Badgestaltung: Wellness statt Kohle

Aus Schwarz wurde Weiß: Ein ehemaliges Kohlelager wird jetzt als exklusiver Badetempel genutzt.

Autor/Fotos: Andrea Nuding

Ein unscheinbares Lagergebäude der WLZ (Württembergisch-Landwirtschaftliche Zentralgenossenschaft) aus den 50er-Jahren. Im Untergeschoss waren die Räume vom Boden bis zur Decke mit Kohlenstaub bedeckt. Ideale Bedingungen, um daraus ein Badezimmer zu gestalten. Der ehemalige Kohle-Lagerraum und die Schütten, durch die die Kohle eine Etage tiefer landete, werden in einen Wohlfühltempel erster Güte umgezaubert. Im Badezimmer fehlt es an nichts, angrenzend hilft die Sauna beim Entspannen und heizt an besonders kalten Tagen zusätzlich ein.

Der durchgehende Bodenbelag aus einer Kunstharzspachtelmasse mit nur zwei Millimetern Schichtdicke lässt sich auch farblich in unzähligen Varianten anpassen. Als Finish bekam der Boden eine glänzende Lackoberfläche.

Kalkputztechnik

Barrierefrei und bequem kann die großzügig dimensionierte Dusche betreten werden. Das Material des Bodens und der Stufen setzt sich bis in den Duschbereich fort, während die Toilette und die Badewanne um zwei Stufen erhöht stehen, fast wie auf einem Thron. Zusätzlich hervorgehoben wird die Toilette durch die Gestaltung der Rückwand mit einer lasierten Kalkputztechnik. Zu den „Scheunenfunden“ des Hauses gehört auch eine vielfach benutzte Werkbank, die als Waschtisch eine neue Verwendung erfährt. Upcycling der ganz besonderen Art: kernig und elegant. Heute ist der ehemalige Kohlenkeller ein Raum mit fast magischer Strahlkraft.

Weitere Badgestaltungen:
bit.ly/2jv4Rx1


PraxisPlus

Verwendete Materialien

Boden: Kunstharzspachtelmasse
Resina Materia von Elekta für
fugenlose Gestaltung von Wänden
und Böden, Lackfinish glänzend.

Wandbeschichtung Schütten:
atmungsaktiver Sumpf-Kalkputz
Travertino Romano von Oikos

Wandflächen: Materia Effetto
Monokroma struttorato (Farbton
Beton), Lackfinish matt.

Rückwand Toilette: Kalkputz
Travertino in Betonoptik lasiert.

Holzdecke: Keim Inco