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Work and flow

Bei der Farbgestaltung am Arbeitsplatz ist einiges zu beachten, denn: Nicht jede Farbe passt mit ihrer Wirkung in jedes Zimmer – und manche Farben sollten besser nur sparsam zum Einsatz kommen. Wie schaffe ich eine angenehme Atmosphäre die allen gefällt? Hier sind unsere Tipps für Sie.

Autorin: Martina Lehmann | Fotos: Caparol

Die Farbkonzeption eines Büros wird sicher gelingen, wenn ein klares Gestaltungsziel formuliert wird, die Gestaltungsparameter beachtet werden und die Farbwahl zum jeweiligen Unternehmen passt. Im Mittelpunkt sollte immer der Mensch mit seinen individuellen und emotionalen Bedürfnissen stehen. In Anbetracht der Verzahnung zwischen Privat- und Berufsleben kommt es vor, dass Menschen in ihrem privaten Wohnumfeld arbeiten, umgekehrt sollte mehr Wohnlichkeit den Weg in die Büros der Zukunft schaffen. Hierbei sind funktionale und ästhetische Aspekte zu berücksichtigen: Hinsichtlich der Funktionalität sind Büros heute flexibler in ihrer Nutzung, statische Wände beweglich, Kommunikationsbereiche ausgebaut und Rückzugsoasen geschaffen. Fitnessräume und sogar Entertainment-Bereiche entstehen. Ästhetischen Aspekte sollten jedoch nicht zu kurz kommen. Jetzt stellt sich die Frage: Wie schaffe ich eine Atmosphäre, die allgemein gefällt? Schwierig, doch machbar, denn Menschen sind unterschiedlich geprägt und Geschmäcker driften oft auseinander. Fakt ist, dass Ausstattung, Einrichtung, Material- und Farbwahl viel bewirken kann. Es lohnt daher die Überlegung, wo wir uns besonders gerne aufhalten oder unsere Freizeit verbringen. Das kann der Garten, eine Stadt, das Feriendomizil, Wohnzimmer oder Lieblingsrestaurant sein. Die Farben und Materialien, die diese Orte prägen, sind positiv besetzt. Sie lassen sich analysieren und in neuem Kontext in eine Innenraumgestaltung integrieren – auch in einen Büroraum.

Tipp 1: Natürliche Farben nutzen

Besonders wohl fühlen sich die meisten Menschen in der Natur. Farbstimmungen mit natürlichen Assoziationen stoßen deshalb auf breite Zustimmung. Da wir im Büro abgeschirmt von der Außenwelt viel Zeit verbringen, teilweise bei Dunkelheit ankommen und weggehen, liegt es nahe, eine natürliche Farbatmosphäre in den Innenraum zu transportieren.

Innerhalb eines Bürokomplexes mit natürlich assoziierten Farbstimmungen zu arbeiten, empfiehlt sich aus einem weiteren Grund: Immer mehr Firmen setzen auf Nachhaltigkeit. Der Klimawandel ist allgegenwärtig, Umweltschäden und Artensterben traurige Realität. Daher wird immer mehr auf Materialien gesetzt, die haltbar sind, Ressourcen schonen, recycelt und unbedenklich sind. Das „grüne“ Firmenimage soll sich auf jeden Fall in der Raumgestaltung widerspiegeln und so positiv auf Mitarbeiter und Kunden wirken.

Tipp 2: Farbpaletten vordefinieren

Empfehlenswert ist es, Mitarbeiter-/innen in die Neugestaltung ihrer Büroräume einzubeziehen. Dies geschieht häufig hinsichtlich praktischer Bedürfnisse und Platzanforderungen. Bei der farblichen Gestaltung ist die Mitsprache nicht immer möglich. Mitbestimmung kommt jedoch super an, wenn zumindest in Teilbereichen eine Farbwahl ermöglicht wird. Dazu könnten beispielsweise vordefinierte Farbpaletten für einzelne Akzentwände zur Auswahl stehen. So wäre in einem Bürokomplex eine einheitliche Farbsprache gewährleistet und trotzdem auch die Farbvorlieben des Kollegiums berücksichtigt. Das kann die Motivation und Freude an der Arbeit fördern.

Tipp 3: Starke Kontraste vermeiden

Büroräume gliedern sich in Bereiche der Konzentration, Kommunikation und Regeneration. Diese Differenzierung lässt sich farblich unterstreichen, indem Arbeitsplätze, die eine hohe Konzentration erfordern, ruhiger gestaltet werden als Kommunikationsbereiche. Kombinationen von hellen und dezenten Farben ohne starke Kontraste sind hier denkbar. Um Spiegelung und Blendung zu vermeiden, empfehlen sich grundsätzlich matte Oberflächen. In kommunikativen Bereichen kann die Gestaltung lebendig und markant ausfallen. Wichtig ist, dass sich die unterschiedlich genutzten Räumlichkeiten differenzieren, denn das wirkt anregend und sorgt für Abwechslung.

Tipp 4: CI-Farben aufgreifen

Nicht nur die Farbtöne, sondern auch Materialien und Oberflächen sollten variieren, um eine positive, freundliche Atmosphäre zu schaffen, die zum Firmenimage passt. Eventuell lassen sich auch Firmenfarben in das Gestaltungskonzept integrieren, allerdings sollte der Einsatz von CI-Farben mit Bedacht erfolgen. Zu plakativ eingesetzt, könnte die Wirkung als zu aufdringlich, aggressiv oder einfallslos beurteilt werden. Sparsam dosiert und eingebunden in die allgemeine Farbstimmung kann eine Firmenfarbigkeit zur Identifikation mit dem Unternehmen beitragen. Besonders im Empfangsbereich und in Besprechungsräumen mit repräsentativem Charakter sind Logofarben durchaus passend.

Tipp 5: Inspiration liefern

Bereiche der Regeneration wie Pausenräume ermöglichen eine kurze Auszeit zur beruflichen Tätigkeit. Eine ruhige und geordnete Atmosphäre unterstützt mehr den Erholungswert als unruhige Kleinteiligkeit, die etwa durch offene Regale, Pinnwände oder gemusterte Materialien entstehen kann. Farblich lassen sich auch „Rückzugsräume“ prägnant gestalten. Es kommt auf eine abwechslungsreiche Farbstimmung an, die erfrischt und inspiriert.

Tipp 6: Richtig kombinieren

Alle Wände in Weiß oder in einem Farbton zu streichen, führt schnell zu Ermüdung. Eine Gestaltung mit vielen kräftigen Farbtönen könnte hingegen „laut“ wirken und zu Reizüberflutung und Konzentrationsschwierigkeiten führen. Es kommt auf eine ausgewogene Farb- und Materialkombination an, die sich zwischen „reizarm“ und „reizstark“ bewegt. In Treppenhäusern sowie Sanitärbereichen spricht wegen der kurzen Verweildauer nichts gegen den Einsatz von kräftigen Farbtönen – auch nicht auf größeren Flächen. Im Gemeinschaftsbüro sind starke Akzente nur auf kleinen Flächen ratsam.

Bei der Farbwahl ist auch die Lichtsituation entscheidend. Ausgewählte Farbtöne sollten deshalb vor Ort im jeweiligen Raum bei Tageslicht und künstlicher Beleuchtung geprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Weitere Fotos:
www.malerblatt.de



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