Gebäudehülle & Innenraum

Alt – und doch neu

Mithilfe von speziellen Wandbildern lassen sich historische Fresken auf einfache Weise an die Wand bringen.

Susanne Sachsenmaier

Mit Fresko bezeichnet man eine Maltechnik, bei der in Kalkwasser gelöste Farbpigmente auf den noch frischen (nassen) Kalkputz aufgetragen werden. Ihren Höhepunkt erreichte die Freskenmalerei in der Renaissance. Bekannte Fresken stammen z.B. aus Pompeji, Florenz oder Rom. Die Freskenmalerei war sehr aufwändig. Zunächst wurde eine mehrlagige Putzschicht aufgebracht, auf die man dann die Farbe auftrug. Beim Abbinden des Putzes wurden die Pigmente unlöslich mit dem Untergrund verbunden. Ein Fresko musste schnell und präzise ausgeführt werden. Es durfte nur soviel Putz aufgebracht werden, wie der Maler an einem Tag bemalen konnte.
Fresken von der Rolle
Antike Techniken im römischen, pompejanischen oder toskanischen Stil sind derzeit sehr beliebt. Mit Putzen, Lasuren und Glättetechniken versucht man, antik-italienisches Flair auch in deutsche Wohnungen zu bringen. Lediglich antike Fresken wurden bisher kaum nachgebildet – zu groß waren der Aufwand und häufig zu gering die Kenntnisse, die für diese Technik nötig sind.
Nun endlich sollen die antiken Fresken – oder zumindest Reproduktionen derselben – Einzug in moderne Bauwerke halten.
Auf der diesjährigen FARBE in Köln wurden auf historischen Fresken basierende Wandbilder präsentiert, die sich, wie eine Tapete, einfach auf die Wand kleben lassen. Die Wandbilder sind auf ein spezielles Substrat gedruckt, in das Quarzsand eingearbeitet ist. So wird eine putzähnliche Oberfläche erzeugt. Das Druckverfahren gibt originalgetreu die Struktur und den Duktus der historischen Fresken wieder. Als Träger dient ein festes Vlies, das mit Dispersionsklebstoff auf die vorbereitete Wandfläche aufgebracht wird.
Unter den Motiven finden sich neben Interpretationen von Fresken aus Palladischen Villen auch Reproduktionen von Originalfresken aus der Pinakothek des Vatikans oder den Uffizien.
Das „Drumherum“ muss passen
Selbstverständlich vermittelt das aufgeklebte Wandbild alleine noch nicht das Flair des alten Italien. Vielmehr bedarf es der passenden Gestaltung der umgebenden Wandflächen. Ein feiner Kalk-Marmorputz, grob strukturiert und verwaschen, lässt auch die Wände eines Neubaus schnell alt erscheinen. Eine Lasur in Erdfarbtönen, die partiell durchgeschliffen wird, verstärkt den antiken Effekt noch. Wer den Anschein eines freigelegten Wandbildes erwecken möchte, spachtelt das aufgeklebte Wandbild so ein, dass ausgefranste Ränder entstehen. Hierfür reißt man Kreppband der Länge nach auseinander und klebt die Ränder des Wandbildes nicht gerade ab, sondern lässt die Kanten beliebig verlaufen.
Kunst vom Maler
Mithilfe der Wandbilder hat der Maler die Möglichkeit, seinem Kunden eine nicht alltägliche Raumgestaltung anzu-
bieten – ohne dass er dafür eine spezielle Technik erlernen müsste. Tapezierkenntnisse und Geschick im Umgang mit Putzen und Lasuren reichen vollkommen aus, um ein Kunstwerk an die Wand zu bringen.
Die „Collezione Veneziano“ von Jaeger umfasst vier große Wandbilder (158 x 100 cm), zwei (fast) quadratische Motive (108 x 100 cm), drei Bordüren (0,25 x 12,5 m) und ein Hochkant- Motiv (50 x 158 cm). Weitere Informationen erhalten Sie bei Jaeger, Tel.: (07141) 2444-0/Fax: -44, www.jaegerlacke.de

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