Warm, emotional und mutig

Im Jahr 2019 spielen Rot, Orange und Apricot die Hauptrollen auf der Farbbühne. Die Farbstimmungen im Innenraum werden wärmer, zugleich harmonischer und überraschen mit ihrem Ton-in-Ton-Charakter. Blaunuancen sorgen für ungewöhnliche Kontraste.

Autor: Armin Scharf I Fotos: Caparol/blitzwerk.de

Es stehen interessante Veränderungen an im gerade beginnenden Jahr 2019 – zumindest, was die Farbigkeit des Interieurs betrifft. Denn die trendbestimmenden Töne der vergangenen Jahre aus dem kühlen Grün/Blau-Bereich treten in den Hintergrund. Künftig werden warme und vielfältige Nuancen aus dem Rot-Universum das Bild bestimmen. Dabei geht es keineswegs um aggressives, aufdringliches und dominantes Rot, sondern um zwar kraftvolle, aber gleichzeitig leicht anmutende Töne, die sich mit anderen Farben harmonisch verbinden.

Rot steht für den Mut zu mehr Farbe

Als Zentrum des Farbtrends 2019 hat das Team des Caparol FarbDesignStudios nach ausgiebigen Recherchen und Analysen einen ganz besonderen Farbton
ermittelt: ein Rot, das einen sommerlichen Charakter zeigt, optimistisch ist und zugleich Spontaneität ausstrahlt. Und um dies gleich im Namen erkennbar zu zeigen, trägt die zentrale Farbe des Jahres 2019 die wohlklingende
Bezeichnung „Sorbet-Rot“. Zu finden ist dieser Ton übrigens unter seinem anderen Namen „Grenadin 130“ im 3D-System von Caparol.

Das „Sorbet-Rot“ steht auch für einen Ansatz, der statt rationaler Abwägung bei der Farbgestaltung auf Emotionalität, auf Intuition setzt. „Sorbet-Rot löst viele positive Assoziationen aus und vermittelt etwas, was wir Bauchgefühl nennen“, so Sybille Abel vom Team der Farbscouts. „Es geht auch um einen Haltungswechsel hin zu einer gut gelaunten Befindlichkeit im Sinne eines Wohngefühles, das ausbricht aus den bisherigen eher kopfgesteuerten Gestaltungsansätzen.“ Andrea Girgzdies vom Caparol FarbDesignStudio ergänzt: „Wir wollen Mut machen, mehr Farbe zu wagen.“

Drei Farbwelten

Die Welt der Rotnuancen bietet die Chance, sehr lebendige, aber dennoch harmonische Farbklänge zusammenzustellen: Ton-in-Ton-Kombinationen, die durch die geschickte Auswahl an Kontrasttönen aus dem Blaubereich an Frische und sommerlichem Charakter gewinnen. Genau dies zeigt die Farbwelt, die sowohl das tiefe, edle Bordeauxrot umfasst als auch kühlere Rottöne und leichte, geradezu pudrig wirkende Rosénuancen. Hier ordnet sich auch das „Sorbet-Rot“ ein, ebenso helle Blautöne mit Schwimmbad-Assoziationen. Insgesamt bildet sich ein sommerlich-leicht anmutender Farbklang heraus, in dem jeder Einzelton seine eigenständige Rolle behält.

Deutlich zurückgenommener in der Farbbrillanz präsentiert sich die Farbwelt 2, die getragen wird von weichen Pastelltönen mit Verankerungen im Grün-, Violett-, Gelb- und Apricotbereich. Hier wird zwar ganz bewusst auf starke Kontraste verzichtet, doch die Verbindung mit tiefem Waldgrün oder vergrautem Violett sorgt dafür, dass trotz der warmtonig-weichen Farbstimmung Spannung und Prägnanz nicht fehlen. Zartes Flieder bremst dabei visuelle Schwere. Alle Töne stehen für einen puristischen Ansatz, der das Auge fesselt, sich aber keineswegs aufdrängt.

In Farbwelt 3 treffen erdiges Orange samt Rosé, leichtem Gelb und Lachsrot auf dunkles Blau des Ozeans, auf kühles Blau sowie helles Himmelblau. Die tiefen, komplementären Blautöne verleihen dem Farbklang Stabilität und Klarheit. Himmelblau erweitert das weich gestimmte Zusammenspiel der Rot- und Orangenuancen. Mehr noch: Die dunklen Blaus lassen die übrigen Farben leuchtend aufblühen und bringen Eleganz sowie Gediegenheit herein. Dennoch bleibt der Farbklang jugendlich, unbeschwert und beschwingt.

Was kommt dann?

2020 ist noch weit entfernt – auf den ersten Blick. Denn auch bei der Trend-
ermittlung gilt das Motto „Nach dem Trend ist vor dem Trend“. Das Trendteam um Sybille Abel arbeitet bereits an der nächsten Trendstudie – zusammen mit dem Institute International Trendscouting, das an der Hochschule in Hildesheim angesiedelt ist und wieder wertvollen Input liefert. 2020 kommt – welche Farben es begleiten, das ist noch nicht klar. „Schwarz wird es jedenfalls nicht werden“, so Andrea Girgzdies schmunzelnd.

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