Inspiration

Uniform oder individuell

Die Gestaltung von Reihen- und Doppelhäusern lässt sich gezielt planen.

Martina Lehmann, Caparol FarbDesignStudio

Unter Reihenhäusern versteht man mindestens drei oder mehr aneinander gebaute Wohngebäude. Stoßen lediglich zwei Gebäude mit ihren Seitenwänden aneinander, handelt es sich um ein Doppelhaus. Beide Haustypen finden sich in vielen Wohngebieten. Gerade wenn die Grundstückspreise hoch sind, ist für Familien diese Bauform eine attraktive Möglichkeit, ein finanzierbares Eigenheim zu erwerben.
Gestalterische Besonderheit ist in beiden Fällen die unmittelbar angrenzende Nachbarfassade. Diese Nähe erfordert Rücksichtnahme – selbstverständlich im menschlichen Miteinander, aber auch hinsichtlich der Fassadengestaltung. Hier können Schwierigkeiten auftreten, denn jeder möchte sein Haus nach eigenen Vorlieben gestalten. Die Kooperation mit den Nachbarn ist daher sinnvoll, denn die Geschmäcke und Farbpräferenzen variieren oft stark. Bei dem Thema Farbe können schnell und unerwartet die Emotionen hochkochen und das einst friedvolle Zusammenleben in Gefahr bringen.
Nehmen wir Reihenhäuser oder Doppelhäuser unter die Lupe, entsteht der Eindruck, dass sich persönliche Farbvorlieben häufig durchsetzen, egal was der Nachbar davon hält. Oder die Fassadenfronten werden nach dem Motto „Hier kann man nichts falsch machen“ einfach weiß gestrichen – für viele die unverfänglichste Lösung. Interessanterweise gibt es positive aber auch negative Beispiele zu uniformer und individuell geprägter Farbigkeit.
Reihenhäuser oder Doppelhäuser, die sich eher farbneutral und dezent präsentieren, können monoton und langweilig erscheinen. Dies ist jedoch nicht der Fall, wenn die Häuser formal raffiniert und unterschiedlich gestaltet sind. Auch wenn Klinker oder Holz zu Putzflächen kombiniert wird, steht die Materialität im Vordergrund und eine eher ruhige Farbgebung ist angebracht. Sind dagegen Häuserfronten schlicht gehalten, können diese sehr überzeugend farbig und individuell nach Bewohnergeschmack gestaltet werden. Gerade der farbige Mix an langen Reihenhausfronten kann sympathisch und lebendig erscheinen – ein vielfältiges Spiegelbild der Menschen, die hinter den Fassaden leben und gleichzeitig Ausdruck der Identifikation mit den eigenen vier Wänden. Schon das äußere Erscheinungsbild sagt dann viel über die jeweiligen Bewohner aus.
Farbwechsel meiden
Das kennen alle: Eine Haushälfte leuchtend Rot und die andere in schrillem Gelb – das ist wenig überzeugend. Es erscheint besonders unangenehm und beziehungslos, wenn der Farbwechsel mitten auf der Doppelhausfassade erfolgt. Wenn dann auch noch unterschiedliche Dachformen, Fensterformate und Haustüren ins Spiel kommen, wird es sehr unruhig und der sich anbahnende Nachbarschaftskonflikt wird bereits spürbar. Hier wäre ein durchgehender Fassadenfarbton, der beiden Parteien zusagt und auch zur Umgebung passt, die bessere Lösung. In Akzentbereichen darf sich dann allerdings wieder der „persönliche Geschmack“ durchsetzen, zum Beispiel in der Eingangssituation.
Das, was an einer gewachsenen Farbabfolge an Reihenhäusern gefällt, lässt sich natürlich bewusst und ganz gezielt planen. So entsteht kein Zufallsprodukt, sondern eine stimmige, spannende Abfolge an Farbnuancen, die in Helligkeit, Sättigung und Farbton variieren. Werden diese Parameter so kombiniert, dass kräftigere Farbtöne mit vergrauten und hellen Nuancen die Auswahlpalette darstellen, entsteht ein lebendigeres Bild, als wenn die Hauptfassadentöne alle circa der gleichen Sättigungsstufe entsprechen. Um den Zusammenhalt einer Reihenhausfront zu unterstreichen, empfiehlt es sich, bestimmte Bauelemente bei allen Häusern gleich zu gestalten. So könnten bei unterschiedlichen Fassadenfarben Fenster und Vordächer einheitlich gefasst werden. Jedes Haus erhält dadurch ein individuelles Gesicht und die Reihenhauszeile wird doch als zusammengehörige Häusergruppe wahrgenommen.
Um Konflikten bei der Planung aus dem Weg zu gehen, macht es Sinn, einen externen Farbgestalter mit dieser anspruchsvollen Aufgabe zu beauftragen. Die Vorstellung darüber, wie Farben in Kombination und auf großer Fläche wirken, ist für viele schwierig. Auch der Einfluss der Farbentscheidung einer einzelnen Fassade auf das gesamte Ensemble wird unterschätzt. Hilfreich ist eine Visualisierung der Häuserabfolge. Daher lohnt es sich, einen Profi zu befragen, damit das Ergebnis möglichst von vielen befürwortet wird und sich das Stadtbild zum Positiven verändert.

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